Politik

Zu teuer: Preuner stoppt Kreativzentrum Rauchmühle

ÖVP und SPÖ kritisieren die auf 21 Millionen Euro angestiegenen Kosten und ziehen die Notbremse.

Die Stadt wird das alte Mühlhaus und den Silos auf dem Areal der Rauchmühle in Salzburg-Lehen nun doch nicht kaufen. Das geplante Kreativzentrum kommt nicht.  SN/stefanie schenker
Die Stadt wird das alte Mühlhaus und den Silos auf dem Areal der Rauchmühle in Salzburg-Lehen nun doch nicht kaufen. Das geplante Kreativzentrum kommt nicht.

Das "Offene Kreativzentrum" auf dem Areal der Rauchmühle in Salzburg-Lehen war als Leuchtturmprojekt der Stadt für kreative Startups und die freie Kulturszene gedacht, auch der Bachchor sollte dort Proberäume erhalten. Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) stoppte das Projekt am Freitag: "Die nun bekannt gewordene erneute Kostensteigerung auf bis zu 21 Millionen Euro ist für mich als Finanzreferent völlig inakzeptabel. Das ist viel zu teuer." Deshalb habe er die Notbremse gezogen. "Das Offene Kreativzentrum kommt in der geplanten Form nicht."

Eigenltich wollte die Stadt das Mühlhaus und den Silo kaufen und umbauen. Ein erster Grundsatzbeschluss vom 14. Dezember 2017 hatte Gesamtkosten von 11,9 Mill. Euro vorgesehen. Dem nächsten Beschluss vom 11. April 2018 lag eine von der Stadt Salzburg Immobilien Gesellschaft SIG angestellte Kostenschätzung in Höhe von 14,7 Mill. Euro zu Grunde (inkl. Grundankauf). Die nun bekannt gewordene weitere Schätzung weist laut Preuner eine neuerliche Kostensteigerung um knapp 4,5 Mill. Euro auf 19,1 Mill. Euro auf. Bedenke man die Schwankungsbreite komme man auf bis zu 21 Mill. Euro.

Er habe Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) und Stadträtin Martina Berthold (Bürgerliste) informiert, teilte Preuner per Aussendung mit. SPÖ und Bürgerliste hatten 2018 den Beschluss für den Ankauf und den Umbau der Rauchmühle mitgetragen.
Festgehalten wurde demnach, dass diese Kostensteigerung für die Stadt Salzburg nicht akzeptabel sei und sie daher das Projekt "Offenes Kreativzentrum Rauchmühle" nicht mehr weiter verfolge. Der Projektbetreiber Prisma will nun das Projekt eigenständig in Richtung Startups und Kreativwirtschaft weiter entwickeln.

Preuner verständigte sich mit Auinger darauf, dass ein Teil der durch die Beendigung des Projektes Rauchmühle frei werdenden Budgetmittel für die freie Kultur- und Tanzszene bzw. für das städtische Bildungsbauprogramm verwendet wird. Das Land Salzburg wurde über den Schritt der Stadt Salzburg informiert. An der Suche nach einer Lösung für den Bachchor wird sich die Stadt beteiligen.

Bisher sind der Stadt Salzburg Kosten von 115.000 Euro entstanden. Einige Abrechnungen (431.000 Euro) sind noch offen. Es werden Gespräche mit Prisma geführt, welche Planungen übernommen werden können.

Bürgerliste kritisiert Aus für Kreativzentrum

Es sei bedauerlich, dass ÖVP und SPÖ das Projekt kurzerhand gestrichen hätten, betont Gemeinderat Markus Grüner-Musil, Kultursprecher der Bürgerliste. Noch vor wenigen Tagen hätte sich Preuner und Auinger mit ihrer Unterschrift unter dem Parteienübereinkommen dazu bekannt, das Projekt Rauchmühle umzusetzen.

Die Bürgerliste verstehe die Problematik der Finanzierung. "Es braucht jetzt gemeinsame Lösungen und Kompromisse, sowohl was das Gebäude betrifft als auch die Nutzungen." Als Kulturreferent müsse Auinger nun Lösungen liefern.

Musik, Theater und Tanz bräuchten dringend Raum für Proben und Produktionen. Seit 2014 werde der freien professionellen Kulturszene im Theater- und Tanzbereich eine Lösung in Aussicht gestellt. Aktuell hätten 44 Gruppen und Kompanien Bedarf nach Proberäumen. Auch renommierten Einrichtungen wie der Salzburger Bachchor, die junge Philharmonie oder der Salzburger Chorverband bräuchten dringend Platz.

Der dringende Bedarf an Probenräumen für Initiativen der freien Szene, speziell für Tanz, Theater und Chöre, werde auch ausdrücklich im gültigen Kulturleitbild der Stadt Salzburg zum Ausdruck gebracht. "Das Kreativzentrum Rauchmühle war und ist die einzige Perspektive um dieses dringende Problem zu lösen." Das Herz der Rauchmühle müsse in seiner Substanz erhalten bleiben und als offenes Stadtzentrum genutzt werden. Die Stadt müsse sicherstellen, dass eine andere Nutzung nur unter der Bedingung erfolgen dürfe, dass dieses einzigartige Ensemble in seiner Charakteristik erhalten bleibe.


Quelle: SN

Aufgerufen am 23.05.2019 um 08:54 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/zu-teuer-preuner-stoppt-kreativzentrum-rauchmuehle-70368514

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