Wirtschaft

AK-Präsident fordert: Die Gastro muss umdenken

Wirte, die aufgrund des Personalmangels am Sonntag in Salzburg zusperren: Das liege an den Rahmenbedingungen, meint die Arbeiterkammer. Dort, wo Einkommen und Bedingungen stimmen, habe man auch keine Probleme.

Peter Eder sagt, die Lösungsvorschläge seien längst am Tisch. Sie würden aber nur halbherzig oder gar nicht umgesetzt.  SN/robert ratzer
Peter Eder sagt, die Lösungsvorschläge seien längst am Tisch. Sie würden aber nur halbherzig oder gar nicht umgesetzt.

Viele Wirte können am Sonntag nicht mehr aufsperren. Jüngstes Beispiel dafür sind die "Drei Hasen" in Salzburg-Maxglan - die SN berichteten. Grund dafür ist fehlendes Personal. In der Berufsgruppe Gaststättenköche waren im Juni 431 Stellen offen, unter den Kellnern werden 448 Fachkräfte gesucht.

Nun meldet sich auch AK-Präsident Peter Eder zu Wort. Seit Jahren beklage sich die Gastronomie über den Arbeitskräftemangel. Anstatt an langfristigen Lösungen zu arbeiten, hangle man sich von Saison zu Saison. "Lösungsvorschläge der Arbeiterkammer im Sinne der Beschäftigten - und letztendlich auch im Sinne der Betriebe - liegen schon lange auf dem Tisch, werden allerdings nicht oder nur halbherzig umgesetzt", sagt Eder. Die Drop-Out-Quote im Tourismus sei aus mehreren Gründen hoch. "Um die Beschäftigten langfristig zu halten, braucht es höhere Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten, die sich mit dem Familienleben vereinbaren lassen", sagt Eder. Der Mindestlohn müsse auf 1700 Euro angehoben werden. Außerdem brauche es eine Ganzjahresstrategie und einen stärkeren Ausbau der Kinderbetreuung.

Mit der Hoteliervereinigung gebe es eine gute Gesprächsbasis, sagt Eder. Allerdings stehe man erst am Beginn. "Dort, wo das Einkommen stimmt und bei den Arbeitszeiten auf die Wünsche der Mitarbeiter Rücksicht genommen wird, haben die Betriebe keine Probleme, Personal zu finden", sagt der AK-Präsident. Problematisch sei die Möglichkeit der 60-Stunden-Woche und die Verkürzung der Ruhezeiten im Tourismus auf acht Stunden. "Statt besser, werden die Arbeitsbedingungen härter."

Quelle: SN

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