Wirtschaft

Arbeitslosigkeit: Hilfskräfte profitieren nur wenig von der guten Konjunktur

Ende Juli erreichte die Arbeitslosigkeit im Bundesland Salzburg den bisherigen Tiefststand 2018. Zudem steigt die Zahl der Beschäftigten.

Symbolbild. SN/neumayr/mmv
Symbolbild.

11.130 Personen waren beim Arbeitsmarktservice arbeitslos vorgemerkt, das ist gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Minus von 623 Personen bzw. -5,3 Prozent (Österreich: -8,0 Prozent).

Dazu kommen 2042 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Schulungsaktivitäten des AMS, 2,2 Prozent weniger als binnen Jahresfrist. Diese eingerechnet, waren 13.172 Personen ohne Arbeit, ein Minus von 4,8 Prozent (Österreich: -8,0 Prozent).

Die noch ohne Vorliegen exakter Daten des Hauptverbandes geschätzte unselbständige Beschäftigung ist um etwa 5000 Personen bzw. plus 1,9 Prozent (Österreich: +2,3 Prozent) auf rund 267.000 Dienstverhältnisse gestiegen. Daraus resultiert eine Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent (Österreich: 6,9 Prozent), nach Tirol die zweitniedrigste in Österreich (jeweils nach nationaler Berechnungsmethode).

Weniger Über-50-Jährige arbeitslos

Mit 5396 Frauen (-4,0 Prozent) und 5734 Männern (-6,5 Prozent) liegt die Arbeitslosigkeit nach Geschlechtern auf etwa demselben Niveau. Über dem Durchschnitt des Rückgangs der Gesamtarbeitslosigkeit (-5,3%) ist die Jugendarbeitslosigkeit bis 24 Jahre mit minus 5,9 Prozent gesunken, ebenso die Altersarbeitslosigkeit ab 50 Jahre mit minus 7,7 Prozent.

Als besonders erfreulich bewerten die Arbeitsmarktexperten des AMS die um acht Prozent gesunkene Langzeitarbeitslosigkeit.

Während in der Warenproduktion die Arbeitslosigkeit mit minus 2,5 Prozent nur unterdurchschnittlich gesunken ist, gab es bei der Arbeitskräfteüberlassung ein kräftiges Minus von 16,8 Prozent. Einen deutlichen Rückgang an Arbeitslosen verzeichnete auch das Bauwesen mit minus 11,8 Prozent, ebenso das Gesundheits- und Sozialwesen mit minus 9,6 Prozent.

Im Lungau sinkt die Arbeitslosigkeit am stärksten

Recht unterschiedlich präsentiert sich die regionale Arbeitsmarktentwicklung im Bundesland. Der nördliche Zentralraum verzeichnet Arbeitslosenrückgänge über dem Landesschnitt (Flachgau: -7,9 Prozent, Tennengau: -7,3 Prozent), wovon die Landeshauptstadt allerdings ausgenommen ist (-2,7 Prozent), allerdings fallen hier auch die meisten Zuwächse durch auf den Arbeitsmarkt eintretende Asylberechtigte an. Im Pongau ist die Arbeitslosigkeit um drei Prozent gesunken, im Pinzgau um 6,8 Prozent. Den stärksten relativen Rückgang verzeichnete der Lungau mit minus 19,4 Prozent.

Bei der Arbeitslosigkeit nach Ausbildung zeigt sich ein eklatanter Unterschied zwischen Personen, die maximal Pflichtschule und solchen, die eine Lehrausbildung aufweisen. Die Arbeitslosigkeit ist bei Personen ohne Ausbildung lediglich um 2,7 Prozent bzw. 129 Personen auf 4635 Betroffene gesunken, während der Rückgang bei Fachkräften mit Lehre minus 10,4 Prozent bzw. minus 399 auf 3455 Personen betragen hat.

Beyer: Hilfskräfte qualifzieren

In diesem Zusammenhang verweist Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, auf die Notwendigkeit der verstärkten Fachkräftequalifizierung. Hier biete sich besonders das Instrument der Lehrstellenförderung 18plus an, die auch für Erwachsene Lehrverhältnisse ermögliche und mit einer Entlohnung nach dem Hilfsarbeiterkollektivvertrag Einkommensverluste verhindere. Dem Betrieb werde dabei durch das AMS die Differenz zwischen Lehrlingsentschädigung und Hilfsarbeiterlohn abgegolten. "Das Potenzial für diese innovative Förderung ist groß", stellt AMS-Chefin Beyer fest: "Im vergangenen Monat hatten bei den 18 bis 30-Jährigen mehr als 1300 Personen keine Berufsausbildung. Bei ihnen ist die Arbeitslosigkeit trotz Hochkonjunktur praktisch gleichgeblieben, während bei Lehrabsolventen ein Rückgang von fast acht Prozent erreicht werden konnte". Noch dramatischer zeigt sich der Unterschied bei der Arbeitslosenquote. Während bundesweit im Jahr 2017 Fachkräfte eine Arbeitslosenquote von 8,5 Prozent aufwiesen, waren es bei Personen ohne Ausbildung fast 25 Prozent.

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