Wirtschaft

Bundesforste testen Drohnen für Aufforstungen in Zell am See

Elektronische Lastendrohne liefert erstmals Baumsetzlinge in steile Schutzwaldgebiete. Die zwei mal zwei Meter große Drohne wurde mit 200 Jungpflanzen beladen, Innerhalb weniger Minuten brachte das Flugobjekt die Lärchen- und Fichten rund 300 Höhenmeter über steiles Gelände und setzte sie auf 1700 Meter Seehöhe ab.


Ein unbemanntes Flugobjekt wurde dieser Tage hoch über den Schutzwäldern südlich von Zell am See gesichtet. Die Bundesforste (ÖBf) testeten erstmals den Transport von jungen Baumsetzlingen mit Hilfe einer Schwerlastdrohne, um Aufforstungsarbeiten im besonders steilen und entlegenen Schutzwaldgebiet zu unterstützen. Rudolf Freidhager, Vorstand der Bundesforste: "Digitalisierung und technische Innovationen sind für die Forstwirtschaft eine große Chance, die Waldarbeiten einfacher, effizienter und sicherer zu machen."

"Die Lastendrohne ist geräuscharm und abgasfrei"

Bislang tragen meist Forstfacharbeiter die Jungpflanzen auf dem Rücken durch unwegsames zum jeweiligen Pflanzort. Bei Bedarf muss ein Transporthubschrauber angefordert werden, der wiederum viel Geld kostet. Da gelten ferngesteuerte Drohnen als zukunftsweisende Alternative. Freidhager: "Eine elektronisch betriebene Lastendrohne ist geräuscharm und abgasfrei. Diese Technologie hat das Potenzial zu einem umweltschonenden und klimafreundlichen Transportmittel im steilen Gelände zu werden. Damit würden wir unseren Forstfacharbeitern im wahrsten Sinne viel Last von den Schultern nehmen und das Unfallrisiko bei forstlichen Arbeiten weiter senken."


Die Drohne setzte ihre Last punktgenau auf 1700 Metern Seehöhe ab

Für ihren ersten Wald-Flug wurde die zwei mal zwei Meter große Lastendrohne mit etwa 200 jungen Lärchen- und Fichtenpflanzen und einem Gesamtgewicht von 15 Kilogramm beladen. Innerhalb weniger Minuten bewältigte das elektronische Flugobjekt die Jungpflanzen über steilstes Gelände und setzte sie punktgenau auf rund 1700 Meter Seehöhe ab. Die Flugroute wird dabei mittels exakter GPS-Daten festgelegt. Bei voller Beladung kann die Lastendrohne bis zu 80 Kilogramm aufnehmen. Das entspräche in etwa 1000 jungen Baumsetzlingen. Freidhager: Die künftigen Anwendungsmöglichkeiten von Drohnen seien vielfältig. Das reiche von der Anlieferung von Baumsetzlingen über die Unterstützung beim Borkenkäfermanagement bis zur Schadholzschätzung nach Wetterextremen.

Der E-Drohnentest wird in Zusammenarbeit mit der IONICA organisiert

Umgesetzt wurde der E-Drohnentest in Zusammenarbeit mit IONICA, einer Veranstaltungsreihe für innovative Lösungen zur Mobilität von morgen. Auch die Naturfreunde Österreich, als Partner der IONICA, begleiteten den Testflug, um Möglichkeiten zur umweltschonenden Versorgung schwer zugänglicher Hütten im Alpenraum weiter auszuloten. Weitere Einblicke liefert das "2nd World Mobility Forum" vom 17. bis 19. Juni (Montag bis Mittwoch) in Zell am See.

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