Salzburg

Salzburger im Paradies der Unternehmer

Dreißig Prozent Zuwachsraten. Von solchen Zahlen träumt jeder Firmenchef. Cornelius Geislinger hat sie. Sein Werk in Südkorea boomt.

Salzburger im Paradies der Unternehmer SN/heinz bayer
Besuch in der koreanischen Produktionsstätte der Hallwanger Firma Geislinger. Firmenchef Cornelius Geislinger (l.) zeigt LH Wilfried Haslauer das Werk. 


Das Unternehmen aus Hallwang spielt global in der ersten Liga. Von dort aus, wo derzeit Zukunft passiert, nämlich in Südkorea. Busan ist nach der Hauptstadt Seoul die zweitgrößte Stadt in Südkorea. Busan ist eine Boomtown. Die Stadt hat über 3,5 Millionen Einwohner. Sie entwickelt sich rapid. Hier ist auch die Daewoo-Werft angesiedelt. In ihrem Trockendock, dem größten der Welt, wird im Schichtbetrieb gearbeitet. Die Firmenphilosophie lautet: "Wir wollen die Besten der Welt sein." 47.000 Menschen sind hier beschäftigt. Ein "Nachbar" in diesem Paradies für Unternehmer ist die Firma Geislinger.

Das Salzburger Unternehmen hat sich im Bereich von Drehschwingungsdämpfern und hochdämpfenden Kupplungen spezialisiert. Die kommen bei Diesel- und Gasmotoren für Großanlagen zum Einsatz. Bei Schiffen ebenso wie bei Kraftwerken oder Windturbinen, Muldenkippern und Baggern. An mehreren Standorten beschäftigt Geislinger 630 Mitarbeiter. 540 sind es in Österreich. Seit 1999 ist Geislinger in Battle Creek in den USA, seit 2004 in Suzhou (China) vertreten. Vor eineinhalb Jahren kam Busan dazu. 25 Mitarbeiter sind hier derzeit beschäftigt. Es werden wohl bald mehr werden.

Die Rahmenbedingungen für Firmen sind, wie erwähnt, paradiesisch. Wer ein gewisses Investment vornimmt, bekommt den Grund für seinen Standort gratis und zahlt in den ersten fünf Jahren keine Steuern. Die Lohnkosten liegen bei der Hälfte jener in Österreich. Für Sondertransporte werden jede Nacht von 1 bis 4 Uhr die Autobahnen gesperrt. Und Behördenverfahren sind in einer Woche abgeschlossen. Geislinger: "In Österreich dauert es bis zu 22 Monate und länger." Beim Besuch einer Salzburg-Delegation unter Leitung von LH Wilfried Haslauer (ÖVP) und WK-Präsident Konrad Steindl sprach Geislinger diese langen Verfahrensdauern sehr deutlich an.

Ein weiteres Salzburger Unternehmen, die Firma Zellmetall Engineering Plastics aus Kaprun, hat in Korea zwar keinen eigenen Standort. Im Geschäft ist man trotzdem gut - über sogenannte Tier1-Partner. Auch mit dem Weltkonzern Samsung. Nick Kraguljac von Zellmetall: "Wir beliefern diese Tier1-Partner mit Rohstoffen. Die stellen wiederum für große Unternehmen wie eben Samsung Spezialanfertigungen her." Jetzt tun sich neue Möglichkeiten auf. Kraguljac empfindet es geradezu als Geschenk des Himmels, dass er den Vizechef von Samsung, Bum-Coo Cho, persönlich kennenlernte. Das geschah im Rahmen eines Besuchs einer Wirtschaftsdelegation in der Samsung-Zentrale. "Wir haben ein sehr positives persönliches Gespräch geführt. Ich erstelle jetzt eine Liste all jener Bereiche, in denen wir Samsung bereits beliefern. Für weitere Gespräche und Geschäftsfelder ist also die Basis gelegt."

LH Wilfried Haslauer (ÖVP) und WK-Chef Konrad Steindl zogen ein positive Bilanz der Reise nach Südkorea. Auch wenn Steindl während der Besichtigung der gigantischen Daewoo-Reederei an die Zeit erinnerte, als Europa noch führend war: "Früher wurden diese Schiffe in Hamburg oder in Holland gebaut."

Wilfried Haslauer meinte, der Aufbruch in Südkorea biete Salzburg Chancen. "Auch im Tourismus. Da bleiben wir sicher am Ball." Heuer kamen die meisten asiatischen Besucher Salzburgs aus Korea. Laut Statistik Austria lagen die Ankünfte aus Südkorea im ersten Halbjahr 2014 bei über 29.000 Personen - weit über jenen aus Japan und China.

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