Politik

Weniger Fachausdrücke und Floskeln: Wie Amtsdeutsch verständlich wird

Klartext statt Fachchinesisch: Das Projekt "Klare Worte" will Amtsdeutsch aus den Briefen der Ämter verbannen.

Wer Post vom Amt bekommt, muss diese oft mehrmals lesen - ist sie oft gespickt mit Fachjargon und komplizierten Formulierungen. Das ändert sich in der Stadt Salzburg: Die Schriftstücke des Jugendamts wurden bereits in eine leicht lesbare Sprache übersetzt. Bis Jahresende sollen alle Ämter ihre Schreiben umformuliert haben. Das Projekt "Klare Worte" hat Erfolg: Auch das Land plant nun die Übernahme der Mustertexte.

Wie die Texte umgeschrieben wurden

Zum leichteren Verständnis wurden beispielsweise beim Jugendamt Fachausdrücke näher erklärt, Passivsätze und gewohnte Floskeln werden nicht mehr verwendet."Da sind einige Schreiben sogar länger, aber trotzdem verständlicher geworden", erklärt Jugendamtsleiterin Heidi Moser.

Die Mitarbeiter der Ämter seien für die Menschen da, nicht zum Erklären komplizierter Schriftstücke: "Der neue Umgang mit den Texten hat dazu geführt, dass wir merkbar weniger Rückfragen erhalten. Das ist eine echte Arbeitserleichterung und bringt mehr Zeit im Umgang mit den Menschen", sagt Sozial-Vizebürgermeisterin und Initiatorin des Projekts Anja Hagenauer. Momentan werden die Schreiben von Sozialamt und Senioreneinrichtungen umformuliert. Jene des Wohnungsamtes werden bald folgen.

Beispiele für leicht lesbare Texte

Früher schrieb das Jugendamt: "Sie werden gebeten uns einen Nachweis darüber zu erbringen, ob das oben genannte Kind in Ausbildung steht oder erwerbstätig ist oder auf sonstige Weise Einkommen erzielt (beispielsweise durch Bezüge von einer Sozialversicherungsanstalt oder dem AMS)."

Heute steht in dem Brief: "Sie bekommen Unterhalt für das Kind [Name]. Das Kind ist wegen seines Alters nicht mehr schulpflichtig. Darum prüft das Jugendamt, ob [Name d.Kindes]

  • noch die Schule besucht oder
  • eine andere Ausbildung macht oder
  • ein eigenes Einkommen hat."
Quelle: SN

Aufgerufen am 20.11.2018 um 07:04 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/weniger-fachausdruecke-und-floskeln-wie-amtsdeutsch-verstaendlich-wird-1174492

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