Wirtschaft

Bau und Tourismus senken die Arbeitslosigkeit in Salzburg

Nirgendwo in Österreich sinkt die Zahl der Menschen ohne Job stärker als in Salzburg. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitssuchenden ging per 31. Jänner um 6,1 Prozent zurück. Inklusive der Schulungsteilnehmer lag das Minus sogar bei 6,9 Prozent.

AMS-Chefin Jacqueline Beyer spricht von einer „guten Arbeitsmarktlage“. Weitere Akzente sollen jetzt auf dem Lehrstellenmarkt erfolgen – unter anderem mit dem „Tag der Lehre“ am 28. Februar in Eugendorf.  SN/ams/eva giritzer
AMS-Chefin Jacqueline Beyer spricht von einer „guten Arbeitsmarktlage“. Weitere Akzente sollen jetzt auf dem Lehrstellenmarkt erfolgen – unter anderem mit dem „Tag der Lehre“ am 28. Februar in Eugendorf.


Per 31. Jänner waren im Bundesland Salzburg 14.552 Personen beim AMS als arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 943 Vorgemerkte oder 6,1 Prozent weniger als vor einem Jahr (Österreich: minus 3,4 Prozent). Rechnet man die 2199 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Schulungen dazu, waren 16.751 Menschen in Salzburg ohne Beschäftigung. Das sind um 6,9 Prozent weniger als im Jänner des Vorjahres und bedeutet den stärksten Rückgang in Österreich. Die Zahl der Schulungsteilnahmen ist um 12,3 Prozent gesunken.

Mit 5,2 Prozent die zweitniedrigste Arbeitslosenquote hinter Tirol

Bei der Beschäftigung wird ein Zuwachs von etwa dreitausend Dienstverhältnissen auf rund 267.000 unselbstständig Beschäftigte erwartet (exakte Zahlen liegen erst zur Monatsmitte vor). Daraus ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent nach nationaler Berechnungsmethode. Das ist nach Tirol der zweitniedrigste Wert bundesweit und liegt deutlich unter dem österreichischen Schnitt von 8,7 Prozent.

Auch der nördliche Zentralraum profitiert von der Entwicklung

"Im Vorjahr kam die Bautätigkeit infolge des meterhohen Schnees gänzlich zum Erliegen. Die heuer milde Witterung sorgte diesen Jänner dafür, dass die Arbeitslosigkeit am Bau stark gesunken ist. Daneben zeichnet das Hotel- und Gastgewerbe nicht nur in den Wintersportregionen, sondern auch im nördlichen Zentralraum für die gute Arbeitsmarktlage verantwortlich", beschreibt Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg.

Bei Frauen ging die Arbeitslosigkeit sogar um 8,2 Prozent zurück

Erfreulicherweise profitieren Frauen in besonderem Ausmaß davon: Dass mehr als doppelt so viele Männer (9.954 Personen) als Frauen (4.598 Personen) arbeitslos sind, liegt zwar vor allem an der - trotz günstiger Witterung - Saisonarbeitslosigkeit am Bau und dem Saisonhöhepunkt im Tourismus. Jedoch war aber auch die Arbeitslosigkeit bei den Frauen mit minus 8,2 Prozent stärker rückläufig als bei den Männern mit minus 5,1 Prozent.

Erfolge auch im Kampf gegen die Altersarbeitslosigkeit

Als sehr erfreulich bezeichnet es AMS-Chefin Jacqueline Beyer, "dass wir die Arbeitslosigkeit älterer Arbeitskräfte überdurchschnittlich senken konnten. Das trägt auch dazu bei, dass die Langzeitarbeitslosigkeit weiterhin leicht zurückgeht." Die Zahl über 50-jähriger Arbeitsloser war um 6,4 Prozent, jene der Langzeitarbeitslosen um 2,4 Prozent rückläufig. Bei jungen Arbeitskräften bis 24 Jahre ist die Arbeitslosigkeit um 5,3 Prozent gesunken.

"Es fehlen noch immer 404 Lehrlinge, um den Bedarf zu decken"

Am Lehrstellenmarkt hat sich die Schere ein wenig geschlossen: Die Zahl der Lehrstellensuchenden stieg von 300 auf 308. gleichzeitig sank die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellen von 803 auf 712. "Trotzdem fehlen uns damit aber immer noch 404 Lehrlinge, um den Bedarf abzudecken", sagt AMS-Chefin Beyer und kündigt eine weitere AMS-Initiative an: Am 28. Februar wird im Sportzentrum Eugendorf der "Tag der Lehre" für Jugendliche und Erwachsene im Flachgau stattfinden. Bis jetzt haben sich mehr als achtzig Firmen gemeldet, die sich dort präsentieren wollen. "Die Teilnehmerliste liest sich wie das who is who der Salzburger Wirtschaft."

Nur im Pongau ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen

Unterschiedlich ausgeprägt zeigt sich die regionale Arbeitsmarktentwicklung: Während der Pongau ein leichtes Plus (plus 2,7 Prozent) an Arbeitslosen verzeichnet, gab es im Flachgau einen starken Rückgang um minus 10,4 Prozent. Ebenfalls über dem Landesschnitt rückläufig war die Arbeitslosigkeit im Lungau (minus 9,5 Prozent), im Pinzgau (minus 7,0 Prozent) und in der Stadt Salzburg (minus 6,9 Prozent) rückläufig. Ein leichtes Minus (minus 1,9 Prozent) gab es im Tennengau.

Quelle: SN

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