Wirtschaft

Arbeiten im Sommer: Tipps für den Ferialjob

Viele Schüler entscheiden sich für ein Ferialprakikum, um ihr Taschengeld aufzubessern. Damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, finden Sie hier zehn Tipps.

Arbeiten im Sommer: Tipps für den Ferialjob SN/bernhard schreglmann

Ferialpraktikanten haben nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte. Die Expertin der Arbeiterkammer, Stephanie Posch, gibt den jungen Arbeitnehmern zehn Tipps.

1. Schriftlichen Vertrag abschließen

Darin sollen Tätigkeit, Arbeitszeit sowie Beginn und Ende der Beschäftigung und die Bezahlung festgehalten sein. Dauert der Ferialjob länger als ein Monat, muss der Arbeitgeber unaufgefordert einen Dienstzettel aushändigen. Keine Verzichtserklärungen unterschreiben! Wer voreilig falsche Arbeitszeitaufzeichnungen unterschreibt, könnte zum Beispiel um das Geld für geleistete Überstunden gebracht werden. Auch auf das Kleingedruckte achten!

2. Anspruch auf Ruhepausen:

Jugendliche unter 18 dürfen höchstens acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Von Jugendlichen dürfen keine Überstunden verlangt werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 4,5 Stunden haben Jugendliche Anspruch auf eine halbe Stunde unbezahlte Pause. Die wöchentliche Freizeit muss für Jugendliche zwei zusammenhängende Kalendertage betragen. Einer dieser Tage muss der Sonntag sein (Abweichungen und Ausnahmeregelungen sind möglich, besonders im Gastgewerbe).

3. Arbeitszeit aufzeichnen:

Das beste Mittel, um im Streitfall gewappnet zu sein! Unrichtige Arbeitszeiten nicht abzeichnen. Eine Vorlage findet sich auf der AK-Website.

4. Entlohnung:

Auch ein Ferienjob muss mindestens nach Kollektivvertrag bezahlt werden; anteilige Sonderzahlungen hängen ebenfalls vom Kollektivvertrag ab. Gibt es keinen Kollektivvertrag, steht eine angemessene Entlohnung zu. Darauf achten, dass auch geleistete Überstunden (mit einem Zuschlag von mindestens 50 Prozent) verrechnet wurden.

5. Kost und Quartier:

Auf freie Kost und Quartier gibt es grundsätzlich keinen Anspruch. Wenn dafür bezahlt werden muss, soll ein Abzugsbetrag vereinbart und im Arbeitsvertrag festgehalten werden. In einigen Kollektivverträgen gibt es Höchstwerte, die verlangt werden dürfen.

6. Anteiliger Urlaubsanspruch:

Ferialbeschäftige haben einen anteiligen Urlaubsanspruch - nach einem Monat sind das zwei Tage. Wer diesen nicht konsumiert, kann ihn sich als Urlaubsersatzleistung bar auszahlen lassen.

7. Abrechnung kontrollieren:

Auch beim Ferialjob ist ein Gehaltszettel Pflicht - gut checken und bei Unklarheiten von der AK kontrollieren lassen. Wurde zustehendes Entgelt nicht bezahlt, sollte es sofort per Einschreiben beim Arbeitgeber eingefordert werden.

8. Korrekt sozialversichert:

Ferialbeschäftige müssen bereits vor Ferialjob-Start vom Arbeitgeber bei der Gebietskrankenkasse angemeldet werden. Außerdem muss er ihnen eine Kopie der An- und Abmeldung aushändigen.

9. Steuer zurückholen:

Ferialbeschäftigte können sich die so genannte Negativsteuer vom Finanzamt zurückholen, wenn über das Jahr gerechnet weniger als 11.000 Euro verdient wurde. Das kann bis zu 400 Euro bringen.

10. Beraten lassen:

Die Experten der Jugendabteilung der AK Salzburg stehen allen Jugendlichen - telefonisch unter 0662 86 87-94 - vor, während und nach dem Ferialjob mit Rat und Hilfe zur Seite. 

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.01.2020 um 06:07 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/arbeiten-im-sommer-tipps-fuer-den-ferialjob-1357645

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