Wirtschaft

Die Arbeitslosigkeit sank in Salzburg in allen Bereichen

Seit drei Jahren geht die Arbeitslosigkeit in Salzburg zurück. Im Vorjahr verschaffte die gute Konjunktur dem Arbeitsmarkt eine Rekordbeschäftigung. Die Zahl der Arbeitslosen ging um 5,4 Prozent zurück - auf 13.523. Die Aussichten für heuer sind etwas gedämpft.

AMS-Chefin Jacqueline Beyer will im Kampf gegen den Fachkräftemangel neue Akzente setzen.  SN/ams
AMS-Chefin Jacqueline Beyer will im Kampf gegen den Fachkräftemangel neue Akzente setzen.

AMS-Landesgeschäftsführerin Jacqueline Beyer: "Bemerkenswert ist, dass endlich auch die über Jahre massiv zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit sinkt, die Jugendarbeitslosigkeit weiter überproportional zurückgeht und die Altersarbeitslosigkeit auf das Niveau von vor drei Jahren gesenkt werden konnte."
Gleichzeitig wurde mit einem Plus von zwei Prozent der höchste Zuwachs der unselbständigen Beschäftigung seit dem Jahr 2008 erzielt. Im Jahresdurchschnitt waren 259.354 Dienstverhältnisse registriert - fast 5000 mehr als im Jahr davor. Noch nie gab es mehr Beschäftigte im Bundesland Salzburg. Seine Nummer-Eins-Position bei der Arbeitslosenquote hat Salzburg dennoch eingebüßt: Tirol konnte vom Konjunkturaufschwung stärker profitieren und liegt mit 4,9 Prozent knapp vor Salzburg mit der Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent.

AMS-Chefin rechnet heuer mit einer Quote von 4,8 Prozent

Für das kommende Jahr sind die Erwartungen etwas gedämpft. AMS-Chefin Beyer: "Der Höhepunkt der positiven Entwicklung ist erreicht, im laufenden Jahr wird die abgeflachte Konjunkturkurve sowohl das Beschäftigungswachstum als auch den Arbeitslosenabbau bremsen." In Salzburg werde das Wachstum bei der unselbständigen Beschäftigung wohl bei unter einem Prozent, der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei etwa minus 1,5 Prozent und die Arbeitslosenquote bei rund 4,8 Prozent zu liegen kommen. Die Verweildauer - also der durchschnittliche Zeitraum
von Beginn bis Ende der Arbeitslosigkeit - ist um zwei Tage auf 84 Tage gesunken. Im bundesweiten Schnitt dauert die Arbeitslosigkeit mit 125 Tagen fast sechs Wochen länger als in Salzburg.

Der Tennengau profitierte am stärksten von der Konjunktur

Die gute Konjunkturlage konnte der mehr industriell-gewerblich geprägte nördliche Zentralraum am besten nutzen: Im Tennengau war der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit minus 8,6 Prozent landesweit am höchsten. Auch der Flachgau verzeichnete ein Minus deutlich über dem Landesschnitt im Ausmaß von 7,6 Prozent. In der Stadt Salzburg war die Arbeitslosigkeit um 5,0 Prozent rückläufig. Innergebirg verzeichnet der Lungau mit minus 8,0 Prozent den stärksten Rückgang, gefolgt vom Pinzgau (minus 4,5 Prozent) und dem Pongau (minus 1,8 Prozent). Der Tennengau weist mit 4,3 Prozent die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote auf, während die übrigen Bezirke mit einer Bandbreite von 5,3 bis 5,5 Prozent nur geringe Unterschiede aufweisen.

Mehr als 40 Prozent der Arbeitslosen haben höchstens einen Pflichtschulabschluss

Das AMS Salzburg werde den Fokus auch heuer in erster Linie auf die Bekämpfung
des Fachkräftemangels richten, heißt es: "Mehr als vierzig Prozent der
Arbeitslosen weisen höchstens eine Pflichtschulausbildung auf. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen. Das AMS hat dazu Förderangebote an Arbeitslose und Unternehmen wie zum Beispiel die Qualifizierung für Frauen in handwerklich-technischen Berufen FiT, die Erwachsenenlehre 18plus, die Fachkräfteausbildung AQUA sowie das Fachkräftestipendium. Wenn es gelingt, dieses Potenzial für die Wirtschaft verfügbar zu machen, kann die Abhängigkeit vom Zuzug ausländischer Arbeitskräfte reduziert und die inländische Arbeitslosigkeit verstärkt abgeschöpft werden."

Quelle: SN

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 27.11.2020 um 09:56 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/die-arbeitslosigkeit-sank-in-salzburg-in-allen-bereichen-64604521

Schlagzeilen