Politik

Das Bifie wird ins Bildungsministerium eingegliedert und bleibt in Salzburg

Die Änderung tritt mit 1. Juli 2020 in Kraft und soll einen rascheren Datenfluss zwischen Forschung, Ministerium und Schulen bringen. Erstmals sollen Individualdaten der Schüler als direkte Rückmeldungen an die Schulen und Lehrer fließen.

Angela Weilguny leitet das Bifie – das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulsystems. Es bekommt nicht nur einen neuen Namen (IQS – Institut für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen), sondern wird mit Juli 2020 auch ins Bildungsministerium eingegliedert. SN/Stefanie Schenker
Angela Weilguny leitet das Bifie – das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulsystems. Es bekommt nicht nur einen neuen Namen (IQS – Institut für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen), sondern wird mit Juli 2020 auch ins Bildungsministerium eingegliedert.

Aus dem Bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulsystems) wird das IQS (Institut für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen). Und: Es wird organisatorisch neu aufgestellt: Das neue IQS wird künftig als nachgeordnete Dienststelle des Bildungsministeriums geführt.

Sie erwarte sich dadurch zum einen mehr Attraktivität als Arbeitgeber für junge Forscher, die sich in der Bildungsforschung spezialisieren wollen und zum anderen auch mehr Akzeptanz für die Leistungsmessungen durch das Institut an den einzelnen Schulstandorten, sagt Bifie-Direktorin Angela Weilguny. Bisher sei die Arbeit des Bifie dort teils als "störend" empfunden worden.

Froh über die Entscheidung ist Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP): "140 hochwertige Arbeitsplätze bleiben mit dieser Lösung in Salzburg erhalten." Und der von Bildungsminister Heinz Faßmann vorgelegte Entwurf für das Bifie, das nun zum IQS wird, zeige, dass es "sehr wohl möglich" sei, auch Bundesstellen in den Bundesländern zu halten. Einen großen Schritt weiter sei man außerdem auch beim Bildungsinvestitionsgesetz gekommen. Die finanziellen Mittel für die schulische Nachmittagsbetreuung seien damit bis 2022 sichergestellt.

Bifie-Direktorin Angela Weilguny im Video-Interview über die Änderungen beim Bifie:

Mit der Umwandlung des Bifie ins IQS und der Eingliederung ins Bildungsministerium könnten die vom Institut erhobenen Bildungsdaten schneller und unmittelbarer an das Ministerium übermittelt und damit auch rascher in die Qualitätssicherung des Bildungsministeriums einfließen, sagte Faßmann am Donnerstag in Salzburg. Bisher stelle der Datenschutz eine Hürde dar.

Dabei geht es auch um Mikrodaten der Schüler - sie sollen "vernünftig anonymisiert" künftig nicht nur dem Ministerium, sondern auch den Schulen und den Lehrern zur Verfügung gestellt werden. "Damit erhält der Lehrer zu individuellen Schülern auch individuelle Rückmeldungen und kann erkennen, welcher Schüler in welchem Fach welche Förderung benötigt - etwa, weil er besonders schwach oder auch besondere Fähigkeiten darin besitzt", schildert Weilguny.

Dazu will das neue IQS auch neue, sogenannte adaptive Testformate erstellen. "Wir wollen unser Know-how stärker und unmittelbarer ins Bildungssystem einbringen ", kündigt Weilguny an. Den neuen Namen ihres Instituts empfindet sie als "stimmig". Er stehe für die Kernkompetenz des Instituts, und das sei die Qualitätssicherung im Bildungssystem. "Der Name ist auch Programm", ergänzte Faßmann.

Quelle: SN

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