Wirtschaft

Chef zwang Salzburgerin zum Urlaub

Nur drei freie Tage im Jahr konnte die Angestellte frei wählen.

Chef zwang Salzburgerin zum Urlaub SN/www.bilderbox.com
Wann die Angestellte auf Urlaub ging, bestimmte der Chef. (Symbolbild)

Ein besonders brisanter Fall zwang die Arbeiterkammer zu einer gerichtlichen Maßnahme. Plante der Chef spontan einen Urlaub, mussten auch alle anderen Angestellten in den Urlaub gehen. Das geschah mehrmals pro Jahr. Eine Arbeitnehmerin aus Salzburg konnte selbst lediglich drei Tage im Jahr frei über ihren Urlaub bestimmen. Verzweifelt wandte sie sich an die Arbeiterkammer, die nun vor Gericht zog. "Ein krasser Fall, der aber so ähnlich immer wieder vorkommt und rechtlich absolut verboten ist", erklärt der Leiter der AK-Rechtsabteilung, Heimo Typplt.

Kein Einzelfall

Arbeitnehmer können sich gegen ein "In-den-Urlaub-Schicken" wehren: "Ist man mit dem Urlaubsvorschlag der Firma nicht einverstanden, dann sollte man schriftlich widersprechen und sich arbeitsbereit erklären. Nur so kann man im Ernstfall vor Gericht beweisen, dass man mit der Vereinbarung nicht einverstanden war", rät der AK-Rechtsexperte. Akzeptiert man die Urlaubsanordnung, kann das Fernbleiben von der Arbeit als Zustimmung zum Urlaubsverbrauch gewertet werden.

Urlaub muss beidseitig vereinbart werden

Der Oberste Gerichtshof hält fest, dass Betriebsferien dann zulässig sind, wenn noch genügend Möglichkeit für den Arbeitnehmer besteht, selbst einen Urlaub zu planen.

Ein Betriebsurlaub im Ausmaß von zwei Wochen ist laut OGH gerade noch zulässig. Umgekehrt dürfen Arbeitnehmer nicht einen Urlaub planen und erst danach ihren Chef informieren. Der gewünschte Urlaubstermin muss immer mit dem Arbeitgeber vereinbart werden, am besten schriftlich. "Der Konsum von Urlaubstagen ist kein Wunschkonzert", betont Heimo Typplt. "Arbeitnehmer brauchen die Genehmigung ihres Vorgesetzten. Und umgekehrt darf der Chef seinen Mitarbeitern den Urlaub nicht komplett aufzwingen. Eine für beide Seiten geeignete Lösung muss gefunden werden."

Quelle: SN-Juh

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