Wirtschaft

Deutlich mehr Privatkonkurse heuer in Salzburg

Das neue Insolvenzrecht hat die Zahl der Privatpleiten ansteigen lassen. Salzburg zeigt im Bundesländervergleich aber noch den geringsten Zuwachs. Bei den Unternehmen gibt es weniger Konkurse.

423 Salzburger gingen heuer in Privatkonkurs.  SN/APA (Archiv/dpa)/Jens Kalaene
423 Salzburger gingen heuer in Privatkonkurs.

Der KSV1870 veröffentlichte am Mittwoch seine Prognose zur Insolvenzlange in Salzburg. Die Firmeninsolvensen sind um sechs Prozent gesunken im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen steigen die Privatinsolvenzen um 23 Prozent - geschuldet ist das der Gesetzesnovelle.

81 Privatkonkurse mehr als im Vorjahr

423 Privatkonkurse wurden hochgerechnet 2018 bei den Salzburger Bezirksgerichten eröffnet. Das sind um 81 Fälle oder um 23,7 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Salzburg zeigt im bundesweiten Vergleich den geringsten Zuwachs was die Anzahl der Fälle sowie die Großfälle betrifft. Die Verkürzung der Schuldenregulierungsdauer von sieben auf fünf Jahre und der Entfall der zehnprozentigen Mindestquote haben vergangenes Jahr für einen Rückstau bei den Anträgen gesorgt.
Salzburg liegt laut Hochrechnung des KSV1870 mit 423 eröffneten Privatinsolvenzen (Passiva von 78 Millionen Euro) heuer auf dem vorletzten Platz in der Bundesländerreihung, gefolgt vom Burgenland mit 236 Fällen.

Prognose: Fälle werden wieder abnehmen

Die KSV1870-Experten rechnen damit, dass der Trend zu hohen Verbindlichkeiten der Schuldner wieder abnehmen wird und sich letztlich auch die Antragszahlen wieder reduzieren werden. "Die starken Schwankungen in den Statistiken 2017 nach unten und 2018 nach oben sind mit dem neuem Insolvenzrecht zu erklären", sagt Elisabeth Eppich, Insolvenzexpertin des KSV1870.

Weniger Firmenpleiten in Salzburg

Was die Firmenpleiten betrifft, so mussten heuer 338 Salzburger Unternehmen Insolvenz anmelden. Das sind um 22 Fälle oder sechs Prozent weniger als im Vorjahr. "Unser Bundesland verzeichnet den dritthöchsten Rückgang der Gesamtinsolvenzen hinter Oberösterreich mit 8 Prozent und Tirol mit 7,7 Prozent", sagt Eppich. Bundesweit stellt der KSV1870 einen Rückgang der Firmeninsolvenzen um knapp zwei Prozent fest. Zu den größten Fällen in Salzburg zählte der Konkurs der Royalbeach" Spielwaren und Sportartikel Vertrieb Ges.m.b.H. mit 13 Millionen Euro Passiva, gefolgt von der Vollererhof Hotel GmbH in Puch mit 3,6 Millionen Euro.

Positiv sei der Rückgang der "mangels Vermögens abgewiesenen Insolvenzen" in Salzburg von 181 Fällen im Vergleichszeitraum 2017 auf hochgerechnet 165 Fälle, also um knapp 9 Prozent. Jede Insolvenz ohne eröffnetes Verfahren bedeutet, dass keine geordnete Aufnahme der Schulden, keine gleichmäßige Gläubigerbefriedigung und keine Analyse strafbarer Handlungen erfolgen. Der Schaden entsteht dabei vornehmlich der öffentlichen Hand und den Abgabengläubigern.

Firmenpleiten: Salzburg an fünfter Stelle

Im Bundesländerranking befindet sich Salzburg mit 338 Firmenpleiten an fünfter Stelle hinter Wien (1.682 Firmeninsolvenzen, Rückgang: 2,8 Prozent), Niederösterreich (930 Firmeninsolvenzen, Steigerung: 6 Prozent), der Steiermark (606 Firmeninsolvenzen, Rückgang: 2,9 Prozent) und Oberösterreich (565 Firmeninsolvenzen, Rückgang: 8 Prozent).

Die am häufigsten von Insolvenzen betroffenen Branchen sind: unternehmensbezogene Dienstleister mit 65 Insolvenzen, gefolgt vom Gastgewerbe mit 50 Fällen, knapp gefolgt von der Branche Nachrichtenübermittlung/Verkehr mit 49 Fällen. Was die Prognose für das kommende Jahr betrifft, so rechnet der KSV1870 damit, dass es durch den Konjunkturaufschwung zu noch mehr Dynamik und Auslese kommen wird. "Ein leichter Anstieg der Insolvenzfälle, insbesondere unter den KMU, darf daher 2019 nicht überraschen", heißt es.

Quelle: SN

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