Wirtschaft

Arbeiterkammer: Pendler zahlen beim Stau drauf

120.000 Menschen sind täglich in der Stadt Salzburg unterwegs. Das koste den Pendlern bis zu eine Arbeitswoche, rechnet die Arbeiterkammer vor.

Arbeiterkammer: Pendler zahlen beim Stau drauf SN/robert ratzer
Symbolbild.

Täglich pendeln 52.800 Erwerbstätige nach Salzburg. Dazu kommen noch einmal knapp 10.000 Schüler und Studenten. 44.435 Personen pendeln innerhalb der Stadt zur Arbeit und 15.364 an Schulen oder die Universität. Das sind in Summe über 120.000 Menschen die täglich nach oder in Salzburg unterwegs sind, schreibt die Arbeiterkammer Salzburg in einer Aussendung. Ihnen stünden rund 20.000 Menschen gegenüber, die die Stadt jeden Tag für die Arbeit oder Ausbildung verlassen.

AK-Präsident Siegfried Pichler: "Das Verkehrssystem im Bundesland Salzburg ist bereits unter Normalverhältnissen am Limit." Ein Unfall oder eine sonstige Verkehrsbehinderung genüge und Stadt und Land stünden still. Unkoordinierte Baustellen im Straßennetz wie heuer im Sommer machten aus dem Verkehrsnotstand ein Dauerärgernis. "Die Hauptlast des Verkehrs schultern Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie auch Familien", sagt Pichler.

"Diese Zeit fehlt als Erholungszeit"

Schon wenn man im täglichen Stau nur fünf Minuten in jede Richtung verliere, also zehn Minuten pro Tag, summiere sich das in einem Jahr mit 225 Arbeitstagen auf eine ganze Arbeitswoche. Dabei gingen die AK-Experten vom "normalen" Stau aus. Aktuell verliere man ein Vielfaches dieser Zeit. Viele Arbeitnehmer würden schon bei ruhigem Verkehr bis zu einer Stunde in die Arbeit fahren. Wenn auf jeder Strecke noch einmal eine halbe Stunde Stau dazu komme, dann mache die reine Wegzeit täglich drei Stunden aus. "Diese Zeit fehlt als Erholungs- und Familienzeit", sagt Siegfried Pichler. "In den letzten Wochen entstand der Eindruck, dass der Stau vor allem für die Wirtschaft ein Problem ist. Natürlich leiden auch die Unternehmen darunter. Aber zuallererst ist die Verkehrsmisere eine große Belastung für Arbeitnehmer, die sowieso schon viele Überstunden leisten, und ihre Familien."

Der AK gehen die Pläne der Landesregierung zum Lindern der Problematik nicht weit genug: Seit Jahren liege das Projekt für eine Y-förmige Organisation der S-Bahn im Land "halbfertig" am Tisch. Genau dafür würden seit 1997 von Bund, Land und Stadt Salzburg sowie den ÖBB rund 300 Millionen Euro investiert. Sowohl die Südstrecke Golling-Salzburg wie auch die Weststrecke Salzburg-Freilassing seien eigentlich fertig. Einzig der 15-minütige Takt könne nicht kommen, so lange auf der Ost-Strecke von Salzburg bis Straßwalchen kein 30-minütiger Takt samt Haltestelle Seekirchen Süd verfügbar sei. "Der öffentliche Verkehr muss vor allem attraktiver werden. Sonst steigen die Leute nicht um!", sagt Siegfried Pichler.


Quelle: SN

Aufgerufen am 24.09.2018 um 01:51 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/arbeiterkammer-pendler-zahlen-beim-stau-drauf-881650

Schlagzeilen