Politik

Wenn vom Traumjob nur noch der große Frust bleibt

Der Lehrerjob ist kein Beruf, sondern Berufung. Dieser Satz mag für viele Junglehrer wenige Tage vor dem Start in das neue Schuljahr wie der blanke Hohn klingen.

Der Salzburger Dominik Itzlinger etwa hat vor vier Jahren seinen sicheren Bürojob aufgegeben, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen, der da wäre, Volksschulkinder zu unterrichten. Nun steht er da, um eine Ausbildung reicher, aber ohne Job. Die Aussichten darauf sind eher mau. Und das, obwohl er als Mann und Quereinsteiger im Volksschulbereich doch eigentlich der perfekte Kandidat sein müsste.

Die Realität sieht anders aus. Seit Jahren verlassen mehr Volksschullehrer die Pädagogische Hochschule, als an Salzburgs Grundschulen gebraucht werden - Pensionierungswelle hin oder her.

Jetzt könnte man sagen: Selbst schuld. Schließlich wussten die angehenden Pädagogen schon zu Beginn ihrer Ausbildung, dass die Jobaussichten nicht gerade rosig sind.

Doch diese Sichtweise ist zu simpel. In kaum einem anderen Beruf ist Idealismus und besagte Berufung wichtiger als bei der Arbeit mit Kindern. Und davon müssen Studenten mit Blick auf die schlechten Jobchancen jede Menge mitbringen. Genau das wünschen wir Eltern uns für unseren Nachwuchs: Pädagogen, die mit Leib und Seele unterrichten, denen es nicht nur um bequeme Arbeitszeiten geht.

Die Tatsache, dass der Weg zur Anstellung als Volksschullehrer derzeit alles andere als kurz und geradlinig ist, mag für die Betroffenen frustrierend sein. Dennoch kann man ihnen und uns nur wünschen, dass sie durchhalten. Um nach ein, zwei Jahren Wartezeit und Überbrückungsjobs doch noch irgendwann in ihrem Traumjob zu landen.

Aufgerufen am 25.09.2018 um 01:10 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/wenn-vom-traumjob-nur-noch-der-grosse-frust-bleibt-17108695

Schlagzeilen