Politik

Widerstand gegen neue Bezirkshauptstadt im Flachgau

Pläne des Landes, die Flachgauer Bezirkshauptmannschaft nach Seekirchen zu verlegen, stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Die Gemeinde Lamprechtshausen zum Beispiel besteht auf der BH in der Stadt Salzburg - aus Verkehrsgründen.

Seekirchen SN/robert ratzer
Seekirchen

Die Absicht der Salzburger Landesregierung, die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung nach Seekirchen zu übersiedeln, ruft nun Gegner auf den Plan. Schon vor Jahren hatten etliche Flachgauer Gemeinden Beschlüsse gegen dieses Langzeitprojekt gefasst. Ihre Hauptsorge: Viele Orte haben nach Seekirchen deutlich schlechtere Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln als in die Landeshauptstadt.

Die Gemeindevertretung von Lamprechtshausen hat am Montagabend einhellig - also auch mit den Stimmen der Landeshauptmann-Partei ÖVP - einen von den Freien Demokraten eingebrachten Antrag beschlossen. Demnach spricht sich Lamprechtshausen für die Beibehaltung des Standortes der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung in der Stadt Salzburg aus. "Dieser erfreulicherweise einstimmige Beschluss wird der Landesregierung übermittelt", sagt Vizebürgermeisterin Marina Kaltenegger (FDL). "Speziell die drastische Verschlechterung beim öffentlichen Verkehr würde auch auf viele andere Flachgauer Gemeinden treffen."

Bereits in den Jahren 2001 und 2015 hatte die Gemeindevertretung von Lamprechtshausen einstimmig beschlossen, dass die BH in Salzburg bleiben soll. Seekirchen sei, so Kaltenegger, vom nördlichen Flachgau mit Bus oder Bahn nur schwer zu erreichen. "Lange Fahrten mit Umwegen über die Stadt Salzburg wären die Folge. Mit der Lokalbahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln besitzen viele Gemeinden eine ideale Anbindung an die Landeshauptstadt", heißt es in dem Antrag. Nicht jeder Bürger habe ein eigenes Auto. Und mit der Umsiedelung der BH nach Seekirchen würde sicher kein Anreiz geschaffen, Autos zu Hause stehen zu lassen. Außerdem habe sich der Bezirk auch ohne eigene Hauptstadt bisher sehr dynamisch entwickelt.

ÖVP-Bürgermeisterin Andrea Pabinger begründet die Zustimmung ihrer Fraktion auch damit, dass der Beschluss 2015 ebenfalls einstimmig war. Eine Entscheidung des Landes für Seekirchen trage sie aber mit, weil eine BH-Außenstelle in der Stadt verbleiben würde. Und viele Mitarbeiter aus dem mittleren und östlichen Flachgau hätten nach Seekirchen weniger weit. Pabinger: "Es muss für die Bürger und für die Bediensteten passen."


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