Politik

Was tun gegen Gewalt an Salzburgs Schulen?

Zum Thema tagte am Donnerstag im Chiemseehof eine Expertenrunde. Bis November werden von den Direktorensprechern geleitete Arbeitsgruppen Vorschläge erarbeiten.

Die Salzburger Bildungslandesrätin Maria Hutter (ÖVP) lud am Donnerstag zu einem runden Tisch zum Thema Gewalt an Schulen. Im Chiemseehof versammelten sich Bildungsdirektor Rudolf Mair sowie Vertreter von Lehrern, Eltern und Schülern. Mit am Tisch saßen die Sprecher der Schuldirektoren, Träger von Schulsozialarbeit, Beratungslehrer, Experten aus den Reihen der Polizei sowie Vertreter des Jugendamtes und der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Sie habe nicht wegen eines bestimmten Anlassfalles zu der Runde geladen, sondern um abzuklären, "wo wir beim Thema Gewalt in Salzburg in den einzelnen Schultypen stehen", erklärt Hutter. Vor allem in der Prävention laufe vieles sehr gut, "an einigen Rädchen müssen wir aber noch drehen". Wo Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen nötig sind, soll bis November in Arbeitsgruppen geklärt werden. Die Direktorenvertreter der einzelnen Schultypen werden die Gruppen leiten und je nach Bedarf entscheiden, wen sie dazu einladen. Am Ende soll für alle Schultypen ein Maßnahmenpaket auf dem Tisch liegen.

In der Runde habe sich gezeigt, dass körperliche Übergriffe an Salzburger Schulen nicht das Thema seien, sagt Bildungsdirektor Mair. "Es ist aber deutlich geworden, dass psychische Gewalt durch Cybermobbing und verbale Gewalt einen großen Platz einnehmen." Es gehe hier auch stark um Wertevermittlung. "Gewalt ist kein schulisches Thema, vielmehr werden soziale und gesellschaftliche Konflikte in die Schule hineingetragen." Die Schulen müssten präventiv gut aufgestellt sein, damit es erst gar nicht zu einer Eskalation komme.

Ziel müsse sein, den Lehrern den Rücken zu stärken, sagt Hutter. Sie müssten so ausgebildet werden, das sie mit der Lebensrealität an den Schulen umgehen könnten. "Das funktioniert nur mehr Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich." Man müsse den Lehrern geeignete Werkzeuge in Form von klaren Handlungsanweisungen an die Hand geben.

In der Runde sei der Wunsch nach mehr pädagogischen Möglichkeiten im Umgang mit problematischen Schülern laut geworden. Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren.

"Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg", betont Hutter im Hinblick auf den Vorschlag des Wiener Bildungsdirektors Heinrich Himmer. Er hatte nach dem kürzlich publik gewordenen Fall von Gewalt an einer HTL in Wien-Ottakring dreimonatige Probeverträge für Lehrer vorgeschlagen, um Schüler vor überfordertem Lehrpersonal zu schützen.

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