Wirtschaft

Arbeitslosigkeit sinkt in Salzburg mit Abstand am stärksten

Obwohl nach dem Ende der Sommersaison nun zahlreiche Tourismusarbeitskräfte arbeitslos vorgemerkt sind, bleibt Salzburg zum vierten Mal in Folge das Bundesland mit dem höchsten Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Symbolbild. SN/APA (Archiv/dpa)/Boris Roessler
Symbolbild.

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt kann die Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, Jacqueline Beyer, verkünden. Um 9,1 Prozent ist die Arbeitslosigkeit im Oktober gesunken. Mit diesem Rückgang liegt Salzburg deutlich vor dem nächstfolgenden Tirol (-5,3%) und weit über dem bundesweiten Schnitt von minus 2,8 Prozent.

Zum Stichtag Ende Oktober waren beim AMS Salzburg 13.672 arbeitslos Vorgemerkte registriert, das sind um 1362 Personen weniger als ein Jahr zuvor. An Schulungsaktivitäten des Arbeitsmarktservice nahmen 2578 Personen teil, auch hier ein Minus von 3,2 Prozent. Diese Schulungsteilnahmen eingerechnet, waren im Bundesland 16.250 Menschen ohne Beschäftigung. Auch diese Betrachtung zeigt mit minus 8,2 Prozent den höchsten Rückgang österreichweit (Österreich: -3,2%).

Wo die Arbeitslosigkeit am stärksten gesunken ist

Prozentuell ist es mit minus 10,2 Prozent der Handel. Er verzeichnet damit um 195 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. In absoluten Zahlen war die Arbeitslosigkeit aber im Hotel- und Gastgewerbe mit minus 396 Personen am stärksten rückläufig. Das ist ein prozentuelles Minus von 7,1 Prozent. "Dies obwohl mehr als ein Drittel aller gegenwärtig registrierten Arbeitslosen aus Tourismusberufen kommen", gibt AMS-Chefin Beyer zu bedenken. Ebenfalls überdurchschnittlich sinken die Arbeitslosenzahlen im Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Rückgang von 9,9 Prozent (-73 Personen). Vergleichsweise gedämpft ist die Arbeitslosigkeit in der Warenproduktion mit minus 3,9 Prozent (-42 Personen) zurückgegangen.

Erfolgreiche Stellenakquisition

Die Zahl offener Stellen steigt nach wie vor: Acht Prozent auf 6540 hat sich der Bestand von Besetzungsaufträgen beim AMS Salzburg erhöht. "Das ist auch ein Erfolg der mehr als 1300 Betriebsbesuche, welche die Beraterinnen und Berater des Service für Unternehmen in den vergangenen Wochen im Rahmen der Aktion "AMS on Tour" absolviert haben", zeigt sich Landesgeschäftsführerin Beyer erfreut.

Von der nach wie vor sehr guten Arbeitsmarktlage in Salzburg profitieren derzeit verstärkt junge Arbeitskräfte bis 24 Jahre. Die Zahl der Arbeitslosen ist hier mit einem Minus von 9,8 Prozent überproportional gesunken. Doch auch Ältere ab 50 Jahre verzeichnen mit minus 6,0 Prozent ein deutliches Minus. Ähnlich hoch ist die Zahl weiblicher (6.997) und männlicher (6.675) Arbeitsloser, wenngleich der Rückgang bei den Frauen (-11,4% bzw. -901 Personen) etwa doppelt so hoch war wie bei den Männern (-6,5% bzw. -461 Personen). Das AMS erklärt diesen Unterschied mit der stärker rückläufigen Arbeitslosigkeit in den mehr frauendominierten Dienstleistungsberufen.

Auch in den Bezirken ist die Arbeitslosigkeit durchwegs gesunken: Am kräftigsten in der Stadt Salzburg mit einem Minus von 11,9 Prozent, gefolgt vom Lungau mit minus 11,2 Prozent. Der Tennengau verzeichnet einen Rückgang um 9,0 Prozent, gefolgt vom Pongau mit minus 8,8 Prozent und dem Flachgau sowie dem Pinzgau mit jeweils minus 6,7 Prozent.

Gute Chancen auf eine Lehrstelle

Angesichts des bevorstehenden, landesweit größten Berufsinformations-Events, der BerufsInfoMesse BIM (21. Bis 24. November im Salzburger Messezentrum) hat Jacqueline Beyer bemerkenswerte Neuigkeiten vom Lehrstellenmarkt: "Das Lehrstellenangebot ist derzeit mit über tausend zur sofortigen Besetzung gemeldeten offenen Lehrstellen so hoch wie selten zuvor. Bei rund 300 Lehrstellensuchenden bedeutet das, dass auf jeden Jugendlichen rein rechnerisch drei offene Lehrstellen entfallen. Daraus ergeben sich hervorragende Chancen, eine passende Lehrstelle zu finden". Während die Zahl der Lehrstellensuchenden um minus 17,1 Prozent gesunken ist, haben die offenen Lehrstellen um 16,9 Prozent zugenommen. "Das AMS Salzburg wird daher in seinen BerufsInfoZentren wie auf der BerufsInfoMesse vertieft über die Chancen und Möglichkeiten einer Lehrausbildung informieren", so Beyer.

Fachkräftemangel und Lehrstellenbesetzung

Im September und Oktober besuchten die Beraterinnen und Berater des Service für Unternehmen über 1300 Betriebe. Unter dem Motto #weiter informierten sie über das Dienstleistungsangebot sowie die Unterstützungsmöglichkeiten des AMS. Hauptschwerpunkt war das Missverhältnis von Lehrstellensuchenden zum Lehrstellenangebot. Der Bedarf an Lehrlingen der Betriebe ist gleich bleibend hoch wie in den letzten Jahren Das belegen 1019 offene Lehrstellen im Oktober (+16,9 % gegenüber dem Vorjahr). Im Rahmen der Betriebsbesuche informierten die Beraterinnen und Berater über die Förderung der Lehrausbildung (auch für Personen über 18 Jahre) sowie die Förderung zur Ausbildung von Fachkräften (AQUA arbeitsplatznahe Qualifizierung). AMS-Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer: "Im Oktober fehlten 714 Jugendliche zur Besetzung der offenen Lehrstellen. Daher gewinnt die Erwachsenenlehre gewinnt immer mehr an Bedeutung."

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