Politik

Zukunft der Jugendzentren ungewiss: Iglu startete Online-Petition

Die Erzdiözese Salzburg meldete im vergangenen Jahr einen Sparkurs an. Getroffen hat es unter anderem das Jugendzentrum Iglu. Dort weiß man immer noch nicht, wie es im kommenden Jahr weitergehen soll. Es fehlen 70.000 Euro.

Das Jugendzentrum Iglu ist eine Anlaufstelle für Jugendliche zwischen elf und zweiundzwanzig Jahren. Das Durchschnittsalter ist vierzehn. SN/sw/boschner
Das Jugendzentrum Iglu ist eine Anlaufstelle für Jugendliche zwischen elf und zweiundzwanzig Jahren. Das Durchschnittsalter ist vierzehn.

Wie es mit dem Jugendzentrum Iglu weitergeht, steht noch in den Sternen. Der bisherige Träger - die Erzdiözese Salzburg - wird die Kosten der Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in der Haydnstraße in Salzburg nicht mehr decken.

Als im Vorjahr die Kirche einen rigorosen Sparkurs verkündete, war der Aufschrei groß. Fünf Millionen Euro müssen eingespart werden. Das Jugendzentrum Iglu solle deshalb künftig nicht mehr mit 150.000 Euro finanziert werden, sondern nur mehr mit 75.000 Euro. Damit stand dessen Überleben auf dem Spiel. Land, Stadt und Katholische Aktion halfen schließlich aus: Die Stadt verdoppelt die Fördersumme auf 40.000 Euro, das Land erhöht die Förderungen um 10.000 Euro auf 30.000 Euro, die Katholische Aktion leistete einen Beitrag von 40.000 Euro.

Für das kommende Jahr fehlen 70.000 Euro

Doch dabei handelte es sich ausschließlich um Überbrückungszahlungen. Für das kommende Jahr fehlen weiterhin 70.000 Euro, die das Jugendzentrum brauche, um alle Personalkosten zu decken. Eine Online-Petition soll nun helfen, eine Einigung mit Kirche, Stadt und Land Salzburg zu finden und die weitere Finanzierung zu sichern, sagt Peter Ruhmannseder, Obmann des Vereins Iglu. Simon Ebner, Generalsekretär der Katholischen Aktion, versichert, dass das Jugendzentrum keinesfalls vor dem Aus stehe. "Bisher hat die Erzdiözese den Löwenanteil getragen. Das Angebot des Jugendzentrums ist aber auch stark im öffentlichen Interesse." Da liege es auf der Hand, dass Stadt und Land auch die Fördersumme erhöhten.

Iglu-Vereinsobmann Peter Ruhmannseder betont, dass das Jugendzentrum sehr wohl auch kirchliche Arbeit leiste. "Wir verstehen uns als Einrichtung der Kirche an den Rändern. Wir arbeiten dort, wo die Kirche normalerweise nicht hinkommt." Auch Firmkurse fänden regelmäßig in den Räumen des Jugendzentrums statt.

Auch das Jugendzentrum Yoco ist betroffen

Doch nicht nur das Jugendzentrum Iglu ist von den Sparmaßnahmen der Kirche betroffen. Auch für das Yoco gibt es noch keine Einigung, nachdem die Erzdiözese verkündete, dass dieses nicht mehr den bisherigen Standort in der Gstättengasse nutzen könne. "Noch wissen wir nicht, wann und ob wir das Gebäude räumen müssen", sagt Bengt Beier von der Katholischen Jugend. "Im Gespräch ist, ob wir den Standort mit einer zweiten Einrichtung der Erzdiözese teilen können." Sollte es jedoch zu keiner Einigung kommen, drohe dem Jugendzentrum die Schließung. Eine Verlagerung an einen anderen Standort hat für Beier wenig Sinn. "Wir wissen aus der Vergangenheit, dass eine neue Adresse einem Neustart gleicht."

Stadträtin Anja Hagenauer (SPÖ) sieht die Einsparmaßnahmen der Kirche im Bereich der Jugendzentren als "Zeichen, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr im Mittelpunkt stehen". Hagenauer kritisiert, dass Besucherinnen und Besucher des Salzburger Doms künftig Eintritt zahlen müssen, das Budget der Jugendzentren jedoch gekürzt wird. "Ich finde es wahnsinnig bedauerlich, dass die Kirche da solche Signale setzt."

Anna Boschner

Aufgerufen am 25.10.2021 um 11:15 auf https://www.sn.at/salzburg/politik/zukunft-der-jugendzentren-ungewiss-iglu-startete-online-petition-106578064

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