Wirtschaft

6000 Wohnungen stehen leer: Wie Salzburg das ändern könnte

In Salzburg gebe es 6000 Wohnungen, die leer stehen. Ein Grund dafür sei, dass viele Eigentümer vor einer Vermietung zurückschrecken, sagt Christian Struber von der Arge Eigenheim.

6000 Wohnungen stehen leer: Wie Salzburg das ändern könnte SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Michael Pech, Christian Struber, Herwig Pernsteiner und Alfred Graf von der Arge Eigenheim.

Ab Freitag findet in St. Wolfgang eine Expertenrunde zum sozialen Wohnbau statt. Christian Struber, Bundesobmann der ARGE Eigenheim, spricht zuvor die Themen an, die sie beschäftigen: Wohnen dürfe als Grundrecht der Menschen nicht zum Luxusgut mutieren.

Herr Struber, warum ist Wohnen in Salzburg so teuer?

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Ein wichtiger Schritt sei, das Wohnungsangebot zu vergrößern. 6000 Wohnungen stünden in Salzburg leer, während 4000 Menschen auf Wohnungssuche seien. Ein Teil der Leerstände sei zwar begründbar, etwa weil ein Lungauer seine Wohnung in der Stadt nur unter der Woche nütze, wenn er arbeite. Der Großteil wolle aber nicht vermieten, sagt Struber, "weil viele Eigentümer von schlechten Erfahrungen berichten." Wenn etwa ein Vermieter Eigenbedarf anmelde, müsse er seinen Mietern eine angemessene, neue Wohnung suchen. "Ein Kündigungsschutz von sechs Monaten erfüllt denselben Zweck: Es ist zumutbar in dieser Zeit eine entsprechende Wohnung zu finden", plädiert Struber dafür, Kündigungen von Mietverträgen zu vereinfachen.

Was passiert, wenn Salzburg es nicht schafft, leistbaren Wohnraum anzubieten?

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In Salzburg steigen die Grundstückspreise stark. Es sei immer schwieriger, Grundstücke zu finden, auf denen Wohnungen gebaut werden können. Struber spricht deshalb davon, dass vor allem die Stadt nachverdichtet werden muss: "In Wien ist in einem Haus etwa unten ein Supermarkt, in den ersten beiden Stöcken Büros und darüber Wohnungen." In Salzburg seien die Märkte meist einstöckig, im Zug von Umbauten könnte man da jedoch mit Wohnungen aufstocken. In Salzburg werde es deshalb künftig mehr Hochhäuser geben: "Das stört das Stadtbild nicht", sagt Struber. Der Freiraum Maxglan sei etwa die schönste Wohnanlage in Salzburg. Wenn man sich da noch ein Stockwerk dazudenke, störe das niemanden, "aber wir hätten 30 Wohnungen mehr." Man müsse aber freilich das richtige Maß finden. "Wenn ich von einem Balkon den Nachbarn den Kaffee hinüberreichen kann, ist es definitiv zu viel."

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