Politik

Wildnisgebiet Sulzbachtäler: "Freies Wegerecht muss bleiben"

Es ist noch nichts beschlossen. Das letzte Wort hat die Landesregierung. Dennoch gehen die Wogen hoch.

Die Wegefreiheit, auch Richtung Großvenediger, werde nicht eingeschränkt. Das verspricht Nationalparkdirektor Wolfgang Urban.  SN/sw, kreidl
Die Wegefreiheit, auch Richtung Großvenediger, werde nicht eingeschränkt. Das verspricht Nationalparkdirektor Wolfgang Urban.

Stein des Anstoßes ist das "Wildnisgebiet Sulzbachtäler. Es umfasst etwa 9000 Hektar. Für den Grundankauf wurden 5,7 Mill. Euro ausgegeben. Von Land, Bund und EU. Alpinisten, vor allem Bergführer und Mineraliensammler, fürchten massive Einschränkungen.

Kritik kommt jetzt vom Oberpinzgauer SPÖ-Landtagsabgeordneten Karl Schmidlechner. Viele in der Region würden grobe Einschränkungen des freien Wegerechtes befürchten. Das Vorgehen der Landesregierung widerspreche der lokalen Nationalpark-Idee. Seit Entstehung des Nationalparks, sei im Zentrum gestanden Bedürfnisse des Nationalparks, von Mensch und Natur, unter einen Hut zu bringen. Jetzt werde "ohne öffentliche Diskussion über die Menschen hinweg entschieden. Die SPÖ lehne das ab.

Auch der Naturschutzsprecher der FPÖ, Hermann Stöllner, übt Kritik an einer "Einschränkung der Wegefreiheit, die der Nationalpark immer zugesichert hat."

Es gebe im geplanten Wildnisgebiet nur drei Gipfel mit markierten Wegen. "Den Keeskogel, eine Variante zum Großvenediger und eine zum Großen Geiger über das Obersulzbachtörl." Dagegen stünden hingegen "knapp 30 Gipfeltouren, die nicht mehr möglich wären."

"Mehr an Basisdemokratie und Kontrolle geht fast nicht mehr"

Der Direktor des Nationalparks Hohe Tauern, Wolfgang Urban, lässt Vorwürfe von Intransparenz nicht gelten. Vor allem: "Die Wegefreiheit bleibt bestehen." Im einer Sitzung von Beirat und Kuratorium des Salzburger Nationalparkfonds sei das Thema eingehend diskutiert worden. "Es war nicht das erste Mal die Rede von einer Ausweisung und Erweiterung des Sonderschutzgebietes." Der kritisierte Textvorschlag sei mit 10.10. 2016 allen Mitgliedern der zwei Gremien zugegangen, am 25.10. beraten und einstimmig beschlossen worden. "Mehr an Basisdemokratie, Einbindung und Kontrolle geht fast nicht mehr."

Die Nationalparkidee stütze sich weltweit und nach dem Salzburger Nationalparkgesetz auf zwei Säulen: "Erstens großflächige Naturlandschaften zu schützen und kommenden Generationen erhalten, zweitens einem möglichst großen Kreis an Menschen ein eindrucksvolles Naturerlebnis zu ermöglichen. In beides haben wir viel investiert und haben noch viel vor. Ein Aussperren von Besucherinnen und Besuchern wäre widersinnig und es würde dann ja auch kein Nationalpark mehr sein."

Am Dienstag gibt es nun noch einmal Gespräche zwischen Nationalparkverwaltung und dem Alpenverein. Am Abend in Bramberg ein "informelles" Gespräch zu dem Mineraliensammler luden. Brigitte Slupetzky, Landesvorsitzende des ÖAV: "Ich werde dort sein und hoffe, dass mich auch Direktor Urban begleitet."

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