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SN-Wahltour: Die Kandidaten zur Bürgermeisterwahl diskutieren in Hallein

Das Rennen um den Bürgermeistersessel in Hallein ist eröffnet und es verspricht spannend zu werden. Heute Abend präsentieren sich die SpitzenkandidatInnen in der SN-Wahldiskussion im Stadtkino Hallein. Um 19 Uhr geht es los, der Eintritt ist frei.

Mit Verkehrsminister Norbert Hofer als "Stargast" lud die Halleiner FPÖ am Mittwochabend (nach Redaktionsschluss) ins Kolpinghaus, am kommenden Freitag bittet die ÖVP ihre Mitglieder zum Wahlkampfauftakt in den Freysitz. Schon am Samstag hatte dagegen die SPÖ Hallein im AK-Saal den Wahlkampf mit kämpferischen Ansagen eröffnet: "Kein Stil, kein Herz, keine Visionen", attestiert SPÖ-Spitzenkandidat Alexander Stangassinger der ÖVP-Mehrheit in der Gemeindevertretung und will "gegen den Stillstand und gegen die Freunderlwirtschaft da oben" antreten.

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"Zirka 100 Kinderbetreuungsplätze zusätzlich wären nötig"

Der 51-jährige Logistikleiter und MACO-Betriebsrat ist seit 2009 Gemeindevertreter. 2014 wurde er Gemeinderat, 2017 Zweiter Vizebürgermeister. Er will vor allem mehr leistbare Kinderbetreuungsplätze schaffen ("Zirka 100 wären nötig") sowie mehr günstigen Wohnraum ("Es gibt großen Handlungsbedarf bei den stadteigenen Wohnungen und im sozialen Wohnbau"). Ebenfalls auf seiner Agenda stehen ein Gesamtverkehrskonzept ("Es braucht ein besseres Parkplatzkonzept und eine bessere Öffi-Verbindung der Stadtteile"), mehr Freizeitangebot, mehr Stadtpolizei und der Ausbau des Grund- und Hochwasserschutzes vor allem in Rif und Rehhof sowie eine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung im Krankenhaus.

"Was uns von den anderen unterscheidet, ist der Fokus auf stabile Finanzen"

Wie Stangassinger ist auch ÖVP-Amtsinhaber Maximilian Klappacher ein "alter Hase" der Stadtpolitik: Er sitzt seit 1993 in der Gemeindevertretung, von 1999 bis 2018 war er Raumplanungsstadtrat und zwischenzeitlich auch Klubobmann, bevor ihn die ÖVP 2018 als Bürgermeisterkandidaten zum Vize- und dann zum Bürgermeister kürte. Er will sich auf jene Themen konzentrieren, die ihn jetzt schon im Bürgermeisteralltag beschäftigen, "vor allem Kinderbetreuung mit großen Projekten wie dem Schulzentrum Neualm und Kinderbetreuung in der ehemaligen Almbach-Arena; ein neues Mobilitätskonzept; das Raumordnungskonzept, da steckt wahnsinnig viel drin, vom Wohnen bis zum Umgang mit dem Grünland; der Wirtschaftsstandort mit Arbeitsplätzen; und auch der Dürrnberg ist uns ganz wichtig, den wollen wir nicht nur sichern, sondern sogar ausbauen". Vor allem aber stünde die ÖVP für stabile Finanzen, betont Klappacher: "Das ist es, denke ich, was uns von den anderen unterscheidet, dass wir keine Neuverschuldung wollen."

"Das ,An-einem-Strang-Ziehen' vermisse ich in der Stadtgemeinde"

Die grüne Bürgermeisterkandidatin und Landtagsabgeordnete Kimbie Humer-Vogl will für den öffentlichen Verkehr, den Umweltschutz und die Kinderbetreuung Geld in die Hand nehmen. "Jede Investition in die Kinderbetreuung - von der Krabbelgruppe bis zur Nachmittagsbetreuung - ist eine Investition in unsere Zukunft", sagt Humer-Vogl. Beim Thema Umweltschutz will Humer-Vogl die Bevölkerung stärker einbinden. "Wir brauchen mehr Photovoltaik und begrünte Dächer. Man könnte aber auch die Weihnachtsbeleuchtung eine Woche früher abdrehen." Den öffentlichen Verkehr will sie vor allem in Richtung Rif und Rehhof verbessern. Darüber hinaus fordert sie die Erweiterung der geplanten Salzburger Regionalstadtbahn bis nach Hallein. "Eine Trasse dafür wäre bereits reserviert. Die S-Bahn fährt ja nicht nach Rif." In der Halleiner Stadtpolitik wünscht sie sich mehr konstruktives Miteinander. "Das ,An-einem-Strang-Ziehen' vermisse ich in der Stadtgemeinde noch etwas. Das ist im Landtag anders", sagt Humer-Vogl. Sie selbst hofft, in die Stichwahl um das höchste Amt in der Stadt zu kommen. "Als Fraktion wollen wir stärker werden."

"ÖVP-Alleinherrschaft beenden, dann ist ein neuer Stil möglich"

Fünf Hauptpunkte hat FPÖ-Kandidat Peter Mitterlechner auf seiner Agenda. "Als ersten Schritt gilt es, die ÖVP-Alleinherrschaft zu beenden. Dann ist ein neuer Stil möglich", sagt der Quereinsteiger. Als Stadtchef würde er das Amt bürgerfreundlicher machen. "Das Gemeindeamt soll ein Servicecenter für alle werden, in dem man sich nicht als Bittsteller fühlt." Beim Thema leistbares Wohnen denkt er daran, eine stadteigene Immobilienentwicklungsgesellschaft zu gründen. "Es gibt zu wenige Sozialwohnungen. Wenn nötig, muss der Wohnbau für Halleiner von der Stadt ausgehen", so Mitterlechner. Die peripheren Stadtteile will der 55-jährige Elektrobetriebstechniker ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. "Diese Stadtteile brauchen eine bessere Infrastruktur. Dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen." Nicht zuletzt will Mitterlechner die Stadtpolizei um fünf Personen aufstocken und Fahrradpolizisten einsetzen. "Die Stadtpolizei muss präsenter sein, um das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken." Sein persönliches Wahlziel: Die Stichwahl erreichen und 20 Prozent für die Partei.

"In der Stadtpolitik endlich ein Miteinander schaffen"

Ein unbeschriebenes Blatt in der Halleiner Stadtpolitik ist auch NEOS-Bürgermeisterkandidatin Anita Eisenmann. Sollte sie Stadtchefin werden, will sie Krabbelgruppen- und Kindergartenplätze schaffen. "Speziell der Mangel an Kinderbetreuungsplätzen in Rif ist erschreckend", sagt Eisenmann. Handlungsbedarf ortet sie auch an den Schulen. "Den Lehrern fehlt es an Unterstützung. Das Mobbing-Problem an den Schulen ist schlimm." In der Ferienbetreuung gebe es ebenfalls "Luft nach oben", Gleiches gelte für das Freizeitangebot für die Jugend. "Die hängen oft irgendwo herum, weil es keine Angebote gibt", sagt Eisenmann. Großen Wert legt auch sie auf leistbares Wohnen. Sie kann sich vorstellen, für in Not geratene Bürger die Müll- und Kanalgebühren zu senken. Als ihr oberstes Anliegen bezeichnet Eisenmann, "in der Stadtpolitik endlich ein Miteinander zu schaffen". Neben ihrem persönlichen Ziel - der Stichwahl fürs Bürgermeisteramt - hofft sie auf mindestens zwei Mandate für NEOS.

M. Petry/T. Strübler

SN-Wahltour in Hallein:

Die BürgermeisterkandidatInnen der antretenden Parteien auf dem Podium:

Maximilian Klappacher (ÖVP)
Alexander Stangassinger (SPÖ)
Anita Eisenmann
(NEOS)
Kimbie Humer-Vogl
(Grüne)
Peter Mitterlechner
(FPÖ)

Moderation:
Hermann Fröschl (SN),
Heinz Bayer (SVH)

Stadttheater/-kino Hallein,
19 Uhr, Eintritt frei.

Aufgerufen am 17.02.2019 um 01:53 auf https://www.sn.at/salzburg/wahl-2019/sn-wahltour-die-kandidaten-zur-buergermeisterwahl-diskutieren-in-hallein-65324323

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