Politik

Umfrage: Salzburgern ist eigene Energieversorgung wichtiger als Naturschutz

Eine vom Land in Auftrag gegebenen Umfrage zum Thema erneuerbare Energie zeigt: Die Salzburger wollen unabhängig sein, sind für den Ausbau von Photovoltaik, Wind und Wasserkraft - auch wenn dadurch punktuell Landschaft und Natur mit Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Salzburgerinnen und Salzburger fordern von der Politik Unabhängigkeit bei der Energie-Erzeugung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen und repräsentativen IMAS-Umfrage, die Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) am Dienstag präsentierte. Die Selbstversorgung ist demnach 96 Prozent der Befragten zumindest einigermaßen wichtig. Schwaiger: "94 Prozent glauben, dass die Bedeutung der erneuerbaren Energie zunehmen wird. Sie haben recht, kein Weg führt daran vorbei." Und, so Schwaiger weiter: "Unter den Entschlossenen ist 65 Prozent die Erzeugung erneuerbarer Energie wichtiger als der Landschaftsschutz."

Es sind brisante und interessante Ergebnisse, die eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts IMAS unter 800 Salzburgerinnen und Salzburgern ab 16 Jahren liefert. "Ich habe mir die Ergebnisse genau angesehen. Erneuerbare Formen wie Sonnenenergie oder Wasser- und Windkraft - auch Holz, Pellets und Hackschnitzel gehören dazu - sollten laut den Salzburgerinnen und Salzburgern in Zukunft stärker unterstützt werden. Das bestätigt unseren Weg mit dem Masterplan Klima und Energie 2020 und der Klimastrategie des Landes. Das dort festgelegte Ziel der Autonomie wird von der Bevölkerung eingefordert. Die Menschen wünschen sich einen stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energie", fasst Schwaiger die Ergebnisse zusammen.

Positive Einstellung zu erneuerbaren Energieformen

Studienautor Paul Eiselsberg von IMAS International bezeichnet die positive Einstellung der Bevölkerung zu Energie aus erneuerbaren Quellen als "unbestritten". Für die Salzburgerinnen und Salzburger stehe fest, dass erneuerbare Energieträger in Zukunft an Bedeutung zunehmen werde. Dabei werden vor allem Sonnenenergie, Windenergie und Wasserkraft mit Vorteilen in Verbindung gebracht. Auch bei Holz, Pellets und Hackschnitzel dominieren im Bewusstsein der Salzburgerinnen und Salzburger die Vorteile, jedoch in etwas geringerer Intensität.

Wind- und Wasserkraft besonders erwünscht

Die öffentliche Debatte in Salzburg über Wind- und Wasserkraftprojekte wurde von drei Viertel der Bevölkerung bewusst verfolgt. Eiselsberg: "Trotzdem würden sie dem Ausbau von Wind- und Wasserkraft gegenüber dem Natur- und Landschaftsschutz den Vorzug geben." Die Ergebnisse belegen, dass 44 Prozent der Befragten den Ausbau erneuerbarer Energie dem Landschafts- und Umweltschutz vorziehen, auf Basis der Entschlossenen sind das 65 Prozent (32 Prozent haben dazu keine Angabe gemacht).

Schwaiger fügt hinzu: "Die Salzburgerinnen und Salzburger sind sehr gut informiert. Sie haben klare Vorstellungen von einer Zukunft mit erneuerbaren Energien, fordern den intensiveren Ausbau und vertrauen offenbar darauf, dass der Natur- und Landschaftsschutz mit den vorhandenen rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend berücksichtigt wird."

Salzburg bei den "Erneuerbaren" im internationalen Vergleich spitze

Ein Ergebnis der Umfrage freut Schwaiger besonders: "Die Menschen schätzen den Anteil der erneuerbaren Energie in Salzburg mit durchschnittlich zirka einem Drittel deutlich geringer ein, als er ist. Aktuell liegen wir bei 48,5 Prozent. Das ist ein österreichischer und europäischer Spitzenwert." Obwohl der gefühlte Informationsstand der Salzburger zum Thema Energie ein sehr hoher sei, müsse das Land die Inhalte dazu offenbar noch stärker transportieren, so seine Conclusio.

Politik muss mutiger werden: Wir werden handeln!

Alles in allem zeigen die Ergebnisse für den Landesrat, dass sich die Salzburgerinnen und Salzburger von der Politik mehr Mut beim Ausbau erneuerbarer Energien wünschen: "Damit große Projekte auf den Weg gebracht werden können, wird es nötig sein, auch gegen die Stimmen Einzelner den Ausbau voranzutreiben - im Sinne der Mehrheit der Menschen im Land. Sie wissen, dass es höchste Zeit ist, und wir werden handeln."

Ergebnisse der Umfrage auf einen Blick

•96 Prozent der Salzburger wollen bei der Energieversorgung unabhängig sein.
•48,5 Prozent beträgt der aktuelle Anteil an erneuerbarer Energie in Salzburg.
•94 Prozent glauben, dass die Bedeutung erneuerbarer Energie zunehmen wird.
•92 Prozent halten Strom aus Windkraftwerken für zumindest einigermaßen nachhaltig und sinnvoll.
•72 Prozent halten Windräder zumindest einigermaßen mit dem Landschaftsbild vereinbar.
•93 Prozent sagen, die Vorteile bei der Sonnenenergie überwiegen.
•89 Prozent sind es bei der Wasserkraft, 79 Prozent bei der Windenergie, 62 Prozent bei Holz und Pellets.

Quelle: IMAS-Umfrage im Jänner 2018 unter 800 Salzburgern ab 16 Jahren, Angaben in Prozent.

Quelle: SN

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