Wirtschaft

Bundesforste planen zwei neue Wasserkraftwerke

Die Bundesforste wollen die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien weiter steigern. Im Pongau sind deshalb zwei Kleinwasserkraftwerke in Bau, die im ersten Halbjahr 2018 in Betrieb gehen sollen: am Luggauerbach im Gasteiner Tal und an der Taurach (Untertauern). Die beiden Kraftwerke werden rund 3000 Haushalte versorgen.

2017 war ein gutes Energiejahr für die Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Neben den bestehenden Kleinwasserkraftwerken und dem Waldbiomasse-Kraftwerk Wien-Simmering konnte mit dem Windpark Pretul ein neues Werk in Betrieb genommen werden. "Die Produktion von Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen ist sehr gut gelaufen", zieht Georg Schöppl, Vorstand für Finanzen, Immobilien und Erneuerbare Energie, über das letzte Energiejahr Bilanz. "Durch die Inbetriebnahme des Windparks Pretul konnte die Produktion deutlich gesteigert werden. Mit einer Jahresleistung von rund 338 Millionen Kilowattstunden (kWh, Anm.) wurde ein neuer Höchstwert erzielt, das entspricht einer Steigerung von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2016: 236 Mill. kWh, Anm.)", zeigt sich Schöppl zufrieden. "Als Naturunternehmen unterstützen wir die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen - wie Wind, Wasser, Photovoltaik oder Waldbiomasse - und leisten unseren Beitrag zur Energiewende", so Schöppl.

Zwei neue Kraftwerke gehen heuer im Pongau in Betrieb

Für heuer ist die Inbetriebnahme zweier neuer Kleinwasserkraftwerke (KWK) in Salzburg geplant. "Im Frühsommer werden mit dem KWK Luggauerbach und dem KWK Taurach zwei neue Werke ans Netz gehen", unterstreicht Schöppl die Bedeutung des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energie für die Bundesforste. Baubeginn für das KWK Taurach war bereits im November 2016, mittlerweile sind die Bauarbeiten größtenteils abgeschlossen. Die Arbeiten für das KWK Luggauerbach liefen im Sommer 2017 an, die Fertigstellung ist noch im Frühjahr 2018 geplant. Beide Kleinkraftwerke werden rund 3000 weitere Haushalte mit regional erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgen. Damit kann die jährliche Stromproduktion aus Kleinwasserkraft um rund 16 Prozent gesteigert werden.

In den jüngsten der insgesamt vier Geschäftsbereiche - neben Forst/Holz, Immobilien und Dienstleistungen - ist in den letzten Jahren ein Großteil der Investitionen geflossen. "Allein in die zwei neuen Kleinwasserkraftwerke werden wir rund 6,7 Millionen Euro investieren", sagt Schöppl. "Insgesamt wurden bisher über 92 Millionen Euro in den Bereich Erneuerbare Energie investiert."

2017 war eine gute Kleinwasserkraft-Saison

Generell gut gelaufen ist die Saison für die aktuell österreichweit sechs in Betrieb befindlichen Kleinwasserkraftwerke der Bundesforste: "Zusätzlich zu den Schneeschmelze bedingt starken Monaten April und Mai hatten wir einen äußerst niederschlagsreichen Herbst zu verzeichnen. In den Monaten September, Oktober und November lag das Wasserangebot deutlich über den Prognosen, was sich positiv auf die Jahresproduktion ausgewirkt hat. Insgesamt konnten rund 65 Millionen Kilowattstunden Strom aus Kleinwasserkraft produziert werden und damit die Erzeugung gegenüber dem Vorjahr (62 Mill. kWh, Anm.) um 6,1 Prozent gesteigert werden", erklärt Georg Schöppl.


Stromproduktion in den letzten zehn Jahren verdoppelt

Der Geschäftsbereich Erneuerbare Energie hat sich bei den Bundesforsten in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Waren 2008 noch zwei Kleinwasserkraftwerke - KWK Tegesbach (T), KWK Reichraming (OÖ) - in Betrieb, ist die Anzahl heute auf sechs Kraftwerke gestiegen: KWK Kainischtraun (Stmk.), KWK Dienten (Sbg.), KWK Hallstatt (OÖ), KWK Forstaubach (Stmk./ Sbg.). Mit dem 2017 in Betrieb gegangenen Windpark Pretul (Stmk.) "hat sich in den letzten zehn Jahren die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen verdoppelt", zeigt sich Georg Schöppl über die Entwicklung erfreut. Insgesamt können heute rund 88.000 Haushalte aus ÖBf-Werken mit Strom und etwa 17.000 Haushalte mit Fernwärme aus erneuerbaren, nachwachsenden Rohstoffen versorgt werden. Jährlich werden damit knapp 300.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.


Auch Strom und Wärme aus Waldbiomasse gestiegen

Gestiegen ist 2017 auch die Strom- und Wärmeproduktion im Biomasse-Kraftwerk Wien- Simmering, das die Bundesforste gemeinsam mit Wien Energie betreiben (ÖBf-Anteil 33,3 Prozent). "Der Betrieb ist sehr gut und technisch reibungslos gelaufen", fasst Schöppl zusammen. Die technisch ausgereifte und hocheffiziente Anlage kam im abgelaufenen Betriebsjahr auf über 8000 Betriebsstunden. In Summe wurden über 160 Mill. kWh Strom und knapp 130 Mill. kWh Fernwärme produziert, womit die Vorjahreswerte bei Strom um 5,3 Prozent (2016: 152 Mill. kWh) und bei Wärme um 6,6 Prozent (2016: 152 Mill. kWh) übertroffen wurden.

Quelle: SN

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