Politik

Video: Wirtschaftsallianz aus Bayern und Salzburg für Flughafen

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur haben am Mittwoch auf die Bedeutung des Salzburger Flughafens hingewiesen, und ein Gespräch auf Kanzler-Ebene gefordert.

Wenn Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) für eine Pressekonferenz ein 17-köpfiges Podium zusammentrommelt, muss es ein großes Thema sein: Anlass war der Entwurf zur deutschen "Anflug"-Verordnung für Salzburg, die de facto das Aus für den Flughafen bedeuten würde. Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will damit die bayerischen Anrainer vom Fluglärm des Airports schützen. Wird diese Verordnung tatsächlich erlassen, dürfen Instrumentenanflüge über deutschem Hoheitsgebiet nur mehr in besonderen Fällen durchgeführt werden. Als Alternative bleibt der Anflug aus Süden, für den aber viele Flugzeuge nicht ausgerüstet und viele Piloten nicht geschult sind. "Der Südanflug ist höchst problematisch, zahlreiche Airlines sagen, wir machen das nicht", sagte heute Schaden.Auch Schaden für Kanzler-Gespräche Zumindest die Hälfte der Maschinen könnten den Airport W. A. Mozart sofort nicht mehr anfliegen, erläuterte heute Martin Floss, der stellvertretende Vorsitzende im Aufsichtsrat. Schaden weiß von Fluggesellschaften, die aufgrund der Diskussion "schon überlegen, diese Verbindung zu kappen". Wie zahlreiche andere Sprecher am Podium forderte der Bürgermeister ein Gespräch auf Kanzler-Ebene. Denn vom angekündigten Treffen der Verkehrsminister erwarte er nicht mehr sehr viel: "Ramsauer hat sich so einzementiert, dass er da ohne Gesichtsverlust gar nicht mehr rauskommt."

Und auch in einen möglichen Ministerwechsel in Deutschland im Zuge der Regierungsbildung setzt er keine großen Hoffnungen, weil er befürchtet, dass sich die Causa bereits verselbstständigt haben könnte. "Wir heben das nicht mehr, jetzt kann es nur ein Machtwort (von Kanzlerin Angela Merkel, Anm.) auf deutscher Ebene geben, jetzt müssen die Chefs ran", so Schaden.

Heinz Schaden im Interview:

Verordnung trifft ganz ÖsterreichVon der Verordnung wäre nicht nur der Zentralraum Salzburg betroffen, sondern ganz Österreich, warnte Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (ÖVP). "Das ist kein kleines regionales Problem, das ist ein nationales Problem." Mödlhammer, er ist Bürgermeister der Salzburger Umlandgemeinde Hallwang, verlangte ebenfalls ein Gespräch der Regierungschefs. Zudem forderte er ein klares Bekenntnis der Bayern in der Euregio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein ein. "Es muss auch Druck auf bayerischer Seite geben."

Salzburger Festspiele, Porsche Holding, Palfinger, Schmittenhöhe, und wie sie alle heißen, die Flaggschiffe des Bundeslandes: Zahlreiche Vertreter dieser Einrichtungen wiesen heute auf die zentrale Bedeutung des Flughafens für ihr Unternehmen oder ihre Region hin. Der Skitourismus stehe im internationalen Wettbewerb, der Airport sei ein wichtiger Faktor, betonte etwa Schmittenhöhe-Chef Erich Egger, der auch Vorstand des Tourismusverbandes Zell am See ist. 1,2 Mio. Übernachtungen im Winter seien auf den Flughafen zurückzuführen. Und Arbeiterkammer-Direktor Gerhard Schmidt zitierte aus einer Studie, wonach 7.000 Arbeitsplätze in Salzburg unmittelbar mit dem Airport zusammenhängen würden. Der Flughafen löse im Land ein Umsatzvolumen von einer Milliarde Euro aus.

Quelle: APA

Aufgerufen am 25.09.2018 um 01:42 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/video-wirtschaftsallianz-aus-bayern-und-salzburg-fuer-flughafen-4216783

Schlagzeilen