Politik

Werbetürme sorgen in Salzburger Gemeinden für viel Wirbel

Aktuell wird in Straßwalchen um einen 17 Meter hohen Werbe-Pylon von Hofer prozessiert. Nun ist beim Tauern-Outlet in Eben der nächste Streit ausgebrochen. Die meisten Pylone stehen aber in Wals.

Der Ebener Bürgermeister Herbert Farmer hofft, dass beim Streit um die zwei geplanten Pylonen beim Tauern-Outlet doch noch eine Einigung erzielt werden kann.  SN/franz taferner
Der Ebener Bürgermeister Herbert Farmer hofft, dass beim Streit um die zwei geplanten Pylonen beim Tauern-Outlet doch noch eine Einigung erzielt werden kann.

Noch ist der Streit um den 17-Meter-Werbepylon des Diskonters Hofer in Straßwalchen am Köcheln: Denn die Gemeinde wurde mit der Höhenangabe von 17.000 Millimeter überrumpelt und hat nachträglich einen Abrissbescheid erlassen. Diesen will Hofer vor Gericht bekämpfen.

Jetzt wurde bekannt, dass auch in Eben im Pongau um einen Werbeturm gestritten wird. Beantragt hat den Pylon Martin Braun: Der Freilassinger Unternehmer ("Schuh Braun") betreibt in Österreich und Deutschland fünf Outletcenter. Auch beim Tauern-Outlet in Eben, das 2016 eröffnet wurde, ist er Haupteigentümer.

Braun ist aktuell auf die Bezirkshauptmannschaft (BH) St. Johann aber nicht gut zu sprechen: Denn er befürchtet, dass sein Antrag auf Errichtung von zwei Werbepylonen vor dem Outlet negativ beschieden wird.

Seine Kritik: "Das Land sollte nicht ein Outlet genehmigen, wenn man nicht gleichzeitig den Pylon mitgenehmigt." Denn ein Outletcenter an der Autobahn, das niemand sehe, werde nicht besucht.

"Das hätte Millionen gekostet"

Ein Problem an der Causa ist, dass das Outlet in zweiter Reihe an der A10 liegt und daher aufgrund des umliegenden Waldes nur schwer zu sehen ist. Braun hegte daher zunächst den Plan, einen 76 Meter hohen Pylon zu errichten, hat die Idee aber wieder verworfen: "Das hätte Millionen gekostet. Und ich bin dagegen, dass dafür Wald gerodet wird."

Also hat sich der Unternehmer zwei Miet-Standorte auf Flächen direkt an der A10 gesichert. Hier müssten die Pylone nur mehr 22 Meter (in Richtung Villach) bzw. 13 Meter (in Richtung Salzburg) hoch werden.

Kürzlich hat Braun einen Mitarbeiter zur BH entsandt; dieser habe folgende mündliche Auskunft erhalten: "Der höhere Pylone sei genehmigungsfähig, der niedrigere nicht." Sein Verdacht: "Abgelehnt wird er, weil sich die St. Johanner Händler aufgeregt haben, weil sie das Outlet nicht mögen. Da hat sich die BH unter Druck setzen lassen."

Bezirkshauptmann weist Vorwürfe zurück

Das verneint Bezirkshauptmann Harald Wimmer entschieden: "Bei mir und der zuständigen Sachbearbeiterin hat niemand interveniert." Außerdem laufe das Ermittlungsverfahren noch und es sei noch nichts entschieden - auch, weil noch Unterlagen vom Einschreiter fehlten. Erst wenn diese vorlägen könne der Verkehrstechnik-Sachverständige sein Gutachten schreiben.

Wimmer betont aber die Beispielwirkung: "Wenn ich bei einem Unternehmen zum Pylon ja sage, muss ich das bei gleichartigen anderen Fällen auch tun." Mittlerweile seien Pylone, Plakate und Hinweistafeln an Straßen zu einem sehr heiklen Thema geworden: "Die Gesetze können wir nicht biegen." Denn laut Straßenverkehrsordnung dürfe durch einen Pylon der Verkehr nicht beeinträchtigt und niemand abgelenkt werden.

Der Ebener Bgm. Herbert Farmer (ÖVP) ist um Ausgleich bemüht, befürwortet das Anliegen Brauns aber: "Das Tauern-Outlet ist sehr wichtig für die Gemeinde. Derzeit arbeiten da knapp 50 Leute. Im Endausbau sollen es bis zu 100 sein." Das gehe nur, wenn das Outlet über eine ordentliche Beschilderung gut zu finden sei.

Farmer verspricht: "Es wird mit den Pylonen nur das Outletcenter an sich beworben und keine einzelne Firma. Es wäre daher werbemäßig keine Konkurrenz zum örtlichen Handel." Bisher habe es eine sehr konstruktive Zusammenarbeit mit der ASFINAG und der BH gegeben. Farmer hofft auf eine Lösung bei einem Gespräch am 19. September.

Viele Ansuchen für Werbetürme in Wals

In Wals-Siezenheim ist Bgm. Joachim Maislinger (ÖVP) laufend mit Ansuchen für neue Werbeeinrichtungen konfrontiert: "Wir haben ungefähr zehn genehmigte Pylone im Gemeindegebiet. Darüber bin ich gar nicht glücklich." Maislinger, der seit 2013 im Amt ist, fährt hier aber einen strikten Kurs: "Wir lehnen weitere Ansuchen ab - aus Ortsbildschutzgründen. Es ist aber schwierig, dass das noch greift, wenn die Gemeinde schon andere in der Vergangenheit genehmigt hat." Bei einer LED-Werbetafel beim Kasernen-Kreisverkehr, die die Gemeinde abgelehnt habe, "hat der Antragsteller mittlerweile sogar den Verwaltungsgerichtshof angerufen".


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