Politik

Trauer um Salzburgs erste Landesrätin

Gerheid Widrich ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Sie wurde 1989 als erste Frau in die Landesregierung berufen.

Gerheid Widrich war die erste Frau in der Salzburger Landesregierung. Sie ist am Sonntag im Alter von 82 Jahren verstorben.  SN/privat
Gerheid Widrich war die erste Frau in der Salzburger Landesregierung. Sie ist am Sonntag im Alter von 82 Jahren verstorben.

Gerheid Widrich, Salzburgs erste Frau in der Landesregierung, ist am Sonntag im Alter von 82 Jahren verstorben. Landeshauptmann Wilfried Haslauer würdigt die Medizinerin als liebenswürdige und bemerkenswerte Persönlichkeit sowie Vorbild für viele Frauen in der Spitzenpolitik. "Den Tod eines geliebten Menschen hinnehmen zu müssen, ist sehr schmerzlich. In so traurigen Stunden wie diesen müssen wir daran denken, dass von den Menschen, die wir geliebt haben, immer etwas Schönes zurückbleiben wird: Etwas von ihrem Leben, etwas von ihrer Hoffnung, die Erinnerung ans sie und die vielen gemeinsamen Stunden", so der Landeshauptmann zum Tod von Gerheid Widrich.

Widrich wurde 1937 in Wien geboren. Sie besuchte das Mädchengymnasium an dem sie 1955 maturierte. Dann studierte sie ursprünglich Geige an der Universität Mozarteum. Von 1956 bis 1964 wechselte sie zur Medizin an der Universität Graz, arbeitete als Ärztin im Landeskrankenhaus. 1970 eröffnete sie eine Praxis in der Altstadt und wurde schließlich Schulärztin.

Katschthaler holte Widrich in die Regierung

Landeshauptmann Hans Katschthaler berief Gerheid Widrich 1989 als erste Frau in die Salzburger Landesregierung. Bis 1994 leitete sie die Ressorts Familie, Frauen, Kindergarten, Kleinkindbetreuung, Gesundheit und Naturschutz. Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf würdigt die Politikerin: "Mit Gerheid Widrich verlieren wir eine außerordentliche Persönlichkeit, die mit ihrem Engagement, Tatendrang und ihrer herzlichen Art die Politik geprägt hat. Sie hat als erste Landesrätin Salzburgs mutig zahlreiche Reformen umgesetzt - unaufgeregt, konsequent und lösungsorientiert - war sozusagen eine Pionierin, was den Einsatz für Frauen und deren Interessen betrifft."

Starke Initiativen im Bereich Familien und Naturschutz

Wesentliche Initiativen setzte sie in den Bereichen Landesfamilienförderung, mehr Kindergartenplätze, Tagesbetreuungsgesetz, Stärkung der Vorsorgemedizin und Gesundheitsförderung. Auch trug sie zu grundlegenden Novellierungen des Naturschutz-Gesetzes bei. Landesrätin Maria Hutter betont: "Im Naturschutz hat sie mit der Einführung des Vertragsnaturschutzes ein bis heute funktionierendes Instrument zum Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaft geschaffen. Durch ihre konsequente und kompetente Arbeit hat sie aber auch andere Frauen inspiriert und ihnen Mut gegeben, dafür möchte ich ihr auch auf diesem Weg noch einmal danken."

Quelle: SN

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