Wirtschaft

Arbeitslosigkeit in Salzburg im Vorjahr erstmals gesunken

Eine positive Bilanz zieht das AMS Salzburg über 2016: Es war das erste Jahr seit 2011, in dem die Arbeitslosigkeit gesunken ist. Arbeiter- und Wirtschaftskammer fordern aber, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen.

Beim Thema Arbeitslosigkeit gibt es aktuell gute Nachrichten.  SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Beim Thema Arbeitslosigkeit gibt es aktuell gute Nachrichten.

Während zum Jahresende 2015 noch keine Anzeichen einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in Sicht waren, setzte im ersten Quartal vorerst ausschließlich in den westlichen Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg eine unerwartete Erholung ein - die auch aus den Prognosen nicht vorhersehbar war.

Das Resultat: Im Jahresschnitt 2016 waren in Salzburg 14.870 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 3,8 Prozent oder 580 Personen weniger als im Jahr zuvor. Rechnet man die ebenfalls gesunkene Zahl an 2710 Schulungsteilnahmen ein, dann beträgt der Rückgang sogar 4,1 Prozent. Gleichzeitig ist die unselbständige Beschäftigung um 1,3 Prozent auf rund 250.000 Dienstverhältnisse gestiegen. Daraus resultiert eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent (nach nationaler Berechnungsmethode). Das ist nicht nur die niedrigste Quote bundesweit, sondern ein Wert deutlich unter dem österreichweiten Durchschnitt von 9,1 Prozent.

Arbeitslosigkeit sank vor allem in der Produktion und am Bau

Diese Daten gab der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Salzburg, Siegfried Steinlechner, am Dienstag anlässlich eines gemeinsamen Pressegesprächs mit dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Salzburg, Konrad Steindl und dem Arbeiterkammerpräsidenten Siegfried Pichler bekannt. Steinlechner sieht als Ursache der positiven Situation eine günstigere konjunkturelle Entwicklung, die in Form eines Abbaus der Arbeitslosigkeit vor allem in der Warenproduktion und im Bauwesen, aber auch in Dienstleistungsbranchen ihren Niederschlag findet." Dazu sei noch die Zahl der dem AMS zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen um fast 42 Prozent auf 4185 im Jahresschnitt gestiegen, so der Salzburger AMS-Chef.

Im Bauwesen war der Arbeitslosenrückgang mit einem Minus von neun Prozent, in der Warenherstellung mit einem Minus von 8,2 Prozent besonders ausgeprägt. Aber auch das Hotel- und Gastgewerbe baute mit minus 4,8 Prozent Arbeitslosigkeit in überproportionalem Ausmaß ab.

Männer profitierten von sinkender Arbeitslosigkeit mehr als Frauen

Ebenfalls deutlich rückläufig war die Jugendarbeitslosigkeit bis 24 Jahre (-6,7 Prozent), während bei Älteren ab 50 Jahre ein, wenn auch gebremster, Zuwachs (+1,7 Prozent) zu verzeichnen war. Männer (- 4,7 Prozent) profitierten von der Entwicklung in höherem Ausmaß als Frauen (-2,5 Prozent). Der Rückgang der Arbeitslosigkeit erstreckte sich auf alle Bezirke, mit Ausnahme des Flachgaus. Im Lungau sind die Vormerkungen um 9,0 Prozent auf 560 Personen gesunken, im Pongau um 7,7 Prozent auf 2.193 Personen, im Pinzgau um 6,6 Prozent auf 2.513 Personen, im Tennengau um 4,5 Prozent auf 1.447 Personen und in der Landeshauptstadt Salzburg um 1,8 Prozent auf 5.268 Personen. Im Flachgau blieb die Arbeitslosenzahl mit 2.890 Personen unverändert.

Steinlechner: "Ist eher Atempause als nachhaltige Entspannung"

"Bei der aktuell günstigen Entwicklung handelt es sich nach den Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute aber eher um eine Atempause als um einen nachhaltigen Trend der Entspannung", schränkt Steinlechner ein. Für das laufende Jahr wird wieder mit steigender Arbeitslosigkeit gerechnet, wenn auch in Salzburg nur um etwa ein Prozent. Bei weiterhin steigender Beschäftigung sei ein Halten der Arbeitslosenquote auf derzeitigem Niveau möglich, erwartet man beim AMS Salzburg.

AK und WK wollen etwas gegen den Fachkräftemangel tun

Arbeiter- und Wirtschaftskammer betonten, dass es wichtig sei, sich nicht auf den Lorbeeren des vergangenen Jahres auszuruhen. Sie wollen insbesondere etwas tun, um dem eklatanen Fachkräftemangel - speziell im Tourismusbereich - zu Leibe zu rücken. Geplant ist, dass die Kammmern dazu eine eigene Arbeitsgruppe einrichten. WKS-Präsident Konrad Steindl (ÖVP) will hier vor allem bei den Zumutbarkeitsbestimmungen - etwa den täglich zumutbaren Wegzeiten und den maximalen Entfernungen des Arbeits- zum Heimatort - ansetzen: "Wenn es heute leichter ist, einen Koch aus Norwegen anzustellen als einen aus dem Burgenland, dann muss man sich das ansehen." Konter von AK-Präsident Siegfried Pichler (SPÖ): "Wenn es weiter einen so hohen Überhang von Arbeitslosen - im letzten Jahr im Schnitt rund 17.000 - im Vergleich zur Zahl der offenen Stellen - rund 4000 im Bundesland - gibt, ist eine Diskussion über die Zumutbarkeitsbestimmungen obsolet."

Quelle: SN

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