Wirtschaft

Die Steuer-Euro aus Salzburg sprudeln wie nie

Noch nie bezahlten die Salzburger so viele Steuern an den Bund wie heuer. 2169 Millionen Euro waren es von Jänner bis Mai. Zurück kommt nur ein Teil - Salzburg ist Nettozahler.

Die Steuer-Euro aus Salzburg sprudeln wie nie SN
Bundesabgaben in Österreich und Salzburg (Jänner bis Mai). Grafik: SN


Die Steuern sprudeln. Und zwar von Salzburg nach Wien: In den ersten fünf Monaten des Jahres stieg das Aufkommen an "gemeinschaftlichen Bundesabgaben" in Salzburg um 5,1 Prozent. 2169 Millionen Euro waren es, die Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) in Empfang nehmen durfte - alles Steuern, die von Salzburger Bürgern oder Unternehmern beim Finanzministerium abgeliefert wurden.

Österreichweit lag das Plus bei 4,3 Prozent. Bei den beiden wichtigsten Abgaben, der Lohnsteuer und der Umsatzsteuer, kamen in Salzburg um 5,9 und 3,5 Prozent mehr zusammen. Bundesweit waren es 7,5 und 4,0 Prozent. Einen massiven Zuwachs gab es aber woanders: Bei der Körperschaftssteuer, die auf Unternehmensgewinne eingehoben wird. Diese schoss in Salzburg um 29,1 und in Österreich um 15,6 Prozent in die Höhe. Diese Zahlen präsentierte der Landesstatistische Dienst am Dienstag.

Dessen Leiter Gernot Filipp weist darauf hin, dass die aktuellen Zahlen teils noch "mit einem Fragezeichen versehen" seien - denn manche Abgaben würden im Voraus bezahlt und erst am Jahresende korrigiert. Jedoch sei derzeit von einer sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung im Land auszugehen. Bedeutet dies nun auch einen Geldsegen für das Land, die Stadt und die Gemeinden? Wohl nur bedingt.

"Über den Finanzausgleich bekommen wir die Steuern mit zwei Monaten Verzögerung wieder ins Land", sagt Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer (ÖVP). Die Steigerung beträgt jedoch nicht 5,1 Prozent, sondern nur 3,0 Prozent." Der Grund sei klar: Salzburg sei ein Nettozahler. Ein "Blutspender für die anderen Bundesländer", wie Mödlhammer sich ausdrückt. Die Empfänger? Kärnten, die Steiermark, teils das Burgenland.

Dennoch müsse man froh sein, dass die Wirtschaft derzeit brumme. "Auch die Mehrwertsteuer steigt stark. Gerade die Handwerker können sich vor Aufträgen kaum noch retten", sagt der Gemeindebundpräsident.

Beim Land herrscht jedoch noch keine Jubelstimmung: Laut Finanzabteilung sind die Zahlungen aus Wien genau im Plan - der große Geldsegen lässt derzeit noch auf sich warten. So sieht man es auch im Büro von Landesfinanzreferent LH-Stv. David Brenner (SPÖ).

Bundesweit verbleiben stets rund zwei Drittel aller Steuern dem Bund - die Länder erhalten insgesamt gut ein Fünftel - wobei je nach Bevölkerung aufgeteilt wird. An das Land Salzburg gehen 6,2 Prozent. An alle Gemeinden werden knapp zwölf Prozent des Steueraufkommens ausbezahlt.

Quelle: (SN).

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