Wirtschaft

Alle lieben Gummischlangen

Pommes, Eis und Gummizeugs verkauft sich am Lepi Kiosk am besten. Auch eine gesunde Ecke hat Pächter Christoph Marchhart installiert. Rund 5000 Besucher stürmen das Bad an einem sonnigen Tag.

Ruhe vor dem Sturm: An den Vormittagen steht Christoph Marchhart selbst im Kiosk, später am Tag übernehmen je nach Wetterlage zehn bis zwölf Studenten und Schüler das Ruder.  SN/sw/vips
Ruhe vor dem Sturm: An den Vormittagen steht Christoph Marchhart selbst im Kiosk, später am Tag übernehmen je nach Wetterlage zehn bis zwölf Studenten und Schüler das Ruder. 

Dienstag war der vermutlich anstrengendste Tag der Saison für Christoph Marchhart. Bei dem Aktionstag "Schule geht baden" stürmten die Schüler das Leopoldskroner Bad geradezu. Und damit den Lepi Kiosk. "Pommes, Eis und hitzebeständige Süßigkeiten aus Gelatine verkaufen sich am besten", sagt Marchhart, seit 2005 Pächter des Kiosk. Auf Backhendlsalat oder griechischen Salat aus der "gesunden Ecke" greifen die Badegäste eher selten zurück. Marchhart: "Da machen wir immer wieder einen Anlauf, aber Tatsache ist: Die Badegäste wollen das nicht." Der Ehemann und Vater zweier Kinder (10 und 12 Jahre) ist gelernter Koch/Kellner und tingelte beruflich auf dem Schiff durch die Welt, bevor er mit seinem Vater 2002 das Marchhart's zwischen Leopoldskroner Bad und Weiher eröffnete. Als der Senior nur zwei Jahre später auf dem Untersberg tödlich verunglückte, musste der 28-Jährige ins kalte Wasser springen und den Laden übernehmen.

Der läuft aktuell recht rund. War bis vor fünf Jahren der Kiosk die "Cash Cow", dreht sich der Spieß nun um und das Restaurant wirft mehr ab. Für Marchhart ist das von Vorteil, weil das Restaurant als Ganzjahresbetrieb im Vergleich zum wetterabhängigen Kiosk mehr Stabilität aufweist. Er selbst hat die Kochschürze an den Nagel gehängt und lässt heute einen Küchenchef an die Töpfe. Seiner Frau Karoline und ihm bleibt so mehr Zeit für die Gästebindung.


Das Marchhart's will ein Lokal für die Einheimischen sein

Vornehmlich wolle er ein Wirt für die Einheimischen sein, sagt Marchhart. Das Konzept scheint aufzugehen. Auf der Terrasse muss reservieren, wer zum Abendessen kommen mag. Was die Kulinarik angeht, hat Marchhart Erkenntnisse seiner Reisen, unter anderem nach Australien und Thailand, einfließen lassen. Inhaltlich setzt er auf Thai - Fisch - Steak. Die Steaks lässt der Salzburger Gastronom, anders als andere, bei sich nachreifen. Er schneidet sie auch selbst zu. Neben den klassischen Edelteilen fallen so mitunter butterweiche Stücke vom Schulterscherzerl (flat iron steaks) oder saftige, zum Grillen geeignete Bauchlappen (flap steaks) ab. Kräuter wie Lemon Grass, Koriander oder Thai Basilikum und Wurzeln wie Ingwer und Galgant lässt Marchhart sich regelmäßig frisch aus Thailand liefern. Ergo gilt: Wenn etwas auf der Karte als scharf gekennzeichnet ist, brennt es dann auch auf der Zunge.

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