Politik

Von der Schwierigkeit, Frauen für die Politik zu gewinnen

Die ÖVP verteidigt in Wals-Siezenheim die absolute Mehrheit. Am Mittwochabend präsentierte Bürgermeister Joachim Maislinger sein Team. Er ist stolz, dass sich sechs Frauen auf den ersten 19 Plätzen "seiner" Liste finden.

Die ÖVP in Wals-Siezenheim ist am Mittwochabend beim Walserwirt in den Wahlkampf für den 10. März gestartet. Besonders stolz ist Bürgermeister Joachim "Jock" Maislinger, dass er viele Frauen für die Politik gewinnen konnte. "Auf den ersten 19 Plätzen kandidieren bei uns sechs Frauen." Die Liste mit 50 Personen führen Joachim Maislinger und Vizebürgermeister Andreas Hasenöhrl sowie Vizebürgermeisterin Romana Riedl an. Die weiteren Frauen folgen auf Position 6, 10, 13, 15 und 19.

"Es war nicht einfach, geeignete Kandidatinnen zu finden"

Bürgermeister Maislinger: "Es war nicht einfach, geeignete Kandidatinnen zu finden. Das Argument gegen ein Engagement in der Gemeindestube war immer, die Doppel- und Dreifachbelastung mit Familie und Beruf. Jetzt haben wir aber ein starkes Team gefunden." Das Ziel: "Wir wollen unsere 15 Mandate halten - und eventuell sogar stärker werden."

"Jock" Maislinger gegen "Edi" Jost um das Bürgermeisteramt

Bei den Wahlen 2014 errang die Partei 15 von 25 Mandaten. Maislinger setzte sich bei der Bürgermeisterwahl im ersten Durchgang mit 69,2 Prozent der Stimmen durch - gegen Alois Nußbaumer (FPÖ, 11,9 Prozent), Eduard "Edi" Jost (SPÖ, 10,1 Prozent) und Ernst Offner (Grüne, 8,8 Prozent). Die Stärkeverhältnisse der Gemeindestube: 15 Mandate ÖVP, vier FPÖ sowie je drei SPÖ und Grüne. Am 10. März stellen sich nur Maislinger und Jost der Direktwahl. In der Gemeindevertretungswahl treten neben der ÖVP und der SPÖ auch die Grünen, die FPÖ und die FPS an.

"Unser Traumziel wäre, die ÖVP-Absolute zu brechen"

Hinter Gemeinderat Edi Jost kandidiert GV Liselotte Leikermoser auf der zweite Stelle. Auf der Liste mit 50 Personen finden sich je 50 Prozent Frauen und Männer. Jost gesteht aber ein, dass es ihm nicht gelungen sei, eine neue Frau an wählbarer Stelle auf die Liste zu bringen. "Das redet sich leicht. Aber eine Frau zu finden, die den großen Zeitaufwand für die Politik zusätzlich auf sich nimmt, ist extrem schwierig." Und das Wahlziel? "Wir wollen auf jeden Fall stärker werden - mindestens um ein Mandat. Ein Traumziel wäre, dass wir die absolute Mehrheit der ÖVP brechen."

"Wir hatten keine Probleme, neue Kandidatinnen zu finden"

GR Ernst Offner und GV Günter Kickinger: Bei den Grünen geht das bewährte Duo erneut in die Wahl, das seit 1994 in der Gemeindepolitik aktiv ist. Dahinter folgen Karin Brandstetter und Claudia Danler. Auf den ersten zehn Plätzen finden sich fünf Frauen und fünf Männer. Offner hatte offenbar kein Problem, Frauen für die Politik zu begeistern: "Zeitweise hat es sogar so ausgeschaut, als ob wir mehr Frauen als Männer auf der Liste haben werden." In Summe stehen 18 Kandidaten auf der Liste. Das große Ziel der Grünen für den 10. März ist, die Absolute der ÖVP zu brechen. "Auf jeden Fall wollen wir aber stärker werden."

"Wir sind personell und thematisch bestens aufgestellt"

Als Listenerster für die FPÖ tritt Michael Steiner in den Ring: "Wir sind mit unserer Liste nicht nur zufrieden, sondern wissen, dass wir personell und thematisch bestens aufgestellt sind." An der zweiten Position kandidiert Alois Nußbaumer vor Alexander Placzek. Die erste Frau findet sich mit Bettina Rooshahnl auf Listenplatz fünf. "Wir wollen auf jeden Fall stärker in der Gemeinde vertreten sein. Das Ziel sind sechs Mandate," heißt es.

Quelle: SN

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