Wirtschaft

Coronakrise lässt die Langzeitarbeitslosigkeit in Salzburg stark steigen

Die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet sind, ist um 41,3 Prozent auf 1542 gestiegen. Weit mehr als die Hälfte der Betroffenen ist älter als 50 Jahre. Vor allem im Zentralraum gehen die Zahlen nach oben.

AMS-Chefin Jacqueline Beyer ist über den starken Anstieg der Langzeitarbeitslosen besorgt.  SN/lmz/neumayr
AMS-Chefin Jacqueline Beyer ist über den starken Anstieg der Langzeitarbeitslosen besorgt.

Per 31. Oktober waren in Salzburg 17.172 Frauen und Männer als arbeitssuchend gemeldet. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 3500 Personen - oder 25,6 Prozent. Von Arbeitslosigkeit sind 8701 Frauen und 8471 Männer betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,3 Prozent nach nationaler Berechnung. Das ist nach Oberösterreich der zweitniedrigste Wert (Österreich: 8,7 Prozent). Junge Menschen, die eine Lehrstelle suchen, haben weiter gute Chancen: Beim AMS sind 313 Lehrstellensuchende gemeldet. Ihnen stehen 1073 Angebote an sofort verfügbaren offenen Lehrstellen gegenüber.

Schwieriger Wiedereinstieg für Langzeitarbeitslose

Jacqueline Beyer, AMS-Landesgeschäftsführerin: "Sorge bereitet uns der schon deutlich erkennbare Aufbau der Langzeitarbeitslosigkeit." 1542 Personen sind aktuell länger als ein Jahr arbeitslos. Das ist ein Zuwachs um 41,3 Prozent. "Weit mehr als die Hälfte davon ist über 50 Jahre alt. Je länger sie ohne Arbeit bleiben, desto schwieriger wird der Wiedereinstieg."

Junge Arbeitskräfte weniger stark betroffen

Junge Arbeitskräfte unter 25 Jahren sind von der steigenden Arbeitslosigkeit weniger stark betroffen. Während der Gesamtanstieg 25,6 Prozent beträgt, liegt der Zuwachs bei den jungen Frauen und Männern bei 22,9 Prozent. Auch bei älteren Arbeitskräften ab 50 Jahren verläuft der Anstieg mit plus 22,6 Prozent unterproportional. Bei der Altersgruppe zwischen 25 und 50 Jahren steigt die Arbeitslosigkeit um 27,9 Prozent.

Erholungstendenzen in der Warenproduktion

"Die Arbeitsmarktlage zeigt Erholungstendenzen bei der Warenproduktion", heißt es beim AMS. Hier verlaufe die Zunahme der Arbeitslosen mit plus 20,6 Prozent unterproportional. Dazu passe auch der geringe Anstieg von lediglich plus 8,8 Prozent bei den Leasingarbeitskräften. Dass das Hotel- und Gastgewerbe mit plus 18,7 Prozent Arbeitslosenzuwachs ebenfalls unter dem Schnitt geblieben sei, sei darauf zurückzuführen, dass die Saisonarbeitslosigkeit auch im Vorjahr bereits ein hohes Niveau erreicht hatte. Derzeit stammt ein Drittel aller Arbeitslosen aus der Beherbergung oder Gastronomie.

In der Stadt Salzburg stieg die Arbeitslosigkeit um 42,2 Prozent

Die Betrachtung der regionalen Arbeitsmärkte zeigt, dass sich der Arbeitslosenzuwachs auf den nördlichen Zentralraum konzentriert. Die Stadt Salzburg verzeichnet ein Plus von 42,2 Prozent, der Flachgau von 37,3 Prozent und der Tennengau von 26,0 Prozent. Deutlich darunter liegen der Pongau mit 14,2 Prozent, der Pinzgau mit 11,3 Prozent und der Lungau, wo sogar um eine Person weniger als im Vorjahr arbeitslos war.

Quelle: SN

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