Wirtschaft

Die Bahn baut ein neues Großkraftwerk in Uttendorf

Die ÖBB bauen die Wasserkraft im Stubachtal weiter aus. Insgesamt werden rund 300 Millionen Euro in den Standort investiert. Das sichere langfristig die Arbeitsplätze vor Ort.

Die Hauptbauarbeiten am Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos im Pinzgauer Stubachtal (Gemeinde Uttendorf) haben begonnen: mit einer Sprengung am Enzingerboden auf 1500 Metern Seehöhe für den Erschließungstunnel Stubachtal. ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä, Bundesministerin Leonore Gewessler, Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit Tunnelpatin Christina Haslauer, Swietelsky-Vorstandsvorsitzender Karl Weidlinger sowie Bürgermeister Hannes Lerchbaumer haben feierlich am Baustart mitgewirkt - wenn auch coronabedingt nur virtuell aus der Ferne.

Von insgesamt zehn Wasserkraftwerken der ÖBB, die "grünen" Bahnstrom erzeugen, bilden in Österreich die vier Kraftwerke im Stubachtal die größte und leistungsstärkste Kraftwerksgruppe des Konzerns. Der Grundstein dafür wurde bereits im Jahr 1914 gelegt und bis in die 1990er-Jahre entsprechend erweitert. Das neue Kraftwerk Tauernmoos soll in Zukunft einen wesentlichsten Eckpfeiler für die Bahnstromversorgung aus Wasserkraft darstellen.

Das neue Pumpspeicherkraftwerk erlaube, im Gegensatz zu herkömmlichen Speicherkraftwerken, auch große Mengen an Energie kostengünstig zu speichern und somit Leistungsspitzen im Bahnstromnetz optimiert abzudecken, betonen die ÖBB. So kann bei geringer Nachfrage überschüssiger Strom genutzt werden, um Wasser in das höher gelegene Speicherbecken zu pumpen und anschließend, bei erhöhter Nachfrage, wieder Bahnstrom zu erzeugen. Die Kosten für die Erweiterung der Kraftwerksgruppe Stubachtal um das Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos betragen rund 300 Millionen Euro.

Die Arbeiten am neuen Kraftwerk liegen im Zeitplan

Bereits seit dem Frühjahr 2020 laufen wichtige Vorarbeiten. Dabei wurden Voreinschnitte für die Stollen gemacht, Zufahrtstraßen ertüchtigt und Lagerflächen für den Tunnelausbruch vorbereitet. Auch Teile der Energieableitung, also des Stromkabels, das letztendlich von Uttendorf bis zur Kaverne Tauernmoos reichen wird, wurden unter sehr schwierigen Bedingungen gebaut. Aktuell werden nun beim Zufahrtstunnel täglich zirka 20 Meter Vortrieb erreicht. Bis Weihnachten wird derzeit an zwei Vortrieben gearbeitet, ab April 2021 wird auf vier Vortriebe aufgestockt und der Kavernenausbau gestartet. Der Bau dauert dann bis zum Jahr 2025. Danach folgt der Probebetrieb, der 2026 in den Regelbetrieb übergeht.

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä: "Als größter und nachhaltigster Mobilitätsanbieter Österreichs trägt der ÖBB-Konzern eine besondere Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen. Ob mit Ökostrom in den Zügen oder Hybridloks, ob mit Elektrobussen im Stadtverkehr, der Rollenden Landstraße im Güterverkehr oder mit klimaneutralen Bahnhöfen."

Quelle: SN

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