Wirtschaft

Der typische Salzburg-Gast von heute bleibt nicht mehr so lange

Der Steckbrief des typischen Salzburg-Gasts von heute, natürlich rein statistisch gesehen: Er oder sie kommt aus Deutschland, bleibt 3,7 Tage und schläft im Drei- oder Vier-Sterne-Hotel. Im Sommer ist die Stadt Salzburg der größte Magnet, im Winter Saalbach-Hinterglemm.

Zahlen und Daten zum Tourismusjahr – erarbeitet von der Landesstatistik.  SN/lmz
Zahlen und Daten zum Tourismusjahr – erarbeitet von der Landesstatistik.

Mehr Gäste und Übernachtungen, aber eine kürzere Urlaubsdauer. Diese Entwicklung belegt die von der Landesstatistik vorgelegte Auswertung zum Tourismusjahr 2018/19. Das ist der Steckbrief des typischen Salzburg-Gasts von heute, natürlich rein statistisch gesehen: Er oder sie kommt aus Deutschland, bleibt 3,7 Tage und schläft im Drei- oder Vier-Sterne-Hotel. Sein Ziel ist im Sommer die Stadt Salzburg und im Winter Saalbach-Hinterglemm. Landeshauptmann Wilfried Haslauer: "Besonders erfreulich ist, dass so gut wie alle Bezirke von dem Nächtigungszuwachs profitieren."

In zwanzig Jahren von 21,2 auf 29,8 Millionen Übernachtungen

Zwischen November 2018 und Oktober 2019 wählten mehr als 8,1 Millionen Gäste Salzburg als Urlaubsland und blieben im Schnitt 3,7 Tage. Sie sorgten für 29,8 Millionen Nächtigungen, was im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 2,7 Prozent bei den Ankünften und 1,5 Prozent bei den Nächtigungen bedeutet. Gleichzeitig sank die Aufenthaltsdauer um 1,2 Prozent. 1998/99 zählte man noch 4,4 Millionen Ankünfte und 21,2 Millionen Übernachtungen. Seither steigen die Zahlen kontinuierlich. Zurück ging die Aufenthaltsdauer: Blieb ein Gast damals im Schnitt noch 4,8 Tage im Land, so waren es 2018/19 nur mehr 3,7 Tage.

Die Niederländer urlauben am längsten in Salzburg

Im Tourismusjahr 2018/19 lag der Österreicheranteil bei knapp 22 Prozent aller Nächtigungen. 39 Prozent der Nächtigungsgäste kamen aus Deutschland. Dahinter folgen die Niederländer (neun Prozent). Sie bleiben allerdings unter allen Herkunftsländern mit 5,4 Tagen am längsten im Land.

Luxushotels und gewerbliche Ferienwohnungen legen deutlich zu

Die bevorzugte Unterkunft der Reisenden bleibt das Hotel mit 58 Prozent aller im Land Salzburg erhobenen Nächtigungen - am meisten in Vier-Sterne- und Drei-Sterne-Häusern. Privatzimmer sind jene Unterkünfte, die im Vergleich zum Vorjahr den deutlichsten Rückgang bezüglich Nächtigungszahlen meldeten (minus fünf Prozent). Sehr positiv entwickelten sich dagegen Hotels der Spitzenklasse sowie gewerbliche Ferienwohnungen (plus neun Prozent).

Im Winter hat Saalbach-Hinterglemm die Nase vorn

Knapp 1,9 Millionen Gäste besuchten im Tourismusjahr 2018/19 die Stadt Salzburg und verbrachten dort 3,3 Millionen Nächte. Damit bleibt die Stadt Salzburg die wichtigste Destination im Bundesland. Im Winter 2018/19 wurde sie aber - wie in den Jahren zuvor - von Saalbach-Hinterglemm auf Platz zwei verwiesen. Dort zählte man 300.000 Ankünfte und 1,5 Millionen Nächtigungen. Auch die weiteren Top 10 der Destinationen der kalten Monate liegen innergebirg: Obertauern (Tweng und Untertauern), Flachau und Zell am See konnten jeweils mehr als 800.000 Nächtigungen aufweisen. In Wagrain-Kleinarl, Kaprun, Bad Hofgastein und Bad Gastein waren es mehr als 600.000.

Nur der Flachgau verzeichnete ein kleines Minus

Auf Bezirke umgerechnet liegt 2018/19 der Pinzgau an erster Stelle (zwölf Millionen Nächtigungen), es folgen der Pongau (9,6), die Landeshauptstadt (3,3), der Flachgau (2,2), der Lungau (1,5) und der Tennengau (1,1). In allen Landesteilen gab es Zuwächse, mit Ausnahme eines geringen Rückgangs im Flachgau von minus 0,7 Prozent.

Bettenauslastung im Winter kletterte von 30,5 auf 40,4 Prozent

Die Bettenauslastung ist seit dem Tourismusjahr 1997/98 gestiegen, und zwar von 30,5 auf 40,4 Prozent im Winter bzw. von 25,4 auf 34,7 Prozent im Sommer. Wenig überraschend haben Kurheime die höchste Auslastung. Diese lag zuletzt im Winter bei 83 Prozent und im Sommer bei 93 Prozent. Schlusslicht bei der Belegung sind Privatquartiere und Campingplätze.

Die Wertschöpfung muss im Vordergrund stehen

Landeshauptmann Haslauer: "Um in der Tourismusbranche auch künftig erfolgreich zu sein und gleichzeitig unser Lebensumfeld für die einheimische Bevölkerung lebenswert und attraktiv zu erhalten, muss die Wertschöpfung der Betriebe im Vordergrund stehen, da diese durch ihre Investitionen für Aufträge und in der Folge Arbeitsplätze in der jeweiligen Region sorgen."

Quelle: SN

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