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Wahl 2019

SN-Wahltour in Bad Hofgastein: Kinderbetreuung und Ärzte sind die dringendsten Anliegen

Zum Auftakt der Wahltour der Salzburger Nachrichten und der Salzburger Woche kamen am Montagabend mehr als 400 Besucher in den Bad Hofgasteiner Kursaal. Kinderbetreuung, Tourismus und Zweitwohnsitze, Wohnkosten, Bauland und Hochwasserschutz, Busverbindungen sowie die ärztliche Versorgung waren einige der bestimmenden Themen.

Die Bürgermeisterwahl am 10. März in der 7000-Einwohner-Gemeinde verspricht große Spannung und auch in der Gemeindevertretung werden die Karten neu gemischt. Es wird jedenfalls ein neues Gemeindeoberhaupt geben, weil der amtierende Bürgermeister Fritz Zettinig (ÖVP) nicht mehr zur Wahl antritt. Der 70-Jährige ist seit 2009 Ortschef. Zwei Kandidaten und eine Kandidatin bewerben sich um seine Nachfolge: SPÖ-Vizebürgermeister Hans Freiberger, ÖVP-Gemeinderat Markus Viehauser und die Quereinsteigerin Michaela Hütteneder-Estermann von der neuen Liste Gemeinsam für Bad Hofgastein (GfBH). Allein schon das Antreten dieser neuen Bürgerliste wird wohl auch die Kräfteverhältnisse in der Gemeindevertretung verändern. Derzeit hält die ÖVP mit 13 Mandaten die absolute Mehrheit. Die SPÖ verfügt über zehn Sitze, die FPÖ über zwei Mandate. Der freiheitliche Spitzenkandidat Peter Kaiser kandidiert nicht für die Bürgermeisterwahl, sondern nur für die Gemeindevertretung.
Die Spitzenkandidatin der neuen Gruppierung sagt, Bad Hofgastein brauche eine überparteiliche Politik, fernab von persönlichen Interessen.


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Einigkeit beim Ausbau der Kinderbetreuung

Alle vier Kandidaten sprachen sich für den Ausbau der Kinderbetreuung aus. Der ÖVP-Kandidat sagte, dass man hauptsächlich mehr Flexibilisierung und eine Krabbelgruppe brauche. Der Neubau oder die Generalsanierung samt Ausbau des Kindergartens werde ein großes Projekt. Das Gebäude sei am Ende seiner Lebensdauer. SPÖ-Vize Freiberger betonte, dass alle Kinder untergekommen seien - dank Tagesmüttern. Ein Kindergartenneubau mit mindestens zwölf Gruppen in Holzbauweise sei seine Präferenz. "Für mich kommt eine Sanierung nicht in Frage, das kostet zu viel Geld." Michaela Hütteneder-Estermann kritisierte, dass seit Jahren nichts geschehen sei. "Das Problem wurde vor sich hergeschoben." Der Mangel an Kinderbetreuungsplätzen und an Flexibilisierung sei ein Hauptgrund für ihr politisches Engagement. Ein Neubau erscheine ihr als einzig sinnvolle Möglichkeit, aber es gebe noch nicht einmal ein Grundstück. FPÖ-Vertreter Peter Kaiser betonte, dass die Gemeinde schon Rücklagen für das Vorhaben gebildet habe, "das wird kommen".

Auftakt für die SN-Wahltour in Bad Hofgastein am Montagabend mit allen vier Kandidaten auf dem Podium.  SN/zak
Auftakt für die SN-Wahltour in Bad Hofgastein am Montagabend mit allen vier Kandidaten auf dem Podium.

Zweitwohnsitze als "heikles Thema"

Die im Tourismus sehr erfolgreiche Marktgemeinde zieht auch viele Zweitwohnsitze an. Es gibt davon schon rund 2300. "Ein sehr heikles Thema bei uns", sagte Peter Kaiser. Die Grundstücke würden durch diese Entwicklung sehr teuer. Der Nachweis von Zweitwohnsitzen sei sehr schwierig. Die GfBH-Vertreterin erklärte, es dürfe keine neuen Zweitwohnsitze geben. Das Wohnen in Bad Hofgastein werde immer teurer. Es gebe nun stärkere rechtliche Instrumentarien gegen Zweitwohnsitze. "Diese sind zu nützen." Hans Freiberger sagte: "Wir sind eine Zweitwohnsitz-Beschränkungsgemeinde." Aber ganz verteufeln dürfe man diese Bewohner nicht. "Die kaufen ein." Vom Land solle mehr Unterstützung kommen. Der ÖVP-Gemeinderat stellte fest, dass es auch viele Nebenwohnsitze gebe, zum Beispiel von Hofgasteinern, die auswärts studieren. Die Gemeinde lasse derzeit keine echten Zweitwohnsitze mehr zu, außer in Ausnahmen in sehr schwer zu verwertenden Immobilien.

Debatte über Hochwasserschutz

Zum Thema Hochwasserschutz mahnte die FPÖ Gespräche mit Grundeigentümern ein, damit das Projekt vorangetrieben werden könne, denn das Land werde die Förderungen nicht ewig bereithalten. Die Liste "Gemeinsam" bekennt sich ebenfalls zum Hochwasserschutzprojekt, aber nicht zu den geplanten hohen Mauern und Dämmen. "Wir wollen ja ein schöner Tourismusort bleiben, der die Gäste anzieht." Es herrsche Stillstand nach zehn Jahren ÖVP-Politik, "das ist schon ein bisschen mühsam".
Die SPÖ kritisierte ebenfalls Versäumnisse der ÖVP im Hochwasserschutz, "das Land ist deshalb auf uns sauer, ein bedauerlicher Stillstand". Freiberger sprach sich für eine Renaturierung ohne Dämme und Mauern beim Kurpark aus. In äußeren Bereichen werde es nicht ohne Verbauungen gehen. Die ÖVP appellierte, das Projekt seriös zu betrachten. Ohne Dämme und Mauern werde es nicht gehen, erklärte Viehauser. Es müsse eine Genossenschaft der Interessenten gegründet werden, sonst sei eine Finanzierung nicht möglich. "Der Hochwasserschutz ist die Siedlungsgrenze für 100 oder 200 Jahre. Wenn das noch ein, zwei Jahre dauert, ist das durchaus legitim."

Gemeinde bemüht sich um ein Ärztezentrum

Ein weiteres Thema, das den Bürgerinnen und Bürgern in Bad Hofgastein offenbar unter den Nägeln brennt, wie mehrere Wortmeldungen zeigten, ist der Mangel an Fachärzten und die Überlastung der Hausärtzte. Die Gemeinde möchte ein Ärztezentrum, das Synergien mit dem Kurzentrum nutzen könnte. So will man versuchen, junge Ärzte in das Gasteinertal zu bringen. Die Gemeinde hat schon Ausgaben für die Planung sowie jährliche Rücklagen für das Projekt vorgesehen.
Besonders krass ist der Mangel an Zahnärzten.

Für das gesamte Gasteinertal bleibt nach Pensionierungen nun nur mehr ein einziger Zahnarzt (in Bad Hofgastein) übrig. Die Patienten müssen zum Beispiel nach Taxenbach oder Schwarzach und St. Johann fahren. Bei Hausärzten fühlt sich Hofgastein noch einigermaßen gut versorgt (in der Gemeinde gibt es zwei). Aber ihre Belastung gerade in den touristischen Hochsaisonen ist enorm.

Aufgerufen am 31.10.2020 um 02:28 auf https://www.sn.at/salzburg/wahl-2019/sn-wahltour-in-bad-hofgastein-kinderbetreuung-und-aerzte-sind-die-dringendsten-anliegen-65198131

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