Wirtschaft

Bad Gastein zieht bis heute die Prominenz an

Spitzenkoch Jörg Wörther ist in Bad Gastein aufgewachsen. Er sagt: "Dieser Ort wird nie untergehen."

Kaiser, Könige und Erzherzöge logierten einst in den noblen Hotelburgen in Bad Gastein. Der Ort beherbergte in der Belle Epoque auch Künstler von Rang und Namen. Erwähnt seien Franz Schubert und Franz Grillparzer.

Bis heute lockt die "Perle der Alpen" die Prominenz. Allein der Blick auf die Gästeliste des Hotel Grüner Baum spricht Bände: Luis Trenker war Stammgast, Liza Minelli genoss den Aufenthalt ebenso wie Niki Lauda, der Schah von Persien oder Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl. Mehrmals im Jahr ist der Berliner Entertainer und Lebenskünstler Friedrich Liechtenstein zu Gast. Der durch einen Edeka-Werbespot bekannt gewordene Entertainer nannte sein Elektropop-Album ,Bad Gastein'.

Sie habe sich auf Anhieb in Bad Gastein verliebt, sagt TV-Moderatorin Bianca Schwarzjirg und schwärmt: "Dieses Morbide, dieser Charme, dieses Zusammenspiel mit der Natur." Man sei mitten in den Alpen und habe dennoch das Gefühl, in einer kleinen Stadt anzukommen. Die Wienerin hat seit 2010 eine Wohnung im historischen Zentrum. Sie schätzt die "coolen Restaurants und die spannenden Leute".

Für Jörg Wörther war Gastein stets mehr als ein Lehr- und Wohnort. "Es war ein fruchtbarer Boden für meine Visionen, und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich da ganz schön am Rad gedreht habe", erinnert er sich. Während seiner Lehrzeit in den 1970er-Jahren erlebte er die noch die goldenen Zeiten des "Grand-Hotel-Tourismus".

Besonders in Erinnerung blieb ihm seine Zeit als Küchenchef im Grand Hotel de l'Europe. "Ich kam da mit 25 Jahren quasi frisch aus der Witzigmann-Lehre. 1983 trat im Hotel sogar Liza Minelli bei der Silvester-Gala auf. Das muss man sich heute mal vorstellen." Auch seine ersten selbstständigen kulinarischen Duftmarken setzte er mit der Villa Hiss in Bad Gastein. Diese brachten Wörther 1990 die Auszeichnung "Koch des Jahrzehnts" ein.

Ob die neuen Investoren diese Zeit wiederbeleben können? "Warum nicht?", fragt er zurück. "Der Wasserfall ist ja immer noch da. Wenn die Investoren wirklich ein Superior-5-Sterne-Hotel machen wollen, dann ist der Grundstock gelegt." Mit einem Sanatorium-Image allein würde man nicht weiterkommen. Wenn es gelinge, elegante Gäste anzulocken, dann laufe das Geschäft im Gasteinertal wieder ganz von allein. Wo sonst könne man so herrlich die Sommerfrische verbringen und im Winter das Skifahren samt Thermenangebot genießen. Und in einem seien sich die Bewohner des Gasteinertals sowieso schon immer einig gewesen: "Bad Gastein ist die Perle der Alpen. Und es wird nie untergehen."

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