Salzburg

Welche Schätze Studierende in Salzburg finden

Platz im Hörsaal und greifbare Professoren - das ist in manchem Studium Luxus. An der Uni Salzburg gibt es Fächer, bei denen das so ist.

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„Die Verbindung von Theorie und Praxis eröffnet Berufschancen.„ (S. Puntscher Riekmann, Professorin)

Es muss nicht immer ein Massenstudium wie Kommunikationswissenschaften oder Psychologie in Salzburg sein:

In die Geschichte, Kultur, Literatur und Religion des Judentums können Studierende am Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte an der Kultur- und Geisteswissenschaftlichen Fakultät eintauchen. Dort ist Susanne Plietzsch Professorin für Judaistik. Sie studierte evangelische Theologie, hat ein Studienjahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem absolviert und wurde 2009 für Jüdische Studien habilitiert. Was sie an "ihrem" Masterstudium spannend findet? "Die Interdisziplinarität", antwortet die Wissenschafterin. Immerhin arbeite das Zentrum eng mit anderen Fächern zusammen, um Inhalte aus anderen Perspektiven zu sehen. Etwa: Wie gehen Historiker an Fragen des Judentums heran, wie machen Theologen das?

22 Studierende - mehr Frauen als Männer - sind in diesem Semester am Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte inskribiert. Voraussetzung, um hier studieren zu können, ist ein geeignetes Bachelorstudium. "Wir sind da sehr offen", sagt die Professorin, der Vielfalt gefällt. Studierende aller Konfessionen oder ohne Konfession sind willkommen. Interesse hätten auch Muslime schon bekundet - auf die erste Inskription wartet Plietzsch jedoch noch.

Wer sich für Naturwissenschaften interessiert, wird am Fachbereich "Chemie und Physik der Materialien" fündig. Dieser vertritt an der Universität Salzburg drei Studiengänge. Zum einen den Joint-Degree-Bachelorstudiengang Ingenieurwissenschaften (mit der TU München), aber auch die beiden Masterstudiengänge Joint Degree Master Materialwissenschaften (ebenso mit der TU München) und den internationalen Master Chemistry and Physics of Materials. Insgesamt befinden sich in allen Studiengängen momentan rund 150 Studierende.

Am Lehrplan stehen dann - je nach gewählter Richtung - die Grundlagen; danach baut man auf der zentralen Bedeutung neuer Werkstoffe für umweltverträgliche und moderne Anwendungen in der Energie-, Informations-, Verkehrs- und Medizintechnik auf.

Was können Studierende nach Abschluss in der Berufswelt erwarten? "Für die Bewältigung aktueller Herausforderungen in der Energie-, Medizin-, Umwelt-, Bau- und Verkehrstechnik haben sowohl die ingenieurwissenschaftlichen und materialwissenschaftlichen Kompetenzen zentrale Bedeutung", berichtet Professorin Nicola Hüsing. Die Anleitung zu selbstständigem experimentellen wissenschaftlichen Arbeiten befähige die Absolventinnen und Absolventen dazu, material- und verfahrensbezogen innovative Problemlösungen für nachhaltige Entwicklungen zu erarbeiten.

146 Studierende haben sich aktuell für ihr Studium am Salzburg Centre of European Union Studies auf der Edmundsburg entschieden. Leiterin ist Professorin Sonja Puntscher Riekmann. Der Master European Union Studies ist ein interdisziplinäres Studium der Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Das Studium führt in die EU-Institutionen und das EU-Recht ein und vermittelt grundlegendes Wissen über die Regeln und Dynamik der Wirtschafts- und Währungsunion. Der Unterricht ist großteils in englischer Sprache, die Studierenden erhalten auch entsprechende Sprachkurse.

Was die European Union Studies wertvoll macht? "Durch die Verbindung von Theorie und Praxis werden Studierende auf eine Vielzahl von Berufsmöglichkeiten in öffentlichen Institutionen auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene vorbereitet", argumentiert Puntscher Riekmann. "Durch unsere Austauschprogramme mit Universitäten in anderen Mitgliedsstaaten sammeln unsere Studierenden wichtige internationale Erfahrungen."

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