Wirtschaft

Bank für Gemeinwohl eröffnet Regionalbüro in Salzburg

Im Andräviertel können sich künftig Interessierte über Anteile, Ethik-Konto und Crowdfunding informieren. Die Bank will nachhaltige Projekte fördern - und keinen Gewinn machen.

Sabine Lehner, Koordinatorin, und Fritz Fessler, Vorstand der Bank für Gemeinwohl.  SN/wienerroither
Sabine Lehner, Koordinatorin, und Fritz Fessler, Vorstand der Bank für Gemeinwohl.

36 ethische Banken gibt es weltweit, Österreich war bisher ein weißer Fleck. Das soll sich nun ändern. Am Dienstag eröffnete in der Franz-Josef-Straße in der Stadt Salzburg das Regionalbüro der Bank für Gemeinwohl. Einmal im Monat findet in den Räumlichkeiten das Zeichnungs-Café statt, sagt Sabine Lehner, Koordinatorin: "Wir wollen die Menschen über unsere Genossenschaft informieren. Ich habe festgestellt, dass die Menschen Nähe, ein Gesicht und Kontakt brauchen."

Das Ziel der Bank für Gemeinwohl sei es, eine Alternative zu schaffen. Die Bank sei nicht auf Gewinn ausgerichtet, sondern auf Transparenz, Mitbestimmung und Projekte, die der Region gut tun sollen. Vorstand Fritz Fessler sieht Potenzial in Salzburg für die Idee: "Die Menschen haben Sehnsucht nach einem anderen Umgang mit Geld. Geld soll Mittel sein, nicht Zweck."

Bisher 270 Genossenschafter

Im Bundesland haben sich bisher 270 Personen an der Genossenschaft beteiligt. Mindestens 200 Euro müssen die Mitglieder zeichnen, um ein Stimmrecht zu haben. Für jede Person gebe es jedoch nur eine Stimme - unabhängig ob 200 oder 2000 Euro investiert werden. Verzinst werde das Kapital nicht, es werde reinvestiert. "Mit den Anteilen kaufen sie ein gutes Gewissen. Und die Gewissheit, dass sie eine Alternative zum Finanzsystem aufbauen, von denen ihre Urenkel noch etwas haben", sagt Fessler.

Crowdfunding für Nachhaltigkeit

Ab Mai bietet die Genossenschaft ihr erstes Service an: Crowdfunding für nachhaltige Projekte. Jeder Antrag werde einer Gemeinwohlprüfung unterzogen, an der die Mitglieder beteiligt sind. "Wir setzen hier auf die Schwarmintelligenz", sagt Fessler. Erst nach der Prüfung kann Geld in der "Crowd" gesammelt werden. Der Vorteil bestehe darin, dass die Projekte auf die Gemeinschaft zurückgreifen können: Mehr als 4000 Personen sind österreichweit bereits Mitglied bei der Bank für Gemeinwohl.

Ab 2018 soll das ethische Konto verfügbar sein. Wie bei bisherigen Girokonten können Geldbeträge online überwiesen und eingezahlt werden, es gebe auch Bankomat- und Kreditkarten. Pro Monat verrechne die Bank acht Euro, wovon 1,50 Euro ein Sozialbeitrag sind. "Dadurch können wir gratis Konten für Bedürftige zur Verfügung stellen", sagt Fessler. Guthabenzinsen können zudem an Projekte gespendet werden. Dem Vorstand sei bewusst, dass andere Geldinstitute Gratiskonten anbieten. "Aber da zahlen Kreditnehmer für meine Kontoführung, oder es wird spekuliert."

Aufgerufen am 20.06.2018 um 03:21 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/bank-fuer-gemeinwohl-eroeffnet-regionalbuero-in-salzburg-245935

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