Wirtschaft

Belegschaft von Palfinger hat Streikbeschluss gefasst

350 Mitarbeiter des Kranherstellers versammelten sich in Köstendorf: Der Gewerkschaft geht es um mehr Lohn und um faire Arbeitsbedingungen. Notfalls schalten sie dafür die Maschinen ab.

Am dritten Tag der Metaller-Warnstreiks haben sich Mitarbeiter von Palfinger versammelt. Im Daniel Mühlberger (Metaller GPA), Marvin Kropp (Gewerkschaftssekretär), Erwin Asen (Betriebsratsvorsitzender Palfinger), Peter Landl (Arbeiterbetriebsratsvorsitzender), Rudi Blaha (Industriesekretär GPA).
Am dritten Tag der Metaller-Warnstreiks haben sich Mitarbeiter von Palfinger versammelt. Im

Wie die Stimmung war? "Die Leute wollen, dass bei den Verhandlungen was heraus kommt. Sonst reicht es uns", sagt Rudi Blaha von der Gewerkschaft. Blaha hat am Mittwoch eine Rede vor den 350 Mitarbeitern von Palfinger in Köstendorf gehalten. Danach beschloss die Betriebsversammlung, dass sie am Montag eine Schicht lang streiken werde - sofern bei den Verhandlungen mit den Arbeitgebern am Donnerstag kein vernünftiges Angebot auf dem Tisch landet. Was vernünftig ist, will Blaha nicht definieren. "Unsere Forderung ist fünf Prozent Lohnerhöhung, mindestens 100 Euro."

Ein großes Thema bei der Versammlung sei auch die Frage gewesen, wie sie künftig arbeiten werden. Der Zwölf-Stunden-Tag habe zu viel Verunsicherung geführt, sagt Blaha. "Wenn man öfter zwölf Stunden arbeiten muss, ist das mental und physisch bedenklich", sagt der Industriesekretär. Die Arbeitnehmer hätten Angst davor, ihre Kinder und Familien nicht mehr zu sehen. "Da geht den Menschen viel durch den Kopf." Bei den Verhandlungen am Donnerstag werde deshalb auch diskutiert, was die Mitarbeiter erhalten, wenn sie - freiwillig - zwölf Stunden am Tag arbeiten.

Palfinger ist eines von 20 Unternehmen in Salzburg, die zur metalltechnischen Industrie gehören und gewerkschaftlich organisiert sind. Daniel Mühlberger ist für sie zuständig. In den vergangen drei Tagen habe es im Großteil der Firmen Versammlungen gegeben - viele hätten den Streikbeschluss gefasst. "Mittlerweile ist den Unternehmern klar, dass wir es ernst meinen. Sie müssen ihren Vertretern klar machen, dass sie ein seriöses Angebot machen sollen", sagt Mühlberger. Zuletzt streikten die Metaller 2011. Länger als einen Tag haben sie aber nie die Arbeit nieder gelegt.

"Ich habe schon viel gesehen - und weiß nicht, was noch kommt"

Beim Halleiner Werkzeugmaschinenhersteller Emco hat sich am Dienstag die Belegschaft versammelt. Betriebsrat Baldur Eibl machte dort klar, dass sich ein Warnstreik nicht gegen die Geschäftsleitung richte. "Wir haben ein sehr gutes Verhältnis mit den Chefs. Aber wir wollen einen fairen Anteil vom Geld." Der Zwölf-Stunden-Tag sei bei Emco kein Thema. "Dem Unternehmen ist klar, dass dadurch die Qualität der Produkte leiden würde." Derzeit arbeiten seine Kollegen in drei Schichten, eine davon in der Nacht. Es gibt kurze, normale und lange Wochen. Wer will, könne freiwillig am Freitag und Samstag länger arbeiten - und bekommt eine Prämie dafür.

Dennoch mache sich Zukunftsangst in der Firma breit. Eibl ist seit 39 Jahren im Unternehmen. "Ich habe schon viel gesehen - und ich weiß nicht, was noch kommt." Deshalb sei es wichtig, jetzt schon vorausschauend für faire Arbeitsbedingungen und gegen den Zwölf-Stunden-Tag zu protestieren. "Unsere Kinder sollen noch davon profitieren, was unsere Großväter durchgesetzt haben."

Aufgerufen am 16.10.2019 um 05:21 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/belegschaft-von-palfinger-hat-streikbeschluss-gefasst-60887170

Schlagzeilen