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Verkehrsgipfel: Finanzierung für Obus-Verlängerung offen

Weder Salzburg AG noch Stadt Salzburg sind bereit, eine eventuelle Verlängerung des Obusses nach Grödig, die 4,5 Mill. Euro kosten würde, zu zahlen.

Verkehrsgipfel: Finanzierung für Obus-Verlängerung offen SN/robert ratzer
Dass die Obusse in einige Umlandgemeinden von Salzburg verlängert werden, wird allgemein gewünscht. Nur zahlen will diese Maßnahme bisher niemand.

Ein eher durchwachsenes Resümee zog Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG) nach dem Gipfel mit den Bürgermeistern der Umlandgemeinden der Landeshauptstadt, den er selbst für Montagvormittag einberufen hatte. Mayr über den Ablauf des Gipfels: "Es war zuerst ein rieisger Unmut der Bürgermeister zu bewältigen, dass sie alle Entscheidungen der Stadt Salzburg und der Salzburg AG zum öffentlichen Verkehr aus den Medien erfahren haben - also etwa die Frage, welcher Obus wohin verlängert werden soll."

Land will prüfen, ob Obus-Verlängerung immer das beste Mittel ist

Danach habe man aber auch inhaltlich konkrete Gespräche geführt und sei zur Erkenntnis gelangt, dass jeder Korridor in und aus der Stadt sehr genau betrachtet werden müsse. Mayrs Resümee: "Die Frage ist, ob eine Obus-Verländerung immer das beste Mittel ist - oder ob vielleicht besser der bestehende Dieselbus - der in Zukunft einmal ein batteriebetriebener Elektrobus sein könnte - verstärkt werden sollte." Als Ergebnis setzte Mayr eine Arbeitsgruppe auf Beamtenebene unter Leitung von Landesbaudirektor Christian Nagl ein. Sie habe den Auftrag, bis Ende Jänner 2017 eine Erstdiagnose zu liefern - "und etwa zu analysieren, ob es gescheit ist, 4,5 Millionen Euro in die Verlängerung des Obusses nach Grödig zu investieren", betonte Mayr.

Niemand will Verlängerung des Obusses nach Grödig zahlen

Ein - wenn auch negatives Ergebnis - habe es am Montag schon gegeben, räumt Mayr ein: "Weder die Stadt Salzburg noch die Salzburg AG wollen die Obus-Verlängerung nach Grödig zahlen. Das ist klar herausgekommen. Die Marktgemeinde Grödig allein wird das aber auch nicht schaffen." Das Land sei unter Umständen bereit, hier teilweise einspringen, betonte der Verkehrslandesrat: "Aber nur, wenn das die beste Lösung ist." Der Ball liegt derzeit aber beim Grödiger Bürgermeister Richard Hemetsberger (parteifrei). Er müsse Partner für die Mitfinanzierung finden.

Landesrat will bis zu 1000 Park-&-Ride-Plätze schaffen

Auch über Park-&-Ride-Plätze wurde gesprochen: Offenbar werde die Stadt Salzburg, wie berichtet, schon Maßnahmen hinsichtlich der Parkraumbewirtschaftung treffen: Durch die Ausweitung der blauen Zonen sollen Pendler gezwungen werden, auf Öffis umzusteigen. Mayr betont, dass es im Gegenzug wichtig sei, möglichst viele Park-&-Ride-Plätze zu schaffen. Sein Ziel: "Ich will 2017 mindestens 700 solcher neuen Parkplätze schaffen. Wenn es guten Willen gibt, können es auch 1000 sein." Die müssten aber auch eine gewisse Qualität haben - also auch E-Ladestationen, Radabstellplätze und Radboxen inkludieren. Umsetzen müsse das der Salzburger Verkehrsverbund.

Mehr blaue Zonen beim Parken in der Stadt soll Pendler in Öffis bringen

Und welches Projekt lasse sich zeitlich am schnellsten realisieren? Mayr meint, am schnellsten spüre man wohl die Park-&-Ride-Plätze sowie die Neuregelung des Parkens in der Stadt. "Das hätte den schnellsten Effekt. Und beides müsste bis Ende 2017 möglich sein." Eine neue Obuslinie, wie etwa die vor dem Start stehende Linie 9, werde den Verkehr in der Stadt nicht schlagartig verbessern, räum Mayr ein. "as wir spüren werden, ist die Taktverdichtung bei der S 2 von Straßwalchen über den Hauptbahnhof nach Freilassing." Diese werde aber erst mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 wirksam werden.

Aber wie ist es nun? Wird Mayr "frisches" Geld des Landes für die vielen, gewünschen Verbesserungsmaßnahmen beim öffentlichen Verkehr auftreiben können? Auch hier hat der Landesrat nur teilweise gute Nachrichten: "Das Geld für die 700 Park-&-Ride-Plätze habe ich im Landesbudet drin - die 4,5 Millionen Euro für eine Verlängerung nach Grödig aber nicht."

Quelle: SN

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