Wirtschaft

Bad Gastein: Investoren bauten Hotelviertel auf

Der Pongauer Ort steht besser da als es seine Innenstadt vermuten lässt: Bad Gastein hat die elftmeisten Nächtigungen in Österreich. Ein SN-Lokalaugenschein.



Für die Hotelruinen der Wiener Eigentümerfamilie Duval ist nach mehr als zehn Jahren noch immer keine Lösung in Sicht. Aber rund um das verfallende Ortszentrum blüht die Tourismuswirtschaft in Bad Gastein.

Die Sommersaison steht vor der Tür. Im Salzburger Hof mit seinen 143 Zimmern und 398 Betten legen Handwerker und Personal noch Hand an. Für Samstag erwartet Hotelmanager Olaf von der Wettern nach der kurzen zweiwöchigen Betriebspause die Anreise von rund 300 Gästen. Die schwedische Eigentümerfamilie Magnusson hat in dem Viertel drei weitere Hotels und ein Appartementhaus. Ihre Janus Hotelbetriebs GmbH verzeichnet hier mit über 180 Mitarbeitern und 640 Betten 120.000 Übernachtungen pro Jahr und einen Umsatz von fast zwölf Millionen Euro, sagt der aus Deutschland stammende Hoteldirektor. Deutsche Gäste hat er nicht viele. "Mehr als 95 Prozent unserer Gäste kommen aus Skandinavien." Die Häuser sind in Gastein als "Schwedenhotels" bekannt (es gibt auch "Russenhotels"). Janus will sich der einheimischen Bevölkerung stärker präsentieren - auch als einer der größten Arbeitgeber - und lädt heute, Freitag, von 13 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür samt Führungen "für jedermann" ein. Für noch stärkere Auslastung müssen sie kaum werben. Sie liege bei 88 Prozent, sagt von der Wettern stolz. Die Familie Magnusson besitze auch den größten privaten Veranstalter für Alpenreisen in Skandinavien, STS Alpresor. Dieser bringe 34.000 Urlauber im Winter und 9000 im Sommer in die Janus-Hotels. Die Betreuung reicht von der Abholung vom Flughafen bis zum Wanderführer. Die Anfänge 1986 mit dem Haus Gisela waren bescheiden. Allein im vergangenen Jahr seien 7,5 Millionen Euro in Um- und Ausbauten investiert worden, in den letzten drei Jahren um die 15 Millionen Euro . Davon profitierten vor allem Pongauer Firmen als Auftragnehmer. Ein weiteres Ausbauprojekt sei bereits "in der Pipeline". "Wir restaurieren Häuser authentisch mit Liebe zum Detail."

Das lässt sich von den Ruinen beidseits des Wasserfalls nicht behaupten. Auch viele schwedische Gäste fragen, warum die Häuser leer sind. "Jedes Mal muss man es erklären", sagt der Direktor. "Man kann darüber jammern oder selbst etwas unternehmen." Eigentümer Duval könnte ja "einfach mal anfangen", anstatt ein 120-Millionen-Euro-Projekt anzukündigen. Die Sanierung eines Hauses wäre ein Signal, das gerade jetzt in dem für Immobilien sehr günstigen Klima andere Investoren anlocken würde.

Bgm. Gerhard Steinbauer (ÖVP) betont, dass sich Bad Gastein "blendend entwickelt hat". "Wir spielen mit 1,12 Millionen Nächtigungen im Jahr in der Oberliga. Hotellerie und Bergbahnen investieren kräftig. Die Familie Magnusson zum Beispiel hat in 25 Jahren Zug um Zug alles saniert. Wir brauchen uns nicht zu schämen. Es geht uns gut." Es sei aber traurig, dass Eigentümer wie Duval "das klassische Zentrum im Würgegriff halten".

Der Gasteinertal Tourismus mit knapp 2,4 Millionen Übernachtungen lässt nun bis Sommer einen Masterplan von der Firma Kohl & Partner erstellen, um den Bedarf an neuen Hotelbetten, Kapazitäten und Standorte zu prüfen.

Aufgerufen am 22.08.2018 um 05:37 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/bad-gastein-investoren-bauten-hotelviertel-auf-6143428

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