Politik

Verkehr auf der A10 hat um ein Drittel zugenommen

2017 wurden in Tenneck um rund 30 Prozent mehr Fahrzeuge pro Tag gemessen als noch 2010. In Salzburg-Liefering donnern pro Tag über 96.600 Fahrzeuge über die Autobahn. Verkehrs- und Umweltlandesrätin ziehen aber unterschiedliche Schlüsse aus den Zahlen.

Die gefühlte Zunahme an Verkehr entlang von A1 und A10 ist tatsächlich passiert - wie Zahlen der Asfinang nun bestätigen.  SN/robert ratzer
Die gefühlte Zunahme an Verkehr entlang von A1 und A10 ist tatsächlich passiert - wie Zahlen der Asfinang nun bestätigen.

Die Verkehrsbelastung entlang der Tauernautobahn (A10) ist massiv gewachsen: 2017 stieg die Zahl der Fahrzeuge an der Messstelle Tenneck auf 43.490 pro Tag und lag damit um rund 30 Prozent höher als 2010. In Zederhaus nahm der Verkehr auf der A10 im selben Zeitraum sogar um 37 Prozent zu - auf aktuell 21.690 Fahrzeuge pro Tag. Darauf macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Asfinag-Daten aufmerksam. Noch erschreckender klingen die Zahlen für die A1 bei Salzburg-Liefering. Dort fuhren im Vorjahr 34,1 Mill. Pkw und Lkw durch - also 93.640 Kfz pro Tag.

Für die Zählstelle Hallwang ist der Mehrjahres-Vergleich möglich. Im Vorjahr fuhren hier um rund acht Prozent mehr Pkw und Lkw als im Jahr 2010, berichtet der VCÖ. Bei der Zählstelle Wals auf der A1 waren im Vorjahr um rund vier Prozent mehr Kfz unterwegs als im Jahr 2010. Die Verkehrszunahme war hier geringer als in anderen Bundesländern. Allerdings Im Burgenland und in Niederösterreich nahm der Verkehr zwischen 2010 und 2017 um bis zu 40 Prozent zu.

VCÖ-Experte Markus Gansterer fordert als Konsequenz mehr Bahn- und Busverbindungen und mehr Geld vom Bund für den Öffi-Ausbau. Weiters plädiert er für Schnellradwege in und um die Stadt Salzburg sowie für Anreize, damit mehr Betriebe Fahrgemeinschaften sowie den Öffi-Umstieg der Mitarbeiter fördern. Außerdem sollten mehr Güter auf die Schiene verlagert werden.

Bei Umweltreferentin LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne) rennt er offene Türen ein. Um Güter auf die Bahn zu bringen, brauche man "Kostenwahrheit beim Lkw-Verkehr und daher eine Lkw-Maut auch auf Bundesstraßen," heißt es aus ihrem Büro. In puncto Öffi-Ausbau sind für sie ein landesweites Jahresticket um 365 Euro; ein 30-Minuten-Takt bei Bahn und Bus sowie eine bessere Park-&-Ride-Infrastruktur prioritär.

Für Verkehrslandesrätin Brigitta Pallauf (ÖVP) sind hingegen "mehr Busspuren, mehr Schnellbusse und zusätzliche S-Bahn-Haltestellen" vorrangig. Eine Lkw-Maut auf Bundesstraßen sieht sie differenziert: "Wir wollen, dass auch die ländliche Bevölkerung versorgt wird." Und durch so eine Maut dürften nicht etwa innergebirg die Waren teurer werden, warnt sie.

Die Zahlen im Detail

Straßenabschnitt Kfz / Tag Vergleich zum Jahr 2010
A1 Liefering 93.640 (Jahr 2016: 90.550)
A1 Wals 74.140 plus 3,6 Prozent
A10 Anif 67.760 plus 6,7 Prozent
A1 Hallwang 66.200 plus 7,6 Prozent
A10 Hallein 54.730 plus 23,3 Prozent
A1 Oberndorf 49.890 plus 17,5 Prozent
A10 Tenneck 43.490 plus 30,5 Prozent
A10 Werfen 39.860 plus 17 Prozent
A10 Niedernfritz 35.610 plus 31,2 Prozent
A10 Zederhaus 21.690 plus 36,6 Prozent


Quelle: Asfinag, VCÖ 2018

Aufgerufen am 23.06.2018 um 11:21 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/verkehr-auf-der-a10-hat-um-ein-drittel-zugenommen-25020649

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