Wirtschaft

Arbeitslosigkeit in Salzburg ging im Mai um 3,3 Prozent zurück

Die gute Konjunktur wirkt sich nach wie vor positiv auf den Arbeitsmarkt aus, zumindest in der Warenproduktion. Das Arbeitsmarktservice (AMS) warnt aber: Über 50-Jährige seien von der guten Entwicklung abgekoppelt.

Symbolbild. SN/neumayr
Symbolbild.

Das Minus von 3,3 Prozent liegt über dem österreichischem Durchschnitt von 2,5 Prozent. Ende Mai waren in Salzburg 12.825 Personen arbeitslos gemeldet - das sind um 441 weniger als Ende Mai 2018. Auch die Zahl der Schulungsteilnahmen ging zurück: Um minus 8,1 Prozent auf 2497. Die Schulungsteilnehmer eingerechnet, waren Ende Mai 15.322 Personen ohne Beschäftigung. Das entspricht einem Minus von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei einer vorläufig geschätzten (genaue Zahlen liegen erst zur Monatsmitte vor) Zunahme der Beschäftigung von 1,1 Prozent auf rund 257.000 Dienstverhältnisse beträgt die Arbeitslosenquote 4,8 Prozent (Österreich: 6,8 Prozent). Das ist laut AMS bundesweit nach Oberösterreich der zweitniedrigste Wert (nach nationaler Berechnungsmethode).
Nach Branchen betrachtet, verzeichnen die Warenherstellung (-13,6 Prozent), der Handel (-7,4 Prozent), die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-7,4 Prozent) sowie das Bauwesen (-6,5 Prozent) die stärksten Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit. Zuwächse gibt es dagegen im Hotel- und Gastgewerbe (+2,8 Prozent) sowie im Transportgewerbe (+6,9 Prozent).

Rückgang im Zentralraum, Zuwächse im Pongau und Pinzgau

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit zeichnete sich beinahe ausschließlich im nördlichen Zentralraum statt. Im Flachgau sind die Arbeitslosenzahlen um 10,2 Prozent, in der Stadt Salzburg um 9,6 Prozent gesunken. Einen leichten Rückgang verzeichnete auch noch der Lungau (-0,8 Prozent). Dagegen gab es im Pongau (+6,3 Prozent) und im Pinzgau (+3,8 Prozent) Zuwächse. Zur unterschiedlichen Entwicklung hat überwiegend das Gastgewerbe, aber auch der Handel beigetragen.
Frauen (6378 Personen) und Männer (6447 Personen) waren in etwa gleichem Ausmaß von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei männlichen Arbeitskräften war der Rückgang mit minus 4,1 Prozent aber etwas stärker ausgeprägt als bei den Frauen mit minus 2,5 Prozent.
Die Langzeitarbeitslosigkeit über 1 Jahr sinkt mit einem Minus von 4,2 Prozent auf 1144 Betroffene weiterhin. Ein leichtes Plus von 1,1 Prozent auf 1635 Personen verzeichneten diesmal junge Arbeitslose bis 24 Jahre. Bei älteren ab 50 Jahre war ein Zuwachs von 3,3 Prozent auf 4153 Vorgemerkte zu verzeichnen.

Zahl der Beschäftigten über 50 Jahren deutlich gestiegen

Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des AMS Salzburg, befürchtet allerdings das Einsetzen eines negativen Trends. Denn in fünf der letzten sechs Monate sei ein Zuwachs bei älteren Arbeitslosen registriert worden. Beyer fordert ein Umdenken: "Wenn wir den Fachkräftemangel bekämpfen wollen, dann wird man nicht darum herumkommen, Ältere länger im Arbeitsprozess zu halten." Beyer verweist auf den demographischen Wandel: In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der unselbstständig Beschäftigten bei den unter 25-Jährigen um zehn Prozent gesunken, während jene der über 50-Jährigen um 63 Prozent gestiegen sei.

Dazu müsse auch das eine oder andere Vorurteil in den Köpfen mancher Personalverantwortlicher ausgeräumt werden, meint Beyer, denn die "Soft Skills" älterer Arbeitskräfte wie etwa Verantwortungsbewusstsein und die aus Erfahrung resultierende bessere Entscheidungsfähigkeit, gepaart mit hoher Motivation und Loyalität, werde zu oft vom Kostenfaktor überdeckt. Das AMS könne den Unternehmen bei den Kosten Unterstützung anbieten: "Mit der Eingliederungsbeihilfe, einem Zuschuss des AMS zu den Lohn- und Lohnnebenkosten, konnten im vergangenen Jahr fast tausend Dienstverhältnisse über 50-Jähriger begründet werden, heuer waren es im ersten Quartal rund zweihundert", sagt Beyer. Um die Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitskräfte zu sichern, gebe es zudem die Qualifizierungsförderung für Beschäftigte. Hier würden die Hälfte der Kosten für betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen Älterer, bei umfangreicheren Ausbildungen auch die Hälfte der Lohnkosten übernommen. "Im ersten Quartal haben 112 Dienstnehmer und ihre Dienstgeber von dieser Förderung profitiert", heißt es von der AMS-Landesgeschäftsführerin.

Quelle: SN

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