Politik

Zufrieden sein kann man nie

Seit 2014 ist Anja Hagenauer Vizebürgermeisterin der Stadt Salzburg. Sie ist für Soziales zuständig und gilt als Expertin für Integration und Diversität.

Anja Hagenauer will unbedingt noch viel für die Stadt weiterbringen und wird 2019 wieder kandidieren.  SN/sw/ricky knoll
Anja Hagenauer will unbedingt noch viel für die Stadt weiterbringen und wird 2019 wieder kandidieren.


Redaktion: Sie haben unlängst bei einer Nachtschicht im Seniorenheim mitgearbeitet. Welche Schlüsse haben Sie daraus gezogen?
Anja Hagenauer: Grundsätzlich sind wir gut aufgestellt, aber wir müssen nachbessern. Z. B. bis 22 Uhr muss beim Dienst unbedingt jemand zusätzlich da sein, denn bis dorthin ist es sehr wohl hektisch. Im Normalfall macht eine Nachtkraft dann ihre Runden und da tut sich nicht so viel, weil die Leute ja schlafen. Aber natürlich kann immer etwas Außergewöhnliches passieren und da kann sie jemanden zu Hilfe holen. Wenn ein Bewohner, eine Bewohnerin sehr schwer krank ist, sollte von vornherein jemand zusätzlich angefordert werden.

Immer wieder wird fehlendes Personal beklagt. Welche Rahmenbedingungen müssen Sie da nun als Ressortzuständige schaffen?
Nicht bei den diplomierten Kräften fehlen die Leute, sondern in der Pflegeassistenz. Da kämpfen alle, Personal zu bekommen, weil die Salzburger Landeskliniken alles absaugen. Ich kreide das dem Land immer wieder an, weil das Land insgesamt für die Pflege zuständig ist. In der Stadt startet im Jänner die Ausbildung für die Assistenz, unsere eigenen Seniorenhelfer können so eine zusätzliche Qualifikation erhalten. Darüber hinaus verhandeln wir mit der Personalvertretung ein eigenes Gehaltsschema, damit die Leute eine adäquate Bezahlung bekommen.

Welche Themen werden die Salzburger in Zukunft bewegen?
40 Prozent der Salzburger sind über 60 Jahre alt. Das heißt nicht, dass alle pflegebedürftig sind, aber die Stadt muss seniorengerechter werden, um die Lebensqualität zu steigern. Ich denke z. B. an ein Schrannen-Shuttle von den Seniorenheimen, das wollen wir ab Jänner testen. Oder ab 60 das Gastessen in Seniorenhäusern gegen Anmeldung.

Haben Sie in der aktuellen Funktionsperiode alle Ihre Vorhaben umsetzen können und was fehlt noch?
Zufrieden zurücklehnen geht ohnehin nie, aber ich bin froh, einiges weitergebracht zu haben, wie etwa das Thema Demenz öffentlich zu machen. Bei der Integration und im Jugendbereich gelang auch einiges, aber es gibt immer noch viel zu tun. Und Ideen hab ich viele.

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