Wirtschaft

Digitalisierung als Chance für Familienbetriebe

Auf Einladung der Innovationsagentur ITG stellten sich am Donnerstag in Salzburg Klein- und Mittelbetriebe vor, die die Digitalisierung als Chance ergriffen haben.

Birgit Maier, Gerald Gross und Matthias Poldlehner diskutierten über Digitalisierung. SN/itg/wildbild
Birgit Maier, Gerald Gross und Matthias Poldlehner diskutierten über Digitalisierung.

"Für jedes Unternehmen gilt: Digitalisierung ist wichtig, und zwar spätestens ab sofort", stellte Matthias Poldlehner, Projektleiter Energie und Umwelt bei Moldan Baustoffe, fest. Zusammen mit weiteren Vertretern von Unternehmen aus Westösterreich war er zu Gast bei der Innovationstagung des ITG - Innovationsservice für Salzburg, die am Donnerstag on- und offline über die Bühne ging.

Im Falle des Unternehmens Moldan gab es schon auch eine gewisse Notwendigkeit für die Digitalisierung: Die Steuerungsanlagen, die zum Beispiel das Brennen von Gips steuern, sind historisch gewachsen und stammen daher aus den 80er- und 90er-Jahren, die Technik dazu ebenso. Die Anzeige, die derzeit aus vielen Stellschrauben wie Lämpchen und Rädchen besteht, erfordert tiefgehendes Know-how und viel Erfahrung beim Techniker. Sollten Ersatzteile benötigt werden, wird es in diesem Alter ebenfalls schon schwierig. Im aktuell laufenden Digitalisierungsprozess wird das alles auf neue Beine gestellt. Am Ende der Umstellung sollen alle Vorgänge auf einem Bildschirm zusammengefasst werden. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: "Gips ist ein natürlicher Rohstoff und unterliegt dadurch Schwankungen. Durch die Digitalisierung haben wir nun viele Daten zum Ausgangsmaterial, die wir vorher nicht hatten." Das führt unter anderem zu exakterer Druck- und Temperaturregelung.

Holzbau-Pionier setzt schon länger auf Digitalisierung

Im Bramberger Holzbaubetrieb Holzbau Maier setzt man schon länger auf Digitalisierung in der Produktion. Geschäftsführerin Birgit Maier wollte jedoch weiter gehen. "Wir haben mit einem hausinternen Vortrag mit dem Motto 'Holzbau Maier - Zurück in die Zukunft' gestartet. Aus dem heraus haben wir intern mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeitsgruppen gegründet, um herauszuarbeiten, welche Themen sinnvoll für die Digitalisierung sind." Mittlerweile kann ein Mitarbeiter allein ein Haus aufmessen und Poliere können direkt auf der Baustelle alle aktuellen Daten zum jeweiligen Bauprojekt einsehen. Dabei waren vor allem die Jungen eine Triebkraft: "Ihnen kann es nicht schnell genug gehen", sagt Maier dazu. In beiden Betrieben waren die älteren Mitarbeiter oftmals die Skeptischeren, haben sich am Ende dann aber über die praktischen digitalen Helferlein gefreut.
Das kann auch Poldlehner bestätigen: "Der größte Effekt ist, dass es den Mitarbeitern taugt. Vielen kann es nicht schnell genug gehen. Da wir aber nicht produzieren können und gleichzeitig alle Anlagen umstellen, gehen wir Schritt für Schritt vor."

Das Vorarlberger Unternehmen Heron Group hat sein Know-how genutzt, um direkt ein coronataugliches Produkt zu entwickeln. Angespornt von den eigenen Lehrlingen, die es mit Abstandhalten nicht ganz so genau nahmen, haben sie den Button Safedi entwickelt, der Abstände zwischen den Personen misst und auf zu kurze Distanz hinweist. Dieser kam auch bei der Innovationstagung selbst zum Einsatz, die vor Ort zur Gänze auf den Schutz von Mitarbeitern und Gästen ausgelegt war.

Was der richtige Schritt in die Digitalisierung ist, hängt vom Betrieb ab. Wer in die Digitalisierung einsteigen möchte, kann sich in einem ersten Schritt auch beim ITG - Innovationsservice Salzburg melden, das hier eine erste Hilfestellung und Förderberatung zu solchen Projekten leisten kann. Für Salzburger Unternehmen ist diese Leistung kostenlos.

Quelle: SN

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 29.10.2020 um 04:08 auf https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/digitalisierung-als-chance-fuer-familienbetriebe-94260673

Schöne Heimat

Ist das eine Achateule?

Von Gabriela Heimhofer
29. Oktober 2020
an der Hausmauer entdeckt - laut Beschreibung müsste er im Spätherbst Richtung Süden fliegen

Kommentare

Schlagzeilen