Politik

Ukraine: 100 Flüchtlinge pro Tag in Salzburg - Stadt sucht Privatquartiere

Die Flüchtlingswelle aus den Kriegsgebieten der Ukraine bringt pro Tag etwa 100 Flüchtlinge nach Salzburg. Um die Neuankömmlinge aufnehmen zu können, sind nun auch Privatquartiere immer stärker gefragt.

Ankunftszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine im Messezentrum Salzburg. SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Ankunftszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine im Messezentrum Salzburg.

Derzeit befinden sich rund 1780 Ukraine-Flüchtlinge im Land Salzburg. Das sagte Sabine Kornberger-Scheuch, Geschäftsführerin des Roten Kreuzes, unter Berufung auf Polizeiangaben bei einem Ukraine-Jour-fixe von Bürgermeister Harald Preuner am Montag. Derzeit kämen zirka 100 Neuankömmlinge pro Tag dazu. Die Caritas habe bis dato etwa 200 Personen, die länger in Österreich bleiben wollen, an private Quartiergeber vermittelt.

Bürgermeister Preuner: "Ich rechne weiterhin mit mehr ankommenden Flüchtlingen. Was wir jetzt besonders brauchen, das sind Privatquartiere, die etliche Monate zur Verfügung stehen. Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich bei allen für ihre Hilfsbereitschaft!"

Geld für Hilfsgüter

Dem Roten Kreuz überreichte das Stadtoberhaupt einen symbolischen Scheck über 30.000 Euro. Damit finanziert die Stadt nach Beschluss im Gemeinderat medizinische Hilfsgüter, Hygienepakete und Decken, die in der Ukraine dringend gebraucht werden. "Wir machen das palettenweise nach Anforderung des Staates", erklärte Landesrettungskommandant Anton Holzer.

Ukrainische Gemeinde hilft dem Heimatland

Zusätzlich sehr aktiv ist die Ukrainische Gemeinde Salzburg. Sie hat mittlerweile den fünften Lkw-Transport mit medizinischem Material in vier Krankenhäuser der Heimat organisiert und nimmt Spenden gerne entgegen. In Salzburg kümmere man sich unmittelbar um die geflüchteten Menschen, insbesondere um die Kinder, sagte Pfarrer Vitaliy Mykytyn. Man habe Kontakt mit dem Integrationsfonds, mache Deutschkurse und beruhige die Leute.

Die Strukturen des zusätzlichen Vereins "Ukrainisches Zentrum Salzburg" seien im Aufbau, betont Obmann Ivan Machynskyj. Er freue sich über Hilfestellungen durch Salzburger Apotheken. Auch Machynskyj bekräftigte, dass es gerade zu wenige Angebote an Privatquartieren gebe.

Messezentrum beste Anlaufstelle

Die beste, weil durchgängig offene Anlaufstelle für Ukrainerinnen und Ukrainer sei aktuell wohl das Messezentrum, sagte RK-Geschäftsführerin Sabine Kornberger-Scheuch. Seit Donnerstag sei dort auch das Ankunftsquartier als vorübergehende Bleibe für bis zu 641 Personen in Betrieb. Von 8 Uhr bis 17 Uhr werde hier auch privater Wohnraum für längere Aufenthalte vermittelt.

Coronatests bei Flüchtlingen

Prinzipiell werden bei allen Ankommenden Antigentests gemacht und Positive in die Quarantänequartiere des Landes überstellt. Ab Mittwoch könne dann die ebenfalls angebotene polizeiliche Registrierung mithilfe biometrischer Fotos aus dem Automaten sofort fertiggestellt werden.

Ab nächster Woche, so die RK-Geschäftsführerin werde zudem das nicht mehr in Betrieb befindliche Austria Trend Hotel beim Flughafen mit 450 Betten bis 30. September zur Verfügung stehen. Das betätigte auch der Wiener-Städtische-Direktor und ukrainische Honorarkonsul Martin Panosch. Wie berichtet, muss der Standort Messe wegen Eigenbedarf voraussichtlich mit 13. April frei gemacht werden.

Verein "Ukrainisches Zentrum Salzburg"

IBAN AT10 3500 0000 1608 5060
Zweck "Spende Ukraine Hilfe"

Aufgerufen am 18.05.2022 um 02:05 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/ukraine-100-fluechtlinge-pro-tag-in-salzburg-stadt-sucht-privatquartiere-119106862

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