Politik

Verlängerte Obus-Linien: Stadt Salzburg will Stau bekämpfen

Täglich pendeln 60.000 Menschen nach Salzburg. Derzeit stehen sie meist im Stau. Die Stadt Salzburg versucht nun, das zu ändern.

In die Arbeit fahren: Das schaut für viel Salzburger so aus. SN/robert ratzer
In die Arbeit fahren: Das schaut für viel Salzburger so aus.

In der Stadt Salzburg hat sich in den vergangenen Wochen die Verkehrssituation massiv verschärft. Dank mehrerer Baustellen führte oft schon ein kleiner Unfall zum totalen Zusammenbruch. Am Freitag demonstrierten Vertreter von SPÖ, ÖVP und Bürgerliste (die Grünen in der Stadt) ungewohnte Einigkeit und präsentierten ein Maßnahmenbündel, mit dem die Lage entschärft werden soll.

Das Paket dürfte der kleinste gemeinsame Nenner sein. Denn einschneidende Maßnahmen kommen in dem Papier nicht vor. Einer der Kernpunkte ist die Nutzung der 7.000 Stellplätze beim Messezentrum als Park-and-Ride-Plätze an 300 Tagen im Jahr, also außerhalb der Messezeiten. Dazu soll dort die nötige Infrastruktur errichtet werden. Außerdem soll die Buslinie 8 bis dorthin verlängert werden, wodurch der Park-and-Ride-Platz mit zwei Buslinien mit der Innenstadt verbunden wäre. Für die notwendige Verlängerung der Oberleitung um 400 Meter wird die Stadt einen Investitionszuschuss von knapp einer halben Million zur Verfügung stellen.

Weiters soll die Linie 3 bis zur Landstraße verlängert werden. Dann könnten viele Pendler aus dem Norden bereits dort in den Stadtbus Richtung Itzling oder Innenstadt umsteigen. Auch hier wird die Stadt einen Investitionszuschuss leisten, und zwar in der Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Salzburg AG wird bis zu neun Doppelgelenkbusse anschaffen, mit denen die Kapazität vor allem in der Früh- und Nachmittagsspitze ausgeweitet werden soll. Zudem wird es ab Juli 2017 wieder das Jahres-City-Ticket um 365 Euro geben, was der Stadt einen Zuschuss von 300.000 Euro wert ist. Und auch an der Finanzierung eines Niederflur-Waggons für die Lokalbahn wird sie sich beteiligen.

Eine neue Musterlinie

Und mittelfristig sollen die Linie 2 zu einer Musterlinie ausgebaut und eine Handvoll Busspuren verlängert werden sowie ein zweiter Musterkorridor nach Mattsee entstehen. Ein solcher wird schon seit über zwei Jahren zum Wolfgangsee geplant, ist aber immer noch nicht realisiert. "Wir haben unsere Vorarbeiten schon vor einem Jahr abgeschlossen", ortet Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) die Verzögerungen beim Land Salzburg.

Einig waren sich Schaden, Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste, die Grünen in der Stadt) heute, dass ein Schulterschluss mit dem Land und den Umlandgemeinden unerlässlich sei. Die heute präsentierten Maßnahmen seien jene Schritte, die die Stadt autonom entscheiden könne, sagte Schaden. Er kündigte aber nun Gespräche mit dem Land an, und zwar "in der Chefetage". Also nicht mit Verkehrs-Landesrat Hans Mayr (parteifrei) alleine, sondern mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Finanzreferenten Christian Stöckl (beide ÖVP). Mayr wird übrigens am Montag seine Vorstellungen zur Lösung der Verkehrsmisere präsentieren.

Quelle: SN, Apa

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