Politik

Teures Wohnen: SPÖ und AK wollen Konsequenzen

Der SN-Bericht über eine Studie, die zeigt, dass die Stadt Salzburg im Vergleich der Landeshauptstadt die höchsten Preise beim Wohnungseigentum hat, und dass bis zu einem Drittel der Wohnungen zur Geldanlage gekauft werden, hat viele Reaktionen hervorgerufen.

Für SPÖ-Stadträtin Anja Hagenauer ist die jüngste Studie ein neuerlicher Anlass, Vorrang für den Bau von geförderten Mietwohnungen in der Landeshauptstadt einzufordern.  SN/stefanie schenker
Für SPÖ-Stadträtin Anja Hagenauer ist die jüngste Studie ein neuerlicher Anlass, Vorrang für den Bau von geförderten Mietwohnungen in der Landeshauptstadt einzufordern.

Dass im Großraum Salzburg laut einer Studie (SN vom Dienstag) die Eigenheimpreise seit 2001 exorbitant gestiegen sind und bis zu einem Drittel der Wohnungen von Anlegern gekauft werden, regt auf. SPÖ-Stadträtin Anja Hagenauer fordert als Konsequenz, dass die Stadt einen "Masterplan Wohnen" brauche. Denn Eigentum in der Stadt sei für viele Menschen "fast unerschwinglich." Daher müsse die Stadt primär geförderte Mietwohnungen bauen - was als Kritik an ÖVP-Vizebgm. Barbara Unterkofler zu verstehen ist, die den Bau von preisgedeckelten Eigentumswohnungen forciert.

Die Chefin des Planungsausschusses, Johanna Schnellinger (SPÖ), betont, dass der Bau von weiteren Eigentumswohnungen, wie von der ÖVP gewünscht, das Problem verschärfe: "Die Gemeinnützigen halten in der Stadt nur 21 Prozent des Wohnungsbestands; 67 Prozent oder zwei Drittel der Wohnungen sind schon jetzt in Privateigentum."

Scharfe Kritik kommt von Gemeinderat Kay-Michael Dankl (KPÖplus) - der sich auf die Zweifel der Studienautoren an der Treffsicherheit der Wohnbau-Kaufförderung bezieht: "Neos-Landesrätin Andrea Klambauer bekommt von ihren eigenen Studien ein 'Nicht genügend.'" AK-Präsident Peter Eder will hingegen die Gemeinden in die Pflicht nehmen: "Nur 50 Prozent von ihnen nutzen die Vertragsraumordnung." Dabei wäre das ein Instrument, um Wohnen günstiger zu machen, sagt er.

Und für die Gewerkschaft Bau-Holz kritisiert deren Experte Andreas Huss, dass nicht nur 126 Mill. Euro wie im Vorjahr in die Wohnbauförderung (WBF) fließen sollten - sondern in Summe 232 Mill. Euro, was der Summe aus WBF-Darlehensrückflüssen und WBF-Bundesmitteln entspreche: "Mit den zusätzlichen 106 Millionen jährlich könnten bis zu 1000 Wohnungen zu 100 Prozent gefördert werden."

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