Wirtschaft

Dank guter Konjunktur sinkt die Arbeitslosigkeit in Salzburg weiter

Im April standen im Bundesland 840 offene Lehrstellen nur 285 Lehrstellensuchende gegenüber.

14.782 Personen waren beim AMS in Salzburg als arbeitslos vorgemerkt.  SN/neumayr/mmv
14.782 Personen waren beim AMS in Salzburg als arbeitslos vorgemerkt.

Der Konjunkturmotor brummt in Salzburg nach wie vor: In der Warenherstellung und am Bau ist die Zahl der Arbeitslosen wieder deutlich zurückgegangen. Zunehmend schwieriger die Abdeckung offener Lehrstellen. Das AMS wirbt jetzt für die Erwachsenenlehre.

14.782 Personen waren Ende April im Bundesland Salzburg als arbeitslos vorgemerkt. Das sind um 1170 Personen bzw. 7,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Nur in Tirol ist die Arbeitslosigkeit noch stärker zurückgegangen. Bundesweit betrug der Rückgang minus 4,1 Prozent.

2463 Personen nahmen Ende April an Schulungen und Ausbildungen durch das AMS teil. Das ist ein Minus von 8,5 Prozent. Diese eingerechnet waren im Bundesland 17.245 Personen ohne Arbeit - im Vergleich mit April 2017 ein Minus von 7,5 Prozent (Österreich -6,1%). Die Arbeitslosenquote beträgt in Salzburg 5,5 Prozent (Österreich: 7,3%). Das ist nach Oberösterreich der zweitniedrigste Wert.

Positiver Saisoneffekt

Die Ursache dieser Entwicklung ortet Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg, im Umstand "dass einerseits der Konjunkturmotor den Produktionsbereich weiterhin befeuert und die Arbeitslosigkeit senkt, aber auch dass sich der Saisoneffekt durch den späten Ostertermin diesmal positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt." Die Saisonarbeitslosigkeit habe diesmal bereits im März eingesetzt, weshalb im April die Zahl der zusätzlich Hinzugekommenen gegenüber dem Vorjahr geringer ausgefallen ist, erklärt die AMS-Chefin.

Damit ist die Arbeitslosigkeit im Hotel- und Gastgewerbe mit einem Minus von 8,6 Prozent oder 497 Personen im Vorjahresvergleich stärker als die Gesamtarbeitslosigkeit gesunken. Mit insgesamt 5305 Arbeitslosen stammt derzeit allerdings mehr als jeder dritte Arbeitslose aus dem Hotel- und Gastgewerbe. Ebenfalls saisonal beeinflusst gab es im Bereich Verkehr und Lagerei einen überdurchschnittlich hohen Arbeitslosenrückgang von minus 8,8 Prozent. Die Warenherstellung verzeichnet unter den großen Wirtschaftsklassen mit einem Minus von elf Prozent den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit, gefolgt vom Bauwesen mit minus 9,3 Prozent.

Von den Bezirken verzeichnet der Lungau mit minus 12,9 Prozent den stärksten Arbeitslosenabbau, gefolgt vom Pinzgau (-8,9%), der Stadt Salzburg (-8,7%), dem Flachgau (-8,6%) und dem Pongau (-5,0%). Lediglich im Tennengau gab es ein leichtes Plus von 2,8 Prozent.

Lehrstellenüberhang

Das Lehrstellenangebot befindet sich mit 840 dem AMS gemeldeten, sofort verfügbaren offenen Lehrstellen auf hohem Niveau und ist mit plus 1,4 Prozent weiterhin leicht gestiegen. Dagegen gibt es bei den Lehrstellensuchenden mit minus 21,3 Prozent auf 285 Personen einen deutlichen Rückgang. Diese Lücke von 555 Lehrstellensuchenden zeige, dass es immer schwieriger werde, den Fachkräftenachwuchs aus dem Reservoir der Schulabgänger abzudecken, stellt Jacqueline Beyer fest. "Damit gewinnt die Erwachsenenlehre, etwa in Form des Fördermodells 18plus, zunehmend an Bedeutung", so die AMS-Landesgeschäftsführerin. Bei dieser Förderung erhalten junge Erwachsene ohne Abschluss während ihrer Ausbildung statt der Lehrlingsentschädigung einen Hilfsarbeiterlohn, den Unternehmen zahlt das AMS einen Teil der Differenz.

Quelle: SN

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