Wirtschaft

14 Salzburger Firmen setzen sich für die Umwelt ein

Das Land stellt die Umweltvorreiter vor: Darunter sind Blizzard, Steiner Haustechnik und ein 28-jähriger Mühlbacher, der das Hotel seiner Eltern übernehmen will.

Salzburg hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 ein klimaneutrales und energieautonomes Bundesland zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, suchten Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) und der Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg, Konrad Steindl, nach Vorreiterbetrieben. Zehn Unternehmen waren das Ziel, gemeldet haben sich aber deutlich mehr: 14 "Salzburg 2050 Partnerbetriebe" verpflichteten sich, mindestens zwei Maßnahmen umzusetzen. "Wir haben einen Branchenmix und Firmen aus Stadt und Land Salzburg", sagt Rössler.

Blizzard habe bereits in den vergangenen zwei Jahren 500.000 Euro in die Gebäudesanierung investiert, sagt Chef Helmut Exenberger. Nun wolle das Unternehmen eine Photovoltaik-Anlage mit 400 kWp auf dem Dach installieren - und das Dach gleichzeitig ersetzen. Mit 700.000 Euro rechnet Exenberger: Von Bund und Land wir die Photovoltaik-Anlage mit 15 Prozent gefördert, die Dachsanierung jedoch nicht. "Für uns ist die Investition dennoch wirtschaftlich sinnvoll und wir können ein Zeichen für die Umwelt setzen." 90 Prozent der Sonnenenergie verbrauche die Produktion selbst. Gänzlich auf herkömmliche Energie verzichten könne Blizzard aber nicht. "Die Produktion ist zu stromintensiv."

Bis zu 60 Prozent der Innovationskosten werden gefördert

Exenberger arbeitet schon seit Jahren mit dem Umweltservice des Landes und Geschäftsführerin Sabine Wolfsgruber zusammen. Wolfsgruber und ihr Team führen 420 Beratungen im Jahr durch. Die Investitionen der Firmen könnten mit 30 bis zu 60 Prozent gefördert werden. Dazu komme die Unterstützung bei den Beratungen: Die Hälfte bis Dreiviertel der Kosten übernehme das Land und der Bund.

Die Beratung ist in Module organisiert. Das erste ist der Basischeck, den Andreas Koller gerade abgeschlossen hat. Der 28-Jährige übernimmt im Jänner das Bike & Snow Gasthof Lederer in Mühlbach am Hochkönig. Der Juniorchef will das Haus thermisch sanieren. "Wir heizen sehr viel - und es geht alles raus. Das verursacht sehr hohe Kosten." Zudem will Koller das Gebäude um einen Stock erhöhen und darin einen Wellnessbereich und Zimmer einrichten. "Ich wollte mich vorher beraten, wie ich das am besten mache." Ein Experte sei bereits mit ihm durch den Betrieb gegangen. "Er fragte, wie die Gäste und die Mitarbeiter zu uns kommen, wie wir den Abfall trennen und warum wir an bestimmten Stellen keine Zeitschaltuhr anbringen." Demnächst bekommt der 28-Jährige einen ausführlichen Bericht über Verbesserungsmöglichkeiten.

Das kommende Jahr wird für Bernhard Zwielehner "epochal". Der Gesellschafter der Steiner Haustechnik baut in Siggerwiesen einen neuen Betriebsstandort auf. Für ihn war klar, dass er dabei Unterstützung braucht: "Ich verkaufe jeden Tag Toiletten. Das kann ich. Aber zu glauben, dass ich ganz allein einen neuen Standort errichten kann, ist eine Illusion." Zwielehner holte sich deshalb Hilfe vom Umweltservice, gemeinsam erstellten sie ein Mobilitätskonzept für die Mitarbeiter, die 30 Lkws, die 50 Pkws und die drei E-Autos der Firma. Zudem berechneten sie den Heizbedarf neu: "Wir verlegen in den Beton Heizungsrohre wie bei einer Fußbodenheizung. Das spart sehr viel Energie."

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