Wirtschaft

Die Zeichen bei den ÖBB stehen auf Streik

Gibt es nicht doch noch in letzter Sekunde eine Einigung, wird bei den ÖBB am Montag gestreikt: Was das für die Fahrpläne bedeutet, weiß keiner.

Was fährt wann wo weg und kommt wie an? Am Montag kann das niemand sagen.  SN/Andreas Kolarik
Was fährt wann wo weg und kommt wie an? Am Montag kann das niemand sagen.

Manche Züge werden ausfallen, manche werden Verspätung haben. Manche werden, nachdem sie für zwei Stunden stillgestanden haben, die Fahrt zu ihrem Endziel fortsetzen. Andere werden vorher wieder umdrehen, um zumindest pünktlich wieder am Ausgangsort anzukommen. Und: Gerade im Fernverkehr könnte es bis Mitternacht dauern, bis alle Züge wieder wie gewohnt verkehren.

Das ist die Zusammenfassung dessen, was Rudolf Schuchter für den heutigen Montag auf den heimischen Schienen erwartet. Salzburgs oberster Eisenbahn-Gewerkschafter glaubt nicht, dass Fahrplanauskünfte seriös möglich sein werden, bis der für heute geplante Warnstreik der Eisenbahner längst vorbei ist - wie berichtet, ist dieser zwischen 12 und 14 Uhr anberaumt.

Soll heißen: Vor 15 Uhr werde man kaum verlässliche Informationen darüber bekommen, was in der Folge wann wo wegfahren und ankommen werde. "Es gibt zu viele unbekannte Fragen. Was ist mit den Zügen, die aus dem Ausland kommen? Wo kommt es zu Verspätungen, wo zu Ausfällen? Man kann sagen, dass Fahrgäste am Montagnachmittag auf gut Glück mit dem Zug fahren müssen", sagt Schuchter. Wobei anzunehmen sei, dass die Regional- und Lokalzüge schneller wieder in ihren Takt finden würden als der Fernverkehr.

Was sagt Schuchter zu dem Vorwurf, die Gewerkschaft wolle nur die SPÖ in ihrem politischen Grabenkampf gegen die schwarz-blaue Bundesregierung unterstützen? "Das ist kompletter Blödsinn, das eine hat gar nix mit dem anderen zu tun", sagt Schuchter. "Wir würden das sowieso machen, ob das jetzt so oder so eine Regierung ist."

Weitere Streiks schließt Schuchter nicht aus, sollte es zu keiner Einigung kommen. "Das kann man jetzt überhaupt noch nicht sagen. Wir sind jedenfalls allzeit bereit, weiterzuverhandeln." Von den Fahrgästen erwartet sich Schuchter durchaus Verständnis - man streike ja bewusst nicht während der Stoßzeiten, "wo es dann drunter und drüber gehen würde".

Wie bereits berichtet, stehen zwischen 12 und 14 Uhr wohl nicht nur die ÖBB-Züge still, sondern auch die S-Bahn. Lokalbahn und Obusse der Salzburg AG sollen aber weiterfahren, ebenso wie die Westbahn. Wobei hier Verspätungen nicht ausgeschlossen werden konnten.

Unterstützung gibt es jedenfalls von der Verkehrsplattform probahn: Deren Sprecher Peter Haibach spricht von ständig wachsendem Druck und zunehmender Arbeit für die Bahnangestellten. Sie würden sich deshalb eine Gehaltssteigerung von bis zu 4,3 Prozent verdienen - so wie in der Metallbranche.

Quelle: SN

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